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NACHGEFRAGT: Livio Andreina: «Dimitri hatte keine Starallüren»

Der Luzerner Regisseur Livio Andreina war mit dem verstorbenen Dimitri eng befreundet. Noch am Sonntag trat der Clown auf dem Tessiner Monte Verità in Andreinas Inszenierung «Träume eines anderen Lebens» auf. Am Mittwochabend hat Andreina spontan die Rolle seines verstorbenen Freundes übernommen.
Der Luzerner Regisseur Livio Andreina. Fotografiert am 01.06.2015 Neue LZ / Dominik Wunderli Portrait Interview Theater Kultur Schauspiel Unterhaltung Kunst Regie (Bild: Neue LZ / Dominik Wunderli)

Der Luzerner Regisseur Livio Andreina. Fotografiert am 01.06.2015 Neue LZ / Dominik Wunderli Portrait Interview Theater Kultur Schauspiel Unterhaltung Kunst Regie (Bild: Neue LZ / Dominik Wunderli)

jst. Der Luzerner Regisseur Livio Andreina war mit dem verstorbenen Dimitri eng befreundet. Noch am Sonntag hatte der Clown auf dem Tessiner Monte Verita in Andreinas Inszenierung «Träume eines anderen Lebens» einen Auftritt. Am Mittwochabend hat Andreina spontan die Rolle seines verstorbenen Freundes übernommen. Dimitris Familie hatte ihn darum gebeten.

Livio Andreina, kann man Dimitri auf der Bühne überhaupt er­setzen?

Livio Andreina: Wir mussten uns am Mittwoch spontan entscheiden: Sagen wir ab oder machen wir weiter? Uns war klar, dass es für Dimitri schrecklich gewesen wäre, wenn wir wegen ihm einen Abend abgesagt hätten. Seine Familie fragte mich, ob ich seine Rolle übernehme. Also habe ich meine alten Instrumentalkenntnisse wieder hervorgekramt und bin auf die Bühne gegangen. Wir haben ihm diesen Abend geschenkt. Die Zuschauer waren sehr berührt. Und wahrscheinlich werden wir vorerst mal so weiterfahren.

Wir sind uns letzten Sommer im Innenhof von Dimitris Theater in Verscio begegnet. Dimitri sass dort mit seiner Familie fröhlich beisammen. Kannten Sie ihn persönlich?

Andreina: Ich habe vor dreissig Jahren erstmals ein Stück an seiner Schule insze­niert. Vor sieben Jahren wurde dann aus der beruflichen Bande eine enge Freundschaft. Wir waren oft zu Besuch bei den Dimitris, haben auch bei ihnen gewohnt. Wir hatten uns in letzter Zeit sehr häufig über un­sere Sterblichkeit unterhalten. Bei Dimitri, das spürte man, ging die Leidenschaft für seine Kunst weit über den Tod hinaus.

Wie war er bei den Proben?

Andreina: Er hat mich als Regisseur total akzeptiert und besass überhaupt keine Starallüren. Aber Dimitri bleibt Dimitri. Es war klar, dass die Rolle, die er übernimmt, am Ende auch etwas Clowneskes haben würde.

Er spielte im Stück Karl Vester, den Schwiegervater seiner Schwester, eines der letzten Originale der Monte-Verita-Bewegung. Sahen Sie Parallelen?

Andreina: Dimitri ist wie Vester seinen Überzeugungen ein Leben lang treu geblieben. Auch er suchte auf der Bühne nach einem Weg, eine Utopie zu leben, was ja im Grunde nicht geht. Am Ende bleiben aber die Ideen. In unserem Stück lautet der letzte Satz: «Unsere Ideen leben immer weiter.» So wird das auch bei Dimitri sein.

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