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Schwyzer Sammlung würdigt nationales Kulturgut

Grosse Anerkennung für das Maskenatelier Steiger und seine Sammlung. In einer dreiteiligen Dokumentation wird seine Sammlung von Maskenformen gewürdigt und umfassend dargestellt.
Josias Clavadetscher
Sammlung im Atelier Steiger mit teils über 150 Jahre alten Modellen von Masken. (Bild: Josias Clavadetscher)

Sammlung im Atelier Steiger mit teils über 150 Jahre alten Modellen von Masken. (Bild: Josias Clavadetscher)

An der Bahnhofstrasse in Steinen lagert ein volkskundlicher Schatz, von dem die meisten Passanten keine Ahnung haben. Im Maskenatelier von Verena Steiger findet sich im Erdgeschoss und in den Kellern eine Sammlung von 430 Maskenformen, die zur Herstellung von verschiedensten Maskentypen gedient haben und immer noch dienen.

Die ältesten dieser Formen gehen in die 1860er-Jahre zurück. Die ganze Sammlung ist ein einmaliges Kulturgut der schweizerischen und sogar europäischen Maskentradition. Nicht erstaunlich darum, dass selbst ganz alte Traditionsvereine hier in Steinen ihre Wurzeln suchen und auch finden können, wie kürzlich eine der grossen Basler Cliquen, die das Urmodell einer ehemaligen Maske wiederentdeckt hat.

Drei Bände würdigen das Maskenatelier

Diese Sammlung erfährt nun eine nationale Würdigung. Anfang Januar wird eine Trilogie veröffentlicht, die sich mit diesem Kulturgut eingehend befasst. Der erste Band dokumentiert diese Sammlung von Maskenformen. Der renommierte Basler Ethnologe Dominik Wunderlin stellt diese Sammlung sogar in einen europäischen Kontext und bezeichnet sie als «Kulturgut von nationaler Bedeutung», weil es die einzige Sammlung im Land sei, welche so viele Formen zur Herstellung von Stoff- und Wachsleinwandlarven vereine. Auch wird die Sammlung von Konservator Sven Düblin aus konservatorischen Gesichtspunkten beschrieben.

Im zweiten Band wird die Herstellung der Masken, das «Drücken», ausführlich geschildert und in einem Werkstattgespräch vertieft. Auch dies ist eine absolute Spezialität geworden: Die Herstellung von Wachsmasken ist zwar ein altes Handwerk, das europaweit aber nur noch von Verena Steiger professionell ausgeübt wird. Was auf Sardinien, in Oberitalien, Paris und Deutschland ehemals in riesigen Stückzahlen produziert worden ist, habe nur noch in Steinen überlebt, wird betont.

Schwyzer schrieben als Co-Autoren mit

Im dritten Band schliesslich erwachen die Masken sozusagen zum Leben. Darin wird geschildert, wo, wie und von welchen Figuren sie getragen werden. Im Mittelpunkt steht logischerweise die Fasnachtstradition der Rott, wie sie mit ihren Haupt- und Nebenfiguren in den Innerschwyzer Dörfern während der Fasnacht anzutreffen ist. Ausführlich wird das Tragen während der Fasnachtstage und das Verbrennen der Masken am Güdeldienstag geschildert.

Als Initiant und Herausgeber dieser Trilogie zeichnet Heiri Scherer, Zug. Er ist gelernter Grafiker, war Mitinhaber einer Werbeagentur, während vieler Jahre Art Director der Globus-Warenhäuser in Zürich und ist heute als freischaffender Buchgestalter tätig. Scherer hat öfter zu volkskundlichen Themen publiziert, so über den Zuger Stierenmarkt oder die Kultur- und Regionalgeschichte des Innerschweizer Mosts.

Mitgewirkt an der Trilogie haben diverse Co-Autoren. So Monika Schmid, Susan Steiger, Emil Annen, Verena Steiger, Alexandra Wey, Sven Düblin, Dominik Wunderlin, Monika Betschart, Hans Steinegger, Daniel Annen und Alexander Grab. Auch wird aus dem Werk von Schriftsteller Meinrad Inglin zitiert.

Die Buch-Trilogie «Die Wachsmasken von Schwyz» ist ab Mitte Januar im Buchhandel erhältlich.

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