Ausstellung in Luzern: Hier soll man vor lauter Bäumen den Wald sehen

Eine Fotoausstellung gewinnt dem Luzerner Bireggwald die verschiedensten Facetten ab. Von Idylle bis zu Zerstörung.

Susanne Holz
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Karyna Herrera stellt in Luzern aus.

Karyna Herrera stellt in Luzern aus.

Bild: Julia Süess

Wald ist Natur und zugleich Geheimnis. Ein Aufenthalt im Wald entspannt – und bringt die Fantasie in Schwung. Vom Wald inspirieren lassen hat sich auch die Kunstschaffende und Kulturpreisträgerin 2019 der Stadt Kriens, Karyna Herrera. Die 44-Jährige stellt derzeit in der Luzerner Galerie f5 am Franziskanerplatz aus. Ihre Fotoarbeiten in Schwarz-Weiss zeigen die Folgen des Klimawandels und auch die Spuren der letzten Stürme im Bireggwald in Luzern.

Bild: Julia Süess

Karyna Herrera erklärt, als Kontrast dazu aber ebenfalls die traumhafte und idyllische Seite des Waldes zeigen zu wollen. Die Künstlerin sagt zur aktuellen Ausstellung: «Meine hier gezeigten Fotografien sind Ergebnisse zahlreicher Waldgänge im Bireggwald.» Und weil der Bireggwald inmitten der Zivilisation liege und Tieren wie Menschen Schutz und Rückzugsmöglichkeiten biete, habe sie als Titel der Ausstellung «Biotop» passend gefunden.

Die Botschaften der hohen Bäume

Schönheit und Vielfalt des Waldes, Schutz für Tier und Mensch, Verletzlichkeit und Spuren der Zerstörung. Herrera beleuchtet mit ihren Arbeiten die verschiedensten Facetten des Waldes und entnimmt den hohen Bäumen Botschaften, die sie mit ihren Bildern weitergibt.

Stolze Bäume liegen manchmal auch am Boden.

Stolze Bäume liegen manchmal auch am Boden.

Bild: Julia Süess

Herrera studierte in Luzern an der Hochschule für Kunst und Design und erwarb an dieser den Master in Kunst in öffentlichen Räumen. Ein Schauspielstudium ergänzt ihre Laufbahn. «Kunst und Kultur sind für mich Lebensbegleiter. Ich arbeite in den Bereichen Performance, Fotografie, Video und Kunstrecherche.» Herrera betont, Raum und Zeit in ihren Arbeiten bewusst einzusetzen.

Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeit sei meist die persönliche Beobachtung und die Reflexion des sozialen und politischen Geschehens. «Gleichzeitig beschäftigen mich die Fragen nach der Vergänglichkeit und dem Fortbestehen der Dinge, nach der Natur und nach der Menschheit.» Dabei beobachte und untersuche sie aufmerksam ihre Umgebung und die Spuren derer Veränderung. «Auf diese Weise finde ich die Ideen und die Motive für meine Kunstwerke.»

Hinweis: Fotoausstellung «Biotop» von Karyna Herrera, noch bis zum 29. Februar in der Galerie f5 am Franziskanerplatz 5 in Luzern. Geöffnet Mo/Mi/Fr sowie am Wochenende von 15 bis 19.30 Uhr. www.karynaherrera.com