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Huber Verlag zieht weiter

Die Traditionsbuchreihe Reprinted by Huber ist erst von Frauenfeld nach Zürich gewandert und wechselt jetzt nochmals Verlag und Strasse.
Dieter Langhart
Hansrudolf Frey (Bild: Reto Martin)

Hansrudolf Frey (Bild: Reto Martin)

Gestern ist das Buch ausgeliefert worden. Auf dem Buchumschlag prangt wie eh und je das Logo «Reprinted by Huber», doch der Verlag dahinter ist neu. Seit 1987 existiert das Logo, seit Charles Linsmayer Band 1 mit Annemarie Schwarzenbachs Roman «Das glückliche Tal» herausgab. Der jüngste Band 35 widmet sich Lore Bergers Roman «Der barmherzige Hügel» – und der Herausgeber heisst nach wie vor Linsmayer. Hat sich gar nichts geändert?

Doch, sagt Hansrudolf Frey, der frühere Verlagsleiter bei ­Huber. 2011 wurde Huber an den Zürcher Verlag Orell Füssli verkauft – just, als Frey in Pension ging. Die Reihe verleihe dem Sachbuchverlag «nach aussen noch ein gewisses literarisches Profil», sagte Linsmayer in seiner Laudatio, als Frey der Kulturpreis des Kantons Thurgau 2012 verliehen wurde.

Grosse Schweizer Literatur wieder zugänglich machen

«Der Verlag Huber war immer ein Leuchtturm in der Schweizer Kulturlandschaft», sagte Literaturwissenschafter Peter von Matt in einem Interview ein Jahr darauf. «Charles Linsmayers Editionen und Biografien haben ihm ein zusätzliches Profil gegeben.» Charles Linsmayer hat weiter Band um Band der Reihe Reprinted by Huber herausgegeben, damit grosse Schweizer Autoren nicht vergessen gehen: Corinna Bille, Kurt Guggenheim, zuletzt Helen Meier und Paul Ilg.

Doch die Belletristik passte nie so recht zum Sachbuchverlag, Orell Füssli tat sich schwer mit seinem Imprint Huber. Und dann hatte Hansrudolf Frey eine Idee. Er suchte nach einer neuen Heimat für Huber. «Wir mussten handeln und Huber weiterführen», sagt er.

Der hervorragend vernetzte ­Büchermensch hat gute Kontakte zu Baeschlin in Glarus. Zu dem Buchhandel und mehreren Buchläden gehören auch zwei Verlage, darunter Th. Gut in Zürich. Und jetzt steht «Th. Gut» unter «Reprinted by Huber». Ein «wunderbares Gefäss» nennt Hansrudolf Frey den Verlag mit dem ausgesuchten Belletristikprogramm.

«Eine heitere Rückkehr nach Frauenfeld»

Blenden wir zurück – Frey hatte schon einmal eine neue Heimat für den Verlag Huber finden müssen. Zu Huber gehörten einst Verlag, Buchhandlung, Druckerei und die «Thurgauer Zeitung». Dann kam Tamedia und kaufte ein, wollte aber im Grunde nur die Zeitung. Frey war nach wie vor Leiter von Buchverlag und Buchhandlung. Als er erfuhr, dass sie zum Verkauf standen, besuchte er alle Interessenten und setzte sich für Orell Füssli ein. ­Tamedia war einverstanden.

«Orell Füssli war froh, dass sie Huber weiterreichen konnten», sagt Hansrudolf Frey. Die Rechte am Verlagsnamen gehören weiterhin Orell Füssli. Frey nennt es «eine heitere Rückkehr nach Frauenfeld. Frauenfeld? Der in Stein am Rhein lebende Frey hat da nach wie vor ein Büro. Er schwärmt bereits von Band 36, von Kurt Guggenheims mächtigem Roman «Alles in Allem». Der ab 1900 publizierte Roman wird im November als Spezialausgabe erscheinen, mit Holzschnitten von Hannes Binder.

Gestern ausgeliefert: Lore Bergers Roman «Der barmherzige Hügel». Die junge Baslerin schrieb in ihrem Tagebuch von ihrem durch nichts zu stillenden Todeswillen. Sie schickte das Manuskript an die Büchergilde, zwei Wochen bevor sie sich vom Wasserturm stürzte. «Ich schrieb Selbsterlebtes, ich litt noch einmal», schrieb sie im Begleitbrief. Erstmals wird ihr Tagebuch dem Roman beigegeben.

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