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Kunsthaus Zug: Neue Impulse für die «alte» Kunst

In der Sommerausstellung des Kunsthauses stellen sich zeitgenössische Künstler in den Dialog mit Werken der klassischen Moderne. Und ein Autor begibt sich fotografisch auf Reisen.
Monika Wegmann
Der ungarische Schriftsteller und Fotograf Péter Nádas erläutert seine Bilder. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 21. Juni 2018))

Der ungarische Schriftsteller und Fotograf Péter Nádas erläutert seine Bilder. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 21. Juni 2018))

Es ist nicht immer einfach, das Interesse des Publikums zu wecken. Das Kunsthaus Zug setzt in diesem Sommer auch moderne Medien ein, um die «Sammlung zur Sammlung» zu präsentieren. «Immer wieder hat das Kunsthaus zeitgenössische Künstler eingeladen, sich mit der Sammlung auseinanderzusetzen und neue Arbeiten im Dialog mit historischen Werken ihrer Wahl zu schaffen», sagte Direktor Mat­thias Haldemann am Donnerstag.

Seit 1998 haben sich Anna Margrit Annen, Heidulf Gern­gross, Bethan Huws, Michael Kienzer, Pavel Pepperstein, Christoph Rüttimann, Richard Tuttle, Till Velten und Heimo Zobernig mit dem Thema auseinandergesetzt und neue Perspektiven auf vermeintlich Vertrautes eröffnet.

Spezielles Modell der Sammlung

Über die Jahre sind spannende Arbeiten entstanden, die nun in der neuen Ausstellung zu sehen sind. So hat beispielsweise Bethan Huws zum blauen Glas des Wiener Architekten und Designers Josef Hoffmann eine Glas-Licht-Arbeit entwickelt. Christoph Rüttimann zeichnet mit einem Handlauf-Video den Weg vom Kunsthaus durch die Stadt zum Haus Kamm nach. Historische Werke von Josef Hoffmann, Friedrich Kiesler, Gustav Klimt, Pablo Picasso, Egon Schiele, Fritz Wotruba und anderen bekommen individuell interpretiert einen Gegenwartsbezug. Auf diese Art erneuere sich die eigene Sammlung quasi aus sich selbst, ist Haldemann überzeugt.

Daraus entstand als neues Modell – die Sammlung zur Sammlung. «Nicht nur die Kunstschaffenden reagieren auf die Werke, auch das Publikum wird in den Dialog einbezogen», sagt Haldemann und führt in den «Raum für die Besuchenden», der Einblick über die Vermittlungsprojekte gibt. In der «Stimmensammlung» sind Kommentare von Besuchern zu einzelnen Werken zu hören, die seit zehn Jahren gesammelt werden. «Hier stehen die Sehschule und Sprachschule im Dialog», sagt Sandra Winiger, Leiterin Kunstvermittlung. Passend zum Thema stellen Ilya und Emilia Kabakov erneut das Modell des geplanten öffentlichen Archivs unter dem Daheim-Park aus. Diesmal ergänzt mit einer Installation, in deren Nischen einzelne Schätze abwechselnd für Augenblicke in mystisches Licht gerückt werden. So soll die Aufmerksamkeit des Besuchers auf nur ein Exponat fokussiert werden.

Laut Haldemann wurde das Erweiterungsprojekt vor rund acht Jahren entwickelt, konnte aber noch nicht realisiert werden: «Jetzt wollen wir die alten Ideen prüfen und neue Möglichkeiten der Machbarkeit ausloten. Das Geld ist kein Problem, zwei private Mäzene haben Mittel zugesagt.»

Fotoarbeiten und Videos eines Autors

Den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung bilden die fotografischen Arbeiten von Péter Nádas, dem ungarischen Autor. Die rund 50 humorvollen und tiefsinnigen Bilder sowie drei Videoarbeiten werden laut Haldemann erstmals präsentiert und mit einer Auswahl älterer Fotos ergänzt. Den Werkblock habe er integral 2012 dem Kunsthaus geschenkt.

Licht und Schatten sowie unspektakuläre Details spielen bei den Schwarz-weiss-Arbeiten eine Rolle. Für die farbigen Arbeiten arrangiert Nádas im Garten effektvoll das «Grünzeug», oder er fotografiert den Himmel an verschiedenen Orten.

«Früher habe ich analog fotografiert und später auf Polaroid gewechselt», sagt er. Inzwischen experimentiert er digital. Eine Nahtoderfahrung vor einiger Zeit erlebte er als Zäsur: «Seither sind die Themen Zeit und Veränderung wichtig.» Péter Nádas ist mit der Natur stark verbunden. Wie sehr, zeigt das Video mit der Story vom kleinen Vogel Zinzin.

Die Ausstellung «Die Sammlung zur Sammlung – und Péter Nádas Autor auf Reisen» läuft bis 2. September im Kunsthaus Zug.

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