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«Ein unbekanntes Land wirft Fragen auf»

Die neue Ausstellung in der Propstei St. Peterszell wirft einen Blick auf Armenien, das kleine Binnenland im Kaukasus.
Dieter Langhart
Sebastian Stadler: Aus «Untitled», 2018, Hay Art, Jerewan.Bild: PD

Sebastian Stadler: Aus «Untitled», 2018, Hay Art, Jerewan.Bild: PD

Drei Künstler bestreiten die ­Ausstellung «Shifting Cascades» in der Propstei St. Peterszell: Patrick Cipriani, der letztes Jahr im Nextex St. Gallen zu sehen war, Till Martin und der in St. Gallen geborene Fotograf Sebastian Stadler, der 2017 seine letzte Einzelausstellung im Kunstzeughaus gezeigt hat. Sie ist gestern eröffnet worden und wird ergänzt durch armenische Bücher – denn es geht um Armenien, wo Sebastian Stadler sich vor zwei Jahren aufgehalten hat.

«Jedes unbekannte Land löst Fragen, aber auch gewisse Assoziationen aus», sagen die Künstler. Wo liegt es, wie verlief seine Geschichte, wie leben die Menschen? Anhand von Reiseberichten, Erfahrungen, Klischees und Exportgütern würden wir verallgemeinern und ein ganzes Land einordnen. Armenien werde stets entlang einer überschaubaren Menge an Bildern beschrieben.

Sebastian StadlerFotograf und Filmemacher

Sebastian Stadler
Fotograf und Filmemacher

Armenien ist ein kleines Binnenland im Kaukasus, das sich in einem fragilen und isolierten Zustand befindet, ist gezeichnet von Vorurteilen, Verfolgung und Genozid – auch wenn die Türkei ihn beharrlich leugnet. Zwei von drei Armeniern leben in der Diaspora. Wir kennen Armenien von Postkartenmotiven frühchristlichen Kulturerbes und folkloristisch ­gezeichneter Urtümlichkeit mit deutlichen Spuren der jahrzehntelangen sowjetischen Vorherrschaft.

Diese überlieferten, tradierten und vorgefertigten Bilder untersucht das Projekt «Shifting Cascades» aus der Ferne und in Armenien selbst mit einem neugierigen Blick. Lassen sich diese Bilder zerteilen und neu formulieren? Finden sich andere Bilder? Lassen sich aus der Beobachtung des Alltäglichen neue Zugänge finden? Der erste Teil des Projekts dauerte vom 28. April bis zum 5. Mai auf Einladung der Schweizer Botschaft in der armenischen Hauptstadt Jerewan, mitten in der samtenen Revolution.

Die Ausstellungsmacher zitieren die rumäniendeutsche Schriftstellerin Herta Müller: «Genaues Beobachten bedeutet Zerteilen.» Die fotografischen Dokumentationen der drei Künstler ergänzt eine eigens für die Ausstellung zusammengestellte Bibliothek. Von Brot, Stein und Europa ist da zu lesen, auch von Revolution und Reform.

Ausstellung

Propstei St. Peterszell, bis 15.9. Mi/Sa 14–17, So 10–17 Uhr,
Infos und Begleitprogramm auf ereignisse-propstei.ch

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