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NEUES ALBUM: Bob Dylan singt erneut Uralt-Klassiker

Als grösster Dichter der Rock- und Popmusik erhielt Bob Dylan den Nobelpreis für Literatur. Mit seinem neuen Album "Triplicate" denkt er allerdings nicht daran zu beweisen, was er als Songschreiber noch drauf hat
Bob Dylan während eines Konzerts im Jahr 2012 in Los Angeles. Ob Dylan den Literaturnobelpreis in Stockholm nachträglich abholt ist unklar. (Bild: Keystone/Chris Pizello)

Bob Dylan während eines Konzerts im Jahr 2012 in Los Angeles. Ob Dylan den Literaturnobelpreis in Stockholm nachträglich abholt ist unklar. (Bild: Keystone/Chris Pizello)

Ein Bob Dylan macht halt, was er will. Wenn das Nobelkomitee ruft, heisst es noch lange nicht, dass er sich den Preis für seine phänomenale Pop-Poesie selbst abholt.

So schickte er im Dezember Patti Smith zur Stockholmer Feierstunde, wo die Rockpoetin in einer berührenden Performance seinen Jahrhundertsong "A Hard Rain's A-Gonna Fall" vortrug. Er selbst hatte "andere Verpflichtungen". Auch Langzeitfans zeigten wenig Verständnis für die Eskapaden des ersten Literatur-Nobelpreisträgers aus der Rockmusik.

Kein Konzert in der Schweiz

Im April taucht der grösste Songwriter seiner Generation nun doch noch in Schwedens Hauptstadt auf - zu zwei Konzerten im Stockholm Waterfront. Dylan hat dann auch das erste Dreifach-Studioalbum seiner Karriere im Gepäck - 30 Lieder in gut 90 Minuten. Die Tour führt ihn in etliche Länder, die Schweiz ist nicht dabei.

Wer nach dem Lebenswerk-Triumph eine neue Leistungsexplosion erhofft hatte, muss sich noch gedulden. Und wohl auch darauf hoffen, dass "Triplicate" nicht Indiz für eine ernsthafte Schreibblockade des eigentlich so unermüdlichen Genies ist.

Späten Meisterwerken mit eigenen Texten wie "Time Out Of Mind" (1997), "Modern Times" (2006) oder "Tempest" (2012) fügt die üppige, in ein Weinrotmetallic-Cover gehüllte neue Songsammlung jedenfalls nichts Neues hinzu.

Sie knüpft stattdessen bei "Shadows in The Night" (2015) und "Fallen Angels" (2016) an. Beide Alben bestanden komplett aus Fremdmaterial - genau genommen aus Lieblingsliedern Dylans, die einst zum grossen Teil sein Idol Frank Sinatra gesungen hatte.

Über 125 Millionen Platten verkauft

Wieder bemüht sich der 75-Jährige nun auf "Triplicate", dem Great American Songbook "Gerechtigkeit widerfahren zu lassen", wie er selbst sagt. Seine Näselstimme passt eigentlich nicht zu den mit Tour-Band und Bläsern aufgenommenen Standards und Balladen wie "September Of My Years", "Stormy Weather", "As Time Goes By" (der "Casablanca"-Tränenzieher) oder "Sentimental Journey".

Mehr als 125 Millionen Platten hat der Mann aus Duluth/Minnesota im Laufe einer 55-jährigen Karriere nach offiziellen Angaben verkauft. Auch die zwiespältigen Sinatra-Adaptionen waren weltweite Hits mit Top-Platzierungen in den Charts und Grammy-Nominierungen.

Dylan hatte also keinen Grund, seiner Leidenschaft für das klassische amerikanische Liedgut rasch abzuschwören. Dem "Picasso des Songs" (so nannte ihn der kaum weniger begabte Pop-Poet Leonard Cohen) ist indes auch noch ein kühnes Alterswerk zuzutrauen, das eines Nobelpreisträgers der Literatur würdig ist.

sda/dpa

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