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NEUES ALBUM: Broken Social Scene – Bei Bedarf lautstark

Das Musikerkollektiv Broken Social Scene bietet seit 17 Jahren kanadischen Musikern Familienanschluss. Nun ist endlich mal wieder ein Album daraus geworden.
Michael Gasser
Wie viele Musiker beim Kollektiv mitmachen, entscheidet sich von Konzert zu Konzert, von Album zu Album. (Bild: PD)

Wie viele Musiker beim Kollektiv mitmachen, entscheidet sich von Konzert zu Konzert, von Album zu Album. (Bild: PD)

Michael Gasser

1999 besiegeln die beiden kanadischen Musiker Kevin Drew und Brendan Canning ihre Freundschaft, in dem sie Broken Social Scene gründen. Doch zu zweit bleiben sie nicht lange. Bereits für ihr Début «Feel Good Lost» (2001), das Dream Pop mit Indie-Rock und dichten Harmonien kombiniert, laden sie Landsleute wie die Violinistin Jessica Moss nicht bloss zu sich ins Studio, sondern auch zur weiteren Teilnahme am Projekt ein. Bereits im Folgejahr umfasst das Kollektiv bereits elf Musiker. Unter ihnen auch Leslie Feist, die 2007 mit ihrer ebenso überschwänglichen wie eingängigen Single «1234» einen weltweiten Solohit landen sollte.

Nach vier Alben entscheiden sich Broken Social Scene für eine Auszeit. Nicht zuletzt deshalb, weil es sich als zunehmend schwierig erweist, die mit ihren eigenen Projekten erfolgreichen Mitglieder für eine gemeinsame Tour oder gar ein neues Studiowerk zu gewinnen.

Alles wird gut, das war einmal

Das Kollektiv, für das sich bis dato schon mehr als 25 Künstlerinnen und Künstler engagiert haben, zeichnet sich durch Musik aus, die alles andere als sparsam sein will. Dem Material haftet stets etwas Barockes und Episches an. Broken Social Scene, die sich als verschworene Einheit sehen, war es noch nie genug, bloss ihre Kompositionen zu vertonen und diese dann live zu inszenieren. Die Band ist politisch bewegt und macht aus ihren Ansichten keinen Hehl. Dennoch zeichnete sich die Band nicht zuletzt durch ihre optimistische Haltung aus, die zu besagen schien: Alles wird gut. Mittlerweile scheinen sich Broken Social Scene dessen nicht mehr so sicher zu sein. Eine Skepsis, die entscheidend mit dazu beitrug, dass sich Drew, Canning, Feist und Co. aktuell zurückmelden. «Als Band hast du nicht viele Möglichkeiten, etwas zu verändern. Aber die, die du hast, solltest du nutzen», erklärte Kevin Drew letzten Monat gegenüber dem deutschen Musikmagazin «Intro». Broken Social Scene stehen zu ihrer Befürchtung, die Gesellschaft falle mehr und mehr auseinander. Das wird auf «Hug of Thunder» deutlich.

Gleichwohl vermeidet es die Band, mit Parolen oder Besserwissereien auf sich aufmerksam zu machen. Stattdessen zeigt man Haltung. Eine, die besagt: Wir müssen zusammenstehen. Das mag naiv klingen, ist aber aufrichtig gemeint und mutet vor allem wie ein Gelöbnis an. Dies verdeutlicht das von Feist zart intonierte Titelstück, das von Melancholie durchdrungen ist und darauf beharrt, dass sich die Menschen bei Bedarf lautstark und donnernd zu Wort melden sollen.

Hinweis

Broken Social Scene: «Hug of Thunder» (City Slang/Irascible)

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