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NEUES ALBUM: Country-Ikone Dolly Parton klingt auch mit 70 noch jung

Keine Spur von Altersmüdigkeit: Dolly Parton zeigt auf ihrem neuen Album «Pure&Simple», dass sie immer noch die Königin der Country-Musik ist.
Gunther Matejka, dpa
«Unsere Welt wird immer schneller, lauter und komplizierter. Damit wächst die Sehnsucht nach einem simplen Gegenpol», sagt Dolly Parton. (Bild: Keystone)

«Unsere Welt wird immer schneller, lauter und komplizierter. Damit wächst die Sehnsucht nach einem simplen Gegenpol», sagt Dolly Parton. (Bild: Keystone)

Gunther Matejka, dpa

«Rein und einfach» nennt die amerikanische Country-Ikone Dolly Parton ihr neues Doppelalbum. Ausgerechnet, ist die 70-jährige Künstlerin doch in ärmlichen Verhältnissen in den Smoky Mountains von Tennessee aufgewachsen und für ihre zahlreichen Schönheitsoperationen fast genau so berühmt wie für ihre vielen Hits.

Doch Dolly Parton sitzt der Schalk im Nacken. Seit jeher geht sie offensiv mit ihren Brust- und Lippen-OPs um, legendär ist ihr Zitat, dass es sie eine schöne Stange Geld gekostet habe, «so billig auszusehen».

Auf dem Cover ihres neuen Werks posiert sie nun also artig vor einem kleinen Bach, ganz in Weiss gekleidet, eine Akustikgitarre im Arm. Auf der Cover-Rückseite lächelt sie mit einem makellos faltenfreien Gesicht. Alterslos – wie ihre Musik, was ihr jüngstes Werk unterstreicht.

Tiefenentspannung a la Parton

Auf der ersten CD des Doppelalbums präsentiert die achtfache Grammy-Gewinnerin zehn Titel plus zwei Bonustracks. Alle Songs stammen aus ihrer Feder, die meisten hat sie in diesem Jahr geschrieben. Dabei gelingt ihr das Kunststück, einerseits typisch eingängige Dolly-Parton-Musik zu machen – und gleichzeitig modern und zeitgemäss zu klingen.

Schon der Titelsong verströmt im gemütlichen Rhythmus ein tiefenentspanntes Country-Gefühl, wie es wohl nur die kleine Frau aus Tennessee hinbekommt. Dass sie nichts von ihrem glücklichen Händchen für eingängige Melodien eingebüsst hat, belegen das wunderbare, im Country-Pop angelegte «Never Not Love You», die emotionale Country-Gospel-Ballade «Can’t Be That Wrong» und das mit sensiblen Streichern ausgestattete Kammerstück «For­ever Love».

Mit «Say Forever You’ll Be Mine» und «Tomorrow Is Forever» hat sie zwei Titel aus den Frühtagen ihrer Karriere neu vertont – zwei Songs, die sie einst im Duett mit ihrem frühen Förderer und Kollegen Porter Waggoner aufnahm.

Man könnte meinen, dass auch ihre Stimmbänder ein regelmässiges Lifting abbekommen. Parton klingt immer noch jung, frisch und voller Elan. Nur beim Bonustrack «Mama» glaubt man, eine nicht mehr ganz junge Frau zu hören.

Gegenpol zur Schnelllebigkeit

Dass sich traditionelle Musikformen wie Country und Bluegrass gerade wieder steigender Beliebtheit erfreuen, kommt für Dolly Parton nicht überraschend, wie sie im Interview betonte: «Die Leute mögen diese Einfachheit, diese Reinheit von dieser Musikrichtung.» Sie sei bodenständig, komme mit akustischen Instrumenten aus. Man könne bei dieser Musik runterkommen und sich prima entspannen. «Vielleicht ist es ja so: Unsere Welt wird immer schneller, lauter und komplizierter. Damit wächst die Sehnsucht nach einem simplen, bodenständigen Gegenpol.»

Die zweite CD des Tonträger-Doppelpacks, programmatisch mit «The Hits» überschrieben, bietet zehn Titel, die grösstenteils in den 70er-Jahren die Charts stürmten: die unverwüstlichen Stimmungskanonen «Jolene» und «9 to 5», das von den Bee Gees komponierte und gemeinsam mit Kenny Rogers geschmachtete «Islands In The Storm» und – als musikalische Kuriosität – die auf Bluegrass getrimmte Coverversion des Beatles-Klassikers «Help».

Die Jahrhundert-Ballade «I Will Always Love You», mit der Whitney Houston 1992 Musikgeschichte schrieb, beendet den Hit-Reigen. Ein Fingerzeig: Denn auch dieser Meilenstein der Musikgeschichte stammt – wie weitere rund 5000 Songs – aus der Feder der 1,52 Meter grossen Musik-Gigantin aus Tennessee.

Dolly Parton: Pure&Simple» (RCA/Sony)

Bewertung: 3 von 5 Sternen

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