Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NEUES ALBUM: Die Gorillaz-Saga geht weiter

Vier Jungs bilden seit fast zwanzig Jahren eine Band – und werden nie älter. Denn sie sind ein Kunstprodukt aus schrägen Cartoons und Pop. Jetzt gibt es neue Gorillaz-Songs.
Geniale Idee: Die virtuellen Musiker von Gorillaz schlugen 1998 weltweit ein. (Bild: PD)

Geniale Idee: Die virtuellen Musiker von Gorillaz schlugen 1998 weltweit ein. (Bild: PD)

Es war eine geniale Idee, die 1998 zur Mega-Band Gorillaz führte. Britpop-Sänger Damon Albarn (Blur) und Comic-Zeichner Jamie Hewlett («Tank Girl») dachten sich vier schrille Typen aus, schrieben ihnen intelligente Storys und gewitzte Musik auf den virtuellen Leib – und fertig war eine der erfolgreichsten Popgruppen. Sogar echte Live-Auftritte des fiktiven Quartetts wurden weltweit zum Triumph.

Nach vier millionenfach verkauften Gorillaz-Alben kehren die animierten Figuren 2D (Gesang, Keyboards), Murdoc Niccals (Bass), Noodle (Gitarre) und Russel Hobbs (Schlagzeug) nun mit «Humanz» zurück – einigermassen unerwartet. Denn auch viele Fans hatten befürchtet, dass der Gag um die Cartoon-Musiker nach dem kreativen Highlight «Plastic Beach» (2010) und dem schon schwächeren «The Fall» ausgereizt sein könnte.

Politisches Engagement kommt wenig zum Ausdruck

Es erstaunt, wenn Damon Albarn nun ausgerechnet ein Pop-Fantasieprodukt wie das neue Gorillaz-Werk mit Politik in Verbindung bringt und über die düstere Ära von Donald Trump philosophiert: «Es wäre schön, wenn sich Pop als verantwortungsbewusste Kunstform neu erfinden könnte.» In den 20 neuen Tracks – davon sechs kurze Intro- und Zwischenschnipsel – muss man aber dezidiert politische Inhalte mit der Lupe suchen. Nur das vom britischen Neo-Soul-Sänger Benjamin Clementine und einem Gospelchor getragene «Hallelujah Money» erfüllt diesen Anspruch.

Illustre Gaststars – sogar inklusive Noel Gallagher

Ansonsten sollte man sich zu den meisten «Humanz»-Stücken den Frust über die Weltlage von der Seele tanzen. Denn in die Beine gehen auch die meisten der neuen Gorillaz-Songs, in denen Albarn zumindest als Sänger wie schon so oft anderen Künstlern das Rampenlicht überlässt.

Diesmal sind Grace Jones als Disco-Diva der 80er-Jahre, die grosse US-Sängerin Mavis Staples, die Rapper Danny Brown, Pusha T und De La Soul sowie Peven Everett und Anthony Hamilton zu hören. Also jede Menge Gäste aus der schwarzen Musik, die den bewährten Gorillaz-Stilmix aus Pop, Hip-Hop, Reggae, Dub und Elektro verzieren.

Neu ist das alles natürlich nicht – auch auf anderen Alben von Albarns Zweitprojekt war die Promi-Dichte schon hoch und der Sound sehr auf den Dancefloor ausgerichtet. Nicht jeder Track der neuen Platte zündet, aber es sind immer noch erstaunlich viele potenzielle Hits dabei: das groovende «Strobelite», der ebenso unwiderstehliche Track «Andromeda», die prächtige Ambient-Ballade «Busted And Blue» oder die beatgetriebene Hymne «We Got The Power».

Auf der darf am Schluss sogar Albarns einstiger Erzrivale, ­Oasis-Gitarrist Noel Gallagher, mitmachen. Die alten Kontroversen gehörten der Vergangenheit an, sagt der Blur-Frontmann jetzt versöhnlich. Da haben die Gorillaz also auch mit einem lediglich soliden neuen Album etwas Gutes erreicht – einen offiziellen Friedensschluss zwischen den beiden grössten Britpop-Streithähnen der 90er-Jahre.

Werner Herpell (DPA)

kultur@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.