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NEUES ALBUM: Leona Lewis: Nur gestottert, nicht gestoppt

Leona Lewis war ganz oben, dann plötzlich weg. Jetzt kämpft sie sich zurück – eine Trennung tut ihr dabei hörbar gut.
«So viel Eigenverantwortung und Kontrolle über meine Karriere wie jetzt hatte ich noch nie», sagt Leona Lewis (30) selbstbewusst. (Bild: PD/Universal)

«So viel Eigenverantwortung und Kontrolle über meine Karriere wie jetzt hatte ich noch nie», sagt Leona Lewis (30) selbstbewusst. (Bild: PD/Universal)

Steffen Rüth

Leona Lewis (30) überlegt bei unserem Treffen im Büro ihrer Plattenfirma kurz, ob man das jetzt schon Neustart oder gar Comeback titulieren kann, was für sie mit dem fünften Album «I Am» auf dem Programm steht, dann verneint sie die Frage. «Das neue Album markiert für mich eher eine neue Orientierung und definitiv neuen Schwung, neue Lust. Aber keinen neuen Start. Dazu hätte ich ja erst richtig stoppen müssen, und das habe ich nicht.»

Ins Stottern geraten geriet er allerdings schon, der langjährige verlässliche Hitmotor der gebürtigen Londonerin, die gelegentlich daheim bei den Eltern im Stadtteil Islington, meist aber auf ihrer Ranch ausserhalb von Los Angeles zu Hause und seit vier Jahren mit dem deutschen Tänzer Dennis Jauch liiert ist.

Explosiver Start

So gut wie am Anfang lief es nämlich zuletzt längst nicht mehr. Was auch schwer ist, denn Leona Lewis Karrierestart war explosiv. Die Absolventin der Sylvia Young Stage School sowie der Brit School for Performing Arts and Technology (Lewis war schon immer leidenschaftliche Sängerin, und die Eltern sparten sich ihre Ausbildung vom Munde ab) gewann 2006 die dritte Staffel von «The X Factor UK» und wurde neben Kelly Clarkson die erfolgreichste Castingshow-Kandidaten aller Zeiten. Ihre Single «Bleeding Love» war 2008 weltweit die meistverkaufte, das Debüt- album «Spirit» holte in Grossbritannien Zehnfachplatin, die anfangs auf Balladen spezialisierte Lewis war die neue Whitney, die neue Mariah, die neue Celine.

Doch als die Verkaufszahlen des dritten, etwas moderner produzierten Albums «Glassheart» enttäuschten und auch ein Weihnachtsalbum kein Welterfolg wurde, kam es zum Krach zwischen Lewis und ihrem X-Factor-Mentor und Labelchef Simon Cowell, dem englischen Dieter Bohlen. «Ich sollte ein Cover-Album machen mit Motown-Songs», so Lewis, «aber daran hatte ich kein Interesse. Ich wollte neue, eigene Lieder veröffentlichen.»

Es folgt ein unschöner Bruch, Lewis schreibt 2014 einen offenen Brief, in dem sie sogar von Depressionen spricht (was sie heute zurücknimmt und lieber sagt, sie sei «frustriert und enttäuscht» gewesen). Schnell findet sie jedoch ein neues Label und nach ausgiebigen selbsttherapeutischen Ausritten auf ihren zwei Pferden auch neuen Mut. «Natürlich stehe ich unter Beobachtung und habe eine Menge zu beweisen mit diesem Album», sagt sie. «Aber der Druck macht mich im Moment nur stärker.»

Und so ist «I Am» ein Trennungsalbum geworden, auch wenn es nicht um die Entzweiung vom Liebespartner, sondern vom langjährigen engsten Geschäftspartner geht. In «Fire under my Feet», der wilden, 60ies-souligen ersten Single, feiert Lewis ihre frische Unabhängigkeit, ihre Emanzipation vom Übervater. «So viel Eigenverantwortung und Kontrolle über meine Karriere wie jetzt hatte ich noch nie», sagt sie. «Und es fühlt sich richtig an.»

Zurück zur Spitze

Bis in die perfekten Haarspitzen motiviert klingt dann auch «I Am». Die Stimme ist topfit, Lewis geizt nicht mit emotionalen Balladen («You knew me when»), mit selbstbewusstem Pop («Thunder») und auch nicht mit einer temporeichen Party-House-Hymne («Another Love Song»). Das überwiegend in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Toby Gad entstandene Album sollte es Leona Lewis leicht machen, an den Platz zurückzukehren, der ihr gebührt: die Spitze.

Leona Lewis: I Am (Universal)
Bewertung: 3 von 5 Sternen

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