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NEUES ALBUM: Queens Of The Stone Age: Bluesrock für gute Laune

Sie sind die vielleicht rockigste Rockband der Welt. Nun entdecken Queens Of The Stone Age auf ihrem neuen Album «Villains» die Lust am Tanzen.
Steffen Rüth
Hat seine Gefühle und die Selbstironie entdeckt: Frontmann Josh Homme. (Bild: Marc Metcalfe/Getty)

Hat seine Gefühle und die Selbstironie entdeckt: Frontmann Josh Homme. (Bild: Marc Metcalfe/Getty)

Steffen Rüth

Es gibt dieses grandiose Video zum Song «The Way You Used To». Darin zu sehen: Josh Homme, tanzend. So viel Selbstironie und Bewegungstalent hätte man dem eher ernst wirkenden Frontmann der Queens Of The Stone Age nicht zugetraut. Anderseits ist es auch schwierig, zu dem eingängigen Groove und der geballten, nach vorne treibenden Rockkraft des Lieds ruhig zu bleiben. «‹The Way You Used To› war der Ausgangs- und Startpunkt für das neue Album», berichtet Michael Shuman seit zehn Jahren Bassist der von Josh Homme gegründeten Band. «Dieser knackige Beat, die punktgenauen Gitarrenriffs und der alles einsaugende Sound, das war genau das, wonach wir für diese Platte gesucht hatten. Wir konnten selbst nicht aufhören zu grinsen, als wir diesen Song einspielten.»

Eine Band, eher im düster-kunstvollen Genre verortet

Nun ist «Villains» (Schurken) ein Titel, der nicht zwingend ein gutgelauntes Tanzrockalbum vermuten lässt, schon gar nicht von dieser Band, die man tendenziell in der düster-kunstvoll-unironischen Ecke verortet. Ist aber so. Ihr siebtes Studioalbum fordert zum Feiern auf. Die neun, fast durchweg um die fünf Minuten langen Songs, stecken voller Blues, Tempo und Kraft. Der Unterschied zum brummig-brodelnden Vorgänger «... Like Clockwork» ist markant, Shuman selbst fühlt sich am ehesten an das Queens-Album «Songs For The Deaf» (2002) erinnert. Unüberhörbar die Einflüsse aus den Siebzigern: David Bowie, T-Rex, Elvis Costello, Kraftwerk, Iggy Pop. Michael Shuman: «Wir spürten früh, dass wir mit dieser Platte Spass haben würden. Sie ist leichter, heller und aufbauender als vieles, was wir sonst gemacht haben.»

Josh Homme war nicht anwesend, als im November 2015 ein Konzert seiner zweiten Band ­Eagles Of Death Metal im Pariser Bataclan zum Schauplatz eines Terroranschlags wurde, aber das Ereignis «veränderte meine Einstellung zum Leben», wie er dem Magazin «Rolling Stone» anvertraute. «Ich lebe seitdem unmittelbarer, mehr im Jetzt.» Die berührende Ballade «Fortress», ist der wohl unmittelbarste Bezug auf das traumatische Geschehen. «Ich habe Josh noch nie so ex­trem verletzlich erlebt wie in diesem Lied», sagt sein Kollege Shuman. «Er öffnet sich wirklich total.»

Statt über Trump, Nordkorea und das eventuelle Ende der Zivilisation dreht sich auf «Villains» alles um die Keimzelle des persönlichen Seins: um Liebe, Familie, Freunde. Shuman: «In Zeiten, in denen sich die Leute schwertun, mit der Realität zu leben, ermöglichen wir ihnen eine Art Flucht. Wir stehen dieses Mal auf der guten, positiven Seiten des Lebens.» Ein Statement, das so ähnlich von einer Schlagersängerin kommen könnte.

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