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NEUES ALBUM: Sportfreunde Stiller – das Gute ist stark

In Zeiten von Terrorpanik, Angst und Hass tun die Sportfreunde Stiller das, was sie am besten können: mit guter Musik Optimismus verbreiten und das Leben feiern.
Britta Schultejans, dpa
«Es gibt keinen Anlass, vor irgendetwas zu kapitulieren», sagen die Sportfreunde Stiller, die ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern können.Bild: Nina Stiller/Universal

«Es gibt keinen Anlass, vor irgendetwas zu kapitulieren», sagen die Sportfreunde Stiller, die ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern können.Bild: Nina Stiller/Universal

«Raus in den Rausch» heisst der erste von zwölf Titeln. Er ist eine Absage an das Hadern und Verzagen. Weiter geht es mit «Viel zu schön», einem Song, der das Grundthema des Albums wohl am besten auf den Punkt bringt: «Ob all die, die auf Menschen scheissen und mit den Gewalten durchs Leben ziehen, am Ende verlieren?», heisst es darin. Und die Antwort: «Ich glaube es schon. Denn ich finde den Gedanken viel zu schön, um ohne ihn weiter zu geh’n.»

«Es gibt keinen Anlass für Zynismus und Frustration», sagt Sportis-Bassist Rüdiger Linhof. «Es gibt keinen Anlass, vor irgendetwas zu kapitulieren. Natürlich gibt es auch Scheisse, aber das Gute ist ganz schön stark.»

Und so geht es der Band auch in ihrem siebten Studioalbum darum, das Leben zu feiern. «Das Leben ist nicht nur ein Fest, es ist ein Festival», heisst es in dem Lied «Keith & Lemmy», das zwei grossen Vorbildern gewidmet ist. «Wir alle seh’n wie Keith Richards aus irgendwann, wir alle geh’n wie Lemmy raus, irgendwann.» Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister starb im Dezember 2015 an Krebs.

«Viele Musiker, die uns geprägt haben, gibt es nicht mehr, weil sie gestorben sind, wie Adam Yauch von den Beastie Boys, die ja auch auf dem Album vorkommen», sagt Drummer Florian Weber. «Das hat mir schon einen Stich versetzt. Andere haben sich aufgelöst. Und fehlen auch.»

«Das Geschenk», die erste Single-Auskopplung der Sportfreunde, ist das fünfte Lied auf der Platte und erinnert zwar nicht musikalisch, aber thematisch und textlich an ihr fast 15 Jahre altes, wunderbares «Kompliment». Ja, so lange gibt es sie schon, diese Band, die immer noch so unglaublich jung wirkt. Fühlt es sich doch beinahe wie gestern an, als die drei mit ihrer Fussball-Hymne «54, 74, 90, 2006» den Soundtrack zum Sommermärchen in die Welt hinaus sangen.

Doch sie feiern Bühnenjubiläum in diesem Jahr; 20-jähriges Bestehen. Das ist fast Silberhochzeit. Und ähnlich wie in langen Ehen hat es auch bei den drei Musikern Höhen und Tiefen gegeben, wie sie sagen.

Perfektion ist nicht alles

«Es gibt natürlich schon zähe Momente und Phasen, in denen es nicht leicht ist und ich mich frage, wo es hingehen soll», sagt Sänger und Gitarrist Peter Brugger – und Bandkollege Linhof stimmt ihm zu: «Es war schon so, dass man zeitweise nicht wirklich wusste, wie es weitergeht», sagt er. «Aber im Nachhinein bereichert es uns schon, dass wir durch solche Zeiten durchgegangen sind. Es sind immerhin 20 Jahre, und die können nun mal nicht gleichförmig verlaufen.»

Für Perfektion habe die Band nie gestanden, sagt Weber. «Ob ein, zwei oder zehn Fehler passieren, ist nicht entscheidend, sondern es war uns immer wichtig, dass die Energie, die Atmosphäre und die Stimmung passen, dass eine Umarmung entsteht zwischen Band und Publikum.» Wie Medizin sei das neue Album, wirbt die Plattenfirma nicht zu Unrecht – «süsse Medizin».

Britta Schultejans, DPA
kultur@luzernerzeitung.ch

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