Four Forest Strings: Neues Orchester zeigt viel Potenzial

Alle Plätze sind besetzt am Freitagabend im Neubad Luzern. Man wartet auf das Streichorchester Four Forest Strings. Es wurde letzten Sommer von Felix Schüeli gegründet und tritt erstmals auf.

Gerda Neunhoeffer
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Konzertmeisterin Alexandra Bissig trat auch solistisch brillant in Szene.

Konzertmeisterin Alexandra Bissig trat auch solistisch brillant in Szene.

Bild: PD

Die 15 Musikerinnen und Musiker im Alter von 16 bis 26 Jahren aus der Innerschweiz zeigen im Programm «Glanzlichter für Streichorchester» erstaunliche Reife. Sie musizieren, bis auf die Celli, im Stehen und fesseln durch höchst akkurates Zusammenspiel. Klar und agil ist der Klang, blitzsauber die Intonation. Da ist zu hören, was sie sich vorgenommen haben: «Unter der Leitung von Felix Schüeli und Konzertmeisterin Alexandra Bissig präsentieren wir originale und originelle Musik auf höchstmöglichem Niveau.»

Melancholische Schwermut gegen tänzerischen Drive

In «Andante Festivo» von Jean Sibelius lassen sie helle Farben über dunklem Grund leuchten, in zwei Stücken von Edvard Grieg setzen sie melancholische Schwermut gegen tänzerischen Drive. Magisch ist das Largo in «Palladio» von Karl Jenkins. Alexandra Bissig spielt die Violine ergreifend, das Orchester setzt die Begleitakkorde hauchleise.

Die Ecksätze sprühen vor elektrisierender Leichtigkeit; sie geben genau den Spannungsbogen zwischen Renaissance und Jazz wieder, den der Komponist beabsichtigt. «Fratres» von Arvo Pärt gelingt eindringlich, mystisch, weltfern. Die «Capriol-Suite» von Peter Warlock mit ihren sechs Sätzen, die von Tänzen aus dem 16. Jahrhundert inspiriert sind, wird variabel gestaltet. Feines Pizziccato, das wie Gitarrenspiel klingt, überzeugt ebenso wie sattes Tutti, aus dem jeder auch solistisch spielen kann. Da ist viel Potenzial.