Musik
Neues vom Luzerner «One-Man-Orchester» P for Pepsine

Das neue Album von Markus Burri alias «Pepsine» ist poppiger und eingängiger. Sein Motto: Do it yourself.

Regina Grüter
Merken
Drucken
Teilen
P for Pepsine: der Luzerner Markus Burri.

P for Pepsine: der Luzerner Markus Burri.

Bild: Rob Nienburg/PD

Der Luzerner Markus Burri macht Musik im Alleingang. Man kennt ihn als Sänger und Gitarrist der Indie-Rockband Portobello; und eben auch unter dem Künstlernamen «Pepsine». Er selber bezeichnet sich als «One-Man-Orchester».

Nach einem Album und einer EP erscheint am 16. April die neue Platte von P for Pepsine, «Thoughts Collide With Stars». Zum Konzept sagt der Musiker:

«Warmer, melancholischer, aber dennoch facettenreicher Pop ohne grosse Umwege.»

Damit will er einen Kontrast setzen zu «Sunsets EP» von 2015: «etwas mehr Pop und eingängigere Melodien».

Burri machte fast ­ fünf Jahre Pause

«Digging», die letzte von drei im 2020 erschienenen Singles, erinnert ein bisschen an «Personal Jesus» der Synthiepop- und Electro-Wave-Band Depeche Mode. Akustik-Indie-Gitarren und elektronische Beats. Ganz anders der Gesang. Mit gedehnter, etwas nasaler Stimme gräbt Pepsine sein eigenes Loch («I’m digging my own hole»). Ein sehnsüchtiger Song über eine Trennung, die Unvereinbarkeit vom eigenen Ich mit dem Du («I’m here / and you are there»). Was bleibt? Einfach weitergraben.

Ebenso sehnsüchtig ist «Lights of San Remo», aber auch hoffnungsvoll und eigentlich ein klassischer Singer-Songwriter-Song, wäre da nicht der Down­beat, der immer mehr Raum einnimmt. Straightforward schliesslich «Open Water», die erste Single nach einer fast fünfjährigen musikalischen Pause.

Markus Burris spezielle Stimme – man mag sie, oder man mag sie nicht – drückt den Tracks den eigenen Stempel auf. Die Instrumentals – ein Intro und zwei Intermezzi –, bei denen die Gitarre im Vordergrund steht, sollen «die Songs durch einen unsichtbaren Faden miteinander verbinden und zusammenhalten», so Burri, der auch die ganze Promotion selber erledigt. «Sadness Makes Me Happy», «U C Me» und, zum Schluss, der Titelsong komplettieren das Album. Alle haben einen Britpop-Touch – man assoziiert Bands wie Oasis, Coldplay oder sogar die Beatles –, kombiniert mit Synthesizer-Klangflächen.

Bei Pepsines Debüt «Plans to leave for good» (2009) übernahm noch das damalige Luzerner Label Goldon Records die Promo. Heute zeichnet Pepsine nicht nur für die Musik, sondern auch fast alle weiteren Prozesse allein verantwortlich. So kann die Platte auf die eine oder den anderen vielleicht etwas überproduziert wirken. Einzig die Abmischung (Philippe Laffer, Basel) und das Mastering (Oli Bösch, Bern) hat Markus Burri abgegeben. Der Alleingang verdient Respekt, und das abwechslungsreiche Album ist durchaus hörenswert.

P for Pepsine: «Thoughts Collide With Stars», ab 16. April auf allen Streaming-Portalen.