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NEW YORK: «Crescendo der Pracht» wird 50-jährig

Die Metropolitan Opera gibt es schon seit 1880. Aber erst mit dem Umzug in das elegante Gebäude am Lincoln Center vor genau 50 Jahren wurde die «Met» zu einem der weltweit führenden Opernhäuser.
Christina Horsten, dpa
Bei Tag oder bei Nacht eine Augenweide – die Metropolitan Opera in New York. (Bild: Keystone (27. März 2010))

Bei Tag oder bei Nacht eine Augenweide – die Metropolitan Opera in New York. (Bild: Keystone (27. März 2010))

Christina Horsten, dpa

Eigentlich begann alles mit der «West Side Story», der echten «West Side Story». In den 1940er- und 1950er-Jahren bekämpften sich an der Westseite Manhattans die Gangs: Afroamerikaner gegen italienische Einwanderer gegen irische Einwanderer und andersherum. San Juan Hill hiess das Viertel, ein Dorn im Auge des in New York wegen seiner Vorliebe für brachiale Betonklötze und Autobahnen ebenso berühmt-berüchtigten damaligen Chef-Stadtplaners Robert Moses.

Als ihn mehrere kulturelle Institutionen um Platz für neue Gebäude baten, sah er die Chance gekommen und liess das Viertel abreissen. Zuvor wurde zwischen den geräumten Häusern als Kulisse die Geschichte von San Juan Hill noch zum Film. «West Side Story» bekam zehn Oscars.

Gala-Ticket kostet ab 2000 Dollar

Heute steht an dieser Stelle das Kulturzentrum Lincoln Center und in seinem Mittelpunkt die prachtvolle Heimat der Metropolitan Opera, die gerade 50 Jahre alt geworden ist. Mit Samuel Barbers Werk «Antony and Cleopatra» wurde die Bühne am 16. September 1966 feierlich eröffnet, nachdem die Metropolitan Opera zuvor rund 80 Jahre an anderen Spielstätten aktiv gewesen war. «Das neue Haus der Metropolitan Opera eröffnet in einem Crescendo der Pracht», titelte damals die «New York Times».

Zum Jubiläum plant die Metropolitan Opera, die von den New Yorkern liebevoll «Met» genannt wird, eine grosse Gala. Dabei sein sollen unter anderem Plácido Domingo, Reneé Fleming und Anna Netrebko, die alle regelmässig hier auf der Bühne stehen und von der Akustik des Saals mit den rot gepolsterten Stühlen und der goldenen Decke schwärmen. Das günstigste Ticket für die Gala im Mai nächsten Jahres kostet knapp 2000 Dollar – ohne Cocktail-Empfang und Abendessen. Ein Tisch mit allem Drum und Dran ist für 150 000 Dollar zu haben.

Für die neue Spielzeit, die am 26. September mit «Tristan und Isolde» und wie immer mit der amerikanischen Nationalhymne eröffnet werden soll, gebe es aber natürlich günstigere Tickets, versichert «Met»-Chef Peter Gelb, den die «Financial Times» zum «mächtigsten Mann der Opernwelt» gekürt hat. 225 Aufführungen von 26 Opern, davon sieben neue Inszenierungen, stehen auf dem Programm, Karten sollen zwischen 25 und 480 Dollar kosten. «Die Zuschauer werden von unserem stetig erweiterten Repertoire sicher stimuliert werden», sagt Gelb. «Wir sind stolz auf unsere fünf Jahrzehnte hier im Lincoln Center.»

Mit einem Jahresbudget von rund 300 Millionen Dollar gehört die «Met» zu den grössten Kulturorganisationen der Welt, hat in jüngster Zeit aber wie andere mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen. Ein finanzieller Segen ist da das «Live in HD»-Programm der Oper, das Aufführungen in Kinosäle weltweit überträgt und die Branche verändert hat. Eine «Revolution» habe die «Met» damit ausgelöst, kommentierte die «New York Times». Längst haben andere Kulturorganisationen nachgezogen.

Neuer Chef am Dirigierpult

Zum Jubiläum ihrer Heimat stehen der «Met» aber auch grosse Veränderungen bevor. Mehr als 40 der 50 Jahre am Lincoln Center war James Levine Chefdirigent und eine Art Synonym für die Oper. Aus gesundheitlichen Gründen hatte der beim Publikum extrem beliebte 73-Jährige, der zuletzt im Rollstuhl dirigiert hatte, den Posten im Mai abgeben müssen. Nachfolger wird nach einer Übergangsphase ab 2020 der Kanadier Yannick Nézet-Séguin.

An die «West Side Story» erinnert am Lincoln Center nichts mehr. Vor dem Springbrunnen auf dem zentralen Platz fotografieren sich Touristen, die Wohnungen in den umliegenden Hochhäusern kosten Millionen, und zu den Aufführungen der Metropolitan Opera flanieren chic gekleidete Menschen.

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