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Berührender Kinofilm: Nicht nur Kühe sterben weg

César-Gewinner «Petit paysan» zeigt den brutalen Wandel in der Landwirtschaft. Der Regisseur passt perfekt.
Jungbauer Pierre gerät in existenzielle Not. (Bild: Look Now)

Jungbauer Pierre gerät in existenzielle Not. (Bild: Look Now)

Etwas vorweg: Falls der Filmtitel Assoziationen an ein idyllisches ländliches Universum wecken sollte, so sind sie grundfalsch. Zwar ist «Petit paysan» ein ­cineastischer Leckerbissen, aber einer, den man Menschen mit schwachen Nerven nur bedingt empfehlen kann. Wohl um ­Missverständnisse gleich auszuschliessen, hat der Verleih für die englischsprachigen Länder den Film kurzerhand in «Bloody Milk» umgetauft.

Doch dieser reisserische Titel führt noch mehr in die Irre, ist doch «Petit paysan» weder ­Horrorfilm noch Actionthriller. Vielmehr ist Hubert Charuels Erstling ein Sozialdrama, das mit dokumentarisch wirkender Genauigkeit langsam und unmerklich zum verstörenden Psychothriller mutiert.

Erzählt wird von dem ledigen Jungbauern Pierre, der sich liebevoll um seine dreissig Kühe auf einem Hof irgendwo in Nordfrankreich kümmert. Die Einengung, die dieses Leben ­bedeutet, wird nicht ausgespart: Sieben Tage die Woche arbeiten, zweimal am Tag melken, jahrein, jahraus das ganze Leben lang.

Eine Katastrophe schleicht sich an

Und dann ist da die Beziehung zu den Eltern, die immer anwesend sind, aus dem Hintergrund immer noch die Kontrolle ausüben, auch wenn der Hof mittlerweile ihm gehört. In diese Welt schleicht sich langsam die Katas­trophe in Form einer geheimnisvollen Viehseuche ein, die Pierre zunächst noch mit Hilfe seiner Schwester, der Veterinärin des Bezirks, vor Eltern und Behörden zu verheimlichen versucht. Man denkt bei dieser – fiktiven – Krankheit an die realen Dramen der Maul- und Klauenseuche oder an die Hysterie um Vogel- und Schweinegrippe vor einem Jahrzehnt, als unzählige bäuerliche Existenzen auf einen Schlag vernichtet wurden.

Heute geht das Bauernhofsterben still über die Bühne, und Hubert Charuel, selber Sohn einer nordfranzösischen Bauernfamilie, der sich einst statt für die Hofübernahme für eine Ausbildung an der Pariser Filmschule Femis entschied, weiss, wovon er spricht in einem Film, der Liebe zum Bauernstand und Liebe zum Kino in all seinen Ausprägungen ideal zu verbinden weiss. (gk)

Der Film läuft im Stattkino Luzern.

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