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Karin Becker übernimmt in Konstanz

Karin Becker folgt auf Christoph Nix und wird 2020 Intendantin am Theater Konstanz. Sie ist derzeit am Thalia-Theater Hamburg als Produktionsleiterin tätig.
Hansruedi Kugler
Karin Becker übernimmt das Theater Konstanz. Umrahmt wird sie nach ihrer Wahl vom Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (rechts) und vom Kulturbürgermeister Andreas Osner. (Bild: Stadt Konstanz)

Karin Becker übernimmt das Theater Konstanz. Umrahmt wird sie nach ihrer Wahl vom Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (rechts) und vom Kulturbürgermeister Andreas Osner. (Bild: Stadt Konstanz)

Das Theater Konstanz ist weiterhin nicht nur für hervorragendes Theater gut, sondern bietet auch weiterhin Anlass für theatrale Nebenereignisse. Kaum war das Resultat der geheimen Abstimmung am späten Donnerstagabend bekannt, meldete sich der noch amtierende Intendant Christoph Nix zu Wort. Er hat dem Konstanzer Theater mit profiliertem Polittheater zu hoher Aufmerksamkeit verholfen. Die Verweigerung einer Vertragsverlängerung um ein Jahr hatte diesen Frühling zu Protesten und Solidaritätsaktionen der Schauspieler geführt. Wenige Minuten nach der Wahl Karin Beckers zur neuen Intendantin ab Sommer 2020, liess sich Nix in einer Pressemitteilung verlauten:

«Ich freue mich. Solange wir bis zum August 2020 unsere Arbeit tun können, bin ich sogar glücklich.»

Damit spielt er auf die langjährigen Querelen zwischen ihm und der lokalen Politik an, in die er sich mit seinem Theater immer wieder einmischte. An die Adresse von Karin Becker schreibt er weiter: «Wenn gute Ratschläge gesucht werden, gebe ich sie gerne, denn ich kenne das Haus und kenne das Herz dieser Stadt.» Und mit einem sarkastischen Seitenhieb an die Adresse von Kulturbürgermeister Andreas Osner fährt er fort: «Der Nachfolge wünsche ich, respektvoll behandelt zu werden und bin zuversichtlich, dass dies geschieht, schon um mich zu widerlegen und die Wiederwahl des Kulturbürgermeisters zu sichern.»

Eine weitere Besonderheit des Konstanzer Theaters: Die Wahl des Intendanten erfolgt durch eine nichtöffentliche Abstimmung im Stadtparlament, denn der Theaterintendant ist ein Abteilungsleiter eines städtischen Betriebs.

«Die Zeiten des nur Zusehens sind vorbei»

Ob Karin Becker den Stil des pointierten bis provokativen Polittheaters von Christoph Nix weiterführen wird, bleibt vorläufig offen. Becker, die seit dreissig Jahren an Theatern arbeitet und seit 2015 als künstlerische Betriebsdirektorin am renommierten Thalia-Theater in Hamburg tätig ist, hat dort jedoch schon mal politische Einmischung betrieben: Anfang Jahr hat sie zum Bürgergipfel mit Flüchtlingen und einem Auftritt des Migrationsforschers Mark Terkessidis eingeladen. Becker schrieb dazu: «Wichtiger als die traditionelle Eröffnungsrede erscheint uns derzeit die Begegnung zwischen Hamburger Bürgern und Neubürgern.»

Christoph Nix dürfte darob Freude haben, denn in einem Interview mit der Zeitschrift «Szene» sagte Karin Becker: «Jetzt ist genau die richtige Zeit, sich zu fragen: Wie leben wir trotz verschiedener Glaubensrichtungen zusammen?» Nix’ eigene Spielzeit 2017/18 war exakt demselben Thema gewidmet. Im Interview fuhr Becker fort: «Die Zeiten des nur Zuhörens und Zuschauens sind vorbei. Wir müssen den Mund aufmachen und sagen, was wir denken – laut und deutlich.»

Selbst Regie geführt hat Karin Becker noch nie. Die 1968 in Stuttgart Geborene war Produktionsleiterin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und von 2009 bis 2015 künstlerische Betriebsdirektorin am Schauspiel Hannover, bevor sie zum Thalia-Theater kam.

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