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Lesetipps Literatur: Noch einmal die Stimme des Autors von «Tschick»

Vor fünf Jahren schied Wolfgang Herrndorf aus dem Leben. Nun ist posthum eine Sammlung von Prosastücken erschienen. Und der Autor Tom Rachman schriebt eine beissende Satire auf die Kunstwelt.
Nada Weigelt / Stephan Maurer

Geschliffene Prosastücke eines brillanten Autors

Mit dem Jugendroman «Tschick» traf der deutsche Autor Wolfgang Herrndorf ein Millionenpublikum ins Herz. Vor fünf Jahren schied er erst 48-jährig aus dem Leben, nachdem er lange an unheilbarem Krebs gelitten hatte. Posthum ist nun eine Sammlung kleiner, geschliffener Prosastücke erschienen. Es ist eine Mischung aus Autobiografie und Fiktion – manchmal tieftraurig, manchmal urkomisch, aber immer brillant. Und eine bittere Erinnerung daran, was die Leser mit Wolfgang Herrndorf verloren haben.

Für «Tschick»-Fans besonders vergnüglich dürfte die Geschichte sein, in der der Autor aus Verzweiflung über seinen kaputten Dauerfernseher das Auto eines Bekannten kurzschliesst und sich auf eine Fahrt ins Nichts begibt. Andere Texte widmen sich Kindheits- und Jugenderinnerungen, schildern – berührend und selbstironisch zugleich – das Lebensgefühl des jungen Autors im Berlin der Jahrtausendwende und befassen sich mit den Herausforderungen des Schreibens.

Den Löwenanteil des Buches machen – neben mehreren Gedichten – Beiträge aus, die Herrndorf 2001 bis 2009 im Internetforum «Wir höflichen Paparazzi» gepostet hatte – oft unter dem Pseudonym «Stimmen», was den Titel dieses Buches erklärt.

Wolfgang Herrndorf: Stimmen. Rowohlt Berlin, 192 S., Fr. 28.–

Beissende Satire auf die Scheinwelten der Kunst

Dem britisch-kanadischen Autor Tom Rachman gelang 2010 mit «Die Unperfekten» ein internationaler Erfolg. Nun nimmt er sich die Kunstwelt vor. Im Zentrum steht Bear Bavinsky, gefeierter Maler, Frauenheld und 17-facher Vater. Nichts wünscht sich sein Sohn Pinch mehr als die Anerkennung des Vaters. Doch mit einer einzigen Bemerkung zerstört dieser Pinchs Hoffnungen, selbst einmal ein erfolgreicher Maler zu werden. Und doch kommt Pinch nie los vom Übervater, wird dessen Vertrauter und schliesslich sein Nachlassverwalter. Nun nimmt sein Leben eine Wendung. Er führt die Kunstwelt an der Nase herum und revanchiert sich dann auch noch an seinem Vater.

Rachman wirft einen vergnüglichen, auch sarkastischen Blick auf die Welt von Malern, Galeristen und Kritikern mit ihrem schönen Schein, ihren Eifersüchteleien und Rivalitäten. Das ist mit mondänen Schauplätzen flott und anschaulich erzählt.

Tom Rachman: Die Gesichter. dtv, 416 S., Fr. 34.–

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