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O du Schreckliche! - Der Grinch stiehlt wieder Weihnachten

Der Grinch ist in den USA ein Klassiker im Weihnachtsprogramm. Jetzt kommt das griesgrämige Wesen als Animationsfilm auf die Leinwand – und begeistert nicht nur Weihnachtsmuffel.
Dario Pollice
Der Grinch beschliesst, Weihnachten zu stehlen. (Bild: Universal Pictures)

Der Grinch beschliesst, Weihnachten zu stehlen. (Bild: Universal Pictures)

Auf leisen Sohlen schleicht es von hinten heran und schlingt seine Arme um uns herum. Ehe wir bemerken, wie uns geschieht, ist es zu spät – Weihnachten hat uns fest umklammert. Es gibt kein Entrinnen: Der Geruch von Glühwein liegt in der Luft, Chöre der Heilsarmee spriessen wie Pilze aus dem Boden und im Radio malträtiert man uns mit «Last Christmas». Graust es Ihnen schon beim Lesen dieser Sätze? Keine Angst, denn ab heute finden Weihnachtsmuffel mit «The Grinch» ihren Seelenverwandten auf der Kinoleinwand.

Der Grinch ist ein grünes und griesgrämiges Wesen, das in seiner Höhle über dem Dorf Whoville wohnt. Sein einziger Freund ist der liebenswürdige Hund Max. Die Bewohner dieses Dorfes, die aufgestellten Whos, warten sehnlichst auf Weihnachten, das sie jeweils mit einem grossen Fest feiern. Der Grinch hingegen hasst Weihnachten abgrundtief. Als die Dorfbewohner planen, die Feierlichkeiten noch grösser als bisher zu gestalten, platzt dem Grinch der Kragen. Kurzerhand beschliesst er, Weihnachten zu stehlen. Ob sein Plan aufgeht, soll hier nicht verraten werden.

Der Antiheld an Weihnachten

Der Grinch dürfte hierzulande am ehesten noch aus Ron Howards Verfilmung «How the Grinch Stole Christmas» (2000) in Erinnerung sein, mit Komiker Jim Carrey in der Rolle des grünen Griesgrams. In den USA reicht seine Geschichte viel weiter zurück. Tatsächlich ist der Grinch dort seit über 80 Jahren ein fester Bestandteil der Adventszeit. Seine Geschichte geht auf das Kinderbuch «How the Grinch Stole Christmas!» zurück, das aus der Feder von Dr. Seuss stammt. Hinter dem Pseudonym steckt der Autor und Comiczeichner Theodor Seuss Geisel (1904–1991), der über 60 Bücher verfasste – meistens im Reimvers.

Die Werke von Dr. Seuss zählen zu den beliebtesten US-Kinderbüchern, allen voran die Geschichte des Grinch. Die Popularität des grünen Kauzes beruht einerseits darauf, dass Dr. Seuss eine Weihnachtsgeschichte mit einem Antihelden schuf, die in seinem Kern die Kommerzialisierung des Festes anprangert. Andererseits wurde die Geschichte 1966 als Zeichentrickfilm adaptiert, mit «Frankenstein»-Darsteller Boris Karloff in der Hauptrolle. Dieser Zeichentrickfilm entwickelte sich in der Folge selber zum Klassiker des Weihnachtsprogramms. Yarrow Cheney and Scott Mosier, die beiden Regisseure von «The Grinch», haben das Original von Dr. Seuss nun raffiniert als Animationsfilm umgesetzt. In seinen Grundzügen bleibt die Geschichte nah an der Buchvorlage.

Erfolgsstudios produzieren den Film

Waren Boris Karloff und Jim Carrey die Stars ihrer jeweiligen Generation, schlüpft im Jahr 2018 Benedict Cumberbatch («Sherlock») in die Rolle des Grinch. Otto Waalkes, die deutsche Synchronstimme des Grinch, in allen Ehren: Cumberbatch spielt in einer anderen Liga.

«The Grinch» richtet sich mit seinem Humor nicht nur an Kinder und dürfte an den Schweizer Kinokassen voll einschlagen. Hinter dem Film steht mit «Illumination» dasselbe Animationsfilmstudio, das bereits die Hits «Ich – Einfach unverbesserlich» und dessen Ableger «Minions» verantwortet hat. Allesamt zählten in der Schweiz zu den erfolgreichsten Kinofilmen des Jahres und verkauften nebenbei massenhaft Fanartikel. Fragt sich nur, was Dr. Seuss davon gehalten hätte, dass seine Kommerzkritik heute mit einer riesen Werbemaschinerie einhergeht.

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