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OBERÄGERI: Petrus und Paulus gehen volle Kraft voraus

Die beiden Apostel Petrus und Paulus sind in Oberägeri fest verankert. Jetzt wurden sie auch plastisch in Form einer Holzskulptur verewigt.
Carmen Rogenmoser
Die mannshohe Holzskulptur steht direkt an der Morgartenstrasse in Oberägeri. (Bild: Werner Schelbert (11. Juli 2017))

Die mannshohe Holzskulptur steht direkt an der Morgartenstrasse in Oberägeri. (Bild: Werner Schelbert (11. Juli 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Seit einiger Zeit weisen die beiden Oberägerer Schutzheiligen Petrus und Paulus den Reisenden aus Richtung Morgarten den Weg ins Oberägerer Dorf. Mannshoch stehen sie als hölzerne Skulptur an der Morgartenstrasse, direkt am Dorfeingang, in ihrem Boot und rudern Richtung See. Die beiden Patrone der Kirche St. Peter und Paul sind in Oberägeri gerngesehene Bildnisse. Ohne die beiden geht eigentlich nichts. Sie sind die Hauptdarsteller im gemeindlichen Wappen, die katholische Kirche ist ihnen gewidmet, und es gibt den Kirchenchor Peter und Paul. Abgebildet sind die beiden immer in einem einfachen Boot. Beide haben ein Ruder in der Hand. Sie peilen die gleiche Richtung an. Nimmt man es allerdings genau, würden sie im Kreis rudern, denn beide haben ihr Ruder auf derselben Seite. Das In-die-gleiche-Richtung-Rudern ist da wohl eher symbolisch zu verstehen.

Seit neuestem nun sind die beiden Apostel auch plastisch in der Gemeinde vertreten. Es ist eine grosse, grobe Figur, aber fein bearbeitet. Der Einbaum als Boot ist eher einfach dargestellt, die Arbeitsspuren im Douglasienholz, das aus dem Wald der Korporation Oberägeri stammt, sind deutlich erkennbar. Die beiden Männer sind feiner ausgearbeitet. Beide tragen eine Kutte, die um den Bauch geschnürt ist. Das Ruder halten sie fest in den Händen. Die Gesichter sind sorgfältig ausgearbeitet. Die hochgekrempelten Ärmel und die Gesichtsausdrücke sowie tiefe Furchen zeugen von der Anstrengung der beiden. Doch sie gleichen sich nicht etwa wie ein Ei dem anderen, sie unterscheiden sich in ihrer Erscheinung. Der Hintere trägt einen langen Vollbart, der vordere schmückt sich mit einem Dreitagebart.

Erschaffen wurde die Skulptur von Pascal Schönmann. Das verraten die eingeschnitzten Initialen PS, seine Signatur. Schönmann arbeitet bei der Korporation Oberägeri als Forstwart und Berufsbildner. Nebenbei hat er sich das Schnitzen von grossen Holzfiguren angeeignet. Immer wieder trifft man im Tal auf seine Kunstwerke. Entlang von Waldwegen tauchen geschnitzte Füchse, Eichhörnchen oder Eulen auf. Vor dem Restaurant Raten stehen zwei aus je einem halben Baumstamm geschnitzte Blumentröge, und auch die drei «Eidgenossen» – die grossen Holzfiguren, die zu den Maskottchen der grossen Jubiläumsfeier 700 Jahre Schlacht am Morgarten wurden – stammen aus Schönmanns Schnitzeisen beziehungsweise tragen die Spuren seiner Motorsäge. Damit arbeitet er nämlich hauptsächlich.

«Peter und Paul» ist auch für Schönmann etwas Besonderes, es handelt sich dabei um einen Auftrag des Verkehrsvereins Oberägeri. Da die Figuren viel Arbeit bedeuteten, habe er den Auftrag über die Korporation machen können, sagt Schönmann und ergänzt: «Sonst ist es eigentlich mein Hobby.» Eine ganze Woche Arbeit hat er in die Holzfigur investiert. Je zwei Tage beanspruchten Peter und Paul und einen weiteren der Einbaum. Der Platz für die Figur sei ideal, meint der Erschaffer selber. Vor der Holzskulptur markierte während vieler Jahre eine mit Blumen bepflanzte Ente den Dorfeingang.

Besonders viel Freude mache ihm am Schnitzen, «aus dem einheimischen Rohstoff Holz verschiedenste Skulpturen zu erstellen und damit vielen eine Freude zu machen», erklärt Pascal Schönmann. Er nimmt auch private Aufträge an. «Wenn jemand zum Beispiel einen Baum fällen muss, kann ich eine Figur daraus erstellen. Das ist eine schöne Erinnerung an den Baum.» Oft kommt es vor, dass Schönmann direkt vor Ort in den Gärten schnitzt. Gerne versuche er sich immer wieder an neuen Objekten. Oft hätten auch die Kunden selber originelle Ideen. «Die versuche ich so gut wie möglich umzusetzen.» Die markanten Holzskulpturen werden im Dorf künftig wohl noch an weiteren Ecken auftauchen.

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