Operette Arth – «Eine Nacht in Venedig», 18. Januar bis 28. März

Karneval in Venedig – besser als das Original: Das Maskentreiben Venedigs ist eines der buntesten Feste dieser Erde. Das Theater Arth bringt diese Stimmung in sein Theater.

Roman Kühne
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Szenenbild «Am Buffet» aus «Eine Nacht in Venedig».

Szenenbild «Am Buffet» aus «Eine Nacht in Venedig».

Bild: PD

Ebenfalls magisch, wenn auch irdischer, geht es beim Theater Arth zur Sache. Im letzten Jahr setzte man auf das anspruchsvolle Gesangsspiel «Orpheus in der Unterwelt». Eine Aufführung, die hohe Massstäbe setzte, bei der musikalischen Qualität wie bei der Inszenierung. Jetzt steht wieder eine «klassische» Operette auf dem Programm. «Eine Nacht in Venedig» von Johann Strauss (Sohn) ist das, was man einen «Blockbuster» nennt.

Das Stück avancierte nach seiner Premiere 1883 in Berlin zu einem der meistgespielten seiner Zeit. In kürzester Zeit wurde es sogar in London und am Broadway in New York gespielt. Doch der Erfolg war nicht von Anfang an gegeben. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges brachte es «Eine Nacht in Venedig» nur auf knapp 500 Vorstellungen, weit hinter der «Fledermaus» und dem «Zigeunerbaron».

Das «Remake» ein Knaller

So richtig ein Knaller wurde «Eine Nacht in Venedig» erst bei der «zweiten» Premiere der Operette 1923 in Wien. Der österreichisch- amerikanische Komponist Erich Korngold arbeitete das Stück komplett um. Der Oscar-Preisträger («Robin Hood, König der Vagabunden») fügte nicht nur neue Lieder ein, sondern veränderte die ursprüngliche Instrumentation ebenfalls stark. Geholfen hat sicher auch, dass die Hauptrolle vom Tenor Richard Tauber, dem damaligen «König des Belcanto» und Filmstar, gesungen wurde. Der Erfolg war gross, und ein paar Jahre später schaffte es diese Version der Operette gar auf die Bühne der Wiener Staatsoper. Zwar gibt es seit knapp zehn Jahren wieder eine Auflage der Berliner ­Urfassung. Dennoch wird heute praktisch ausschliesslich die «modernisierte» Version von Korngold gespielt.

Irrungen und Wirrungen

Die Geschichte der Operette spielt mit der «Gleichheit» während des Karnevals. Für eine Nacht gibt es keine Adligen oder Bettler. Alle sind hinter einer Maske versteckt. Für den Schürzenjäger Herzog von Urbino ist diese wilde Zeit jedoch vor allem sein natürliches Jagdrevier. Die schöne Barbara soll diesmal das «Opfer» sein. Doch es kommt natürlich anders, und anders, als man denkt. Bis die letzte Maske fällt, gilt es noch so manche Irrung zu überstehen.

Nach der letztjährigen, spektakulären Inszenierung der Unterwelt darf man gespannt sein, mit welchen Farb- und Stimmenzauber das Theater Arth dieses Jahr die Lagunenstadt Venedig zeichnet. Die «Serenità» mit ihren verwunschenen Kanälen, die Poesie des Karnevals, die Verspieltheit ihrer Paläste laden geradezu ein zu einer farbenprächtigen Inszenierung. So oder so eine ideale Einstimmung auf die närrischen Tage.

Hinweis: Premiere Samstag, 18. Januar, 17.00, Theater Arth. Weitere Vorstellungen bis und mit Samstag, 28. März. Infos und Vorverkauf: www.theaterarth.ch.