OPERETTE: Liebesirrungen in einem frischen Look

Eingängige Musik mit originellen Tanzeinlagen und eine heitere Geschichte mit viel Liebeswirren: «Saison in Salzburg» garantiert einen unbeschwerten Operettenabend im Theater Arth.

Hannes Bucher
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Im Gasthaus zum Nockerl: Kellnerin Steffi Oberfellner (Mélanie Adami, links) begrüsst ihre Gäste Erika Dahlmann (Stefanie Gygax) und Christian Dahlmann (Marius Meier). (Bild: Theater Arth/Christian Ballat)

Im Gasthaus zum Nockerl: Kellnerin Steffi Oberfellner (Mélanie Adami, links) begrüsst ihre Gäste Erika Dahlmann (Stefanie Gygax) und Christian Dahlmann (Marius Meier). (Bild: Theater Arth/Christian Ballat)

«Ich mache gerne professionelles Volkstheater für ein breites Publikum, deshalb reizen mich Operetteninszenierungen. Die Musik verstärkt die Gefühle, die emotionalen Stimmungen und Vorgänge, und es ist immer auch eine Gratwanderung zwischen Kunst und Kitsch»: Regisseur Jean Grädel führt zum dritten Mal Regie auf der Arther Operettenbühne – nach dem «Zigeunerbaron» (2012), «Die lustige Witwe» (2013) inszeniert er dieses Jahr die Operette «Saison in Salzburg» (von Max Wallner, Kurt Feltz und Alfred Grünwald; Musik von Fred Raymond). Die Premiere gestern Abend zeigte es: Das Arther Operettenpublikum kommt auch dieses Jahr voll und ganz auf seine Rechnung: Die Premierenbesucher waren gute drei Stunden im Banne von einschmeichelnden, süssen Melodien, vorgetragen von ausgezeichneten Sängerinnen und Sängern und einem überzeugenden Chor.

Bild: Theater Arth/Christian Ballat
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Kurvenreiche Liebesgeschichte

Es ist in der Tat eine verzwickte Geschichte voller Irrungen und Wirrungen, die «Saison in Salzburg» in fünf Bildern erzählt. Da ist das Gasthaus «Zum Salzburger Nockerl», das versteigert werden soll. Toni Haberl (Simon Witzig) möchte es ersteigern und mit der Vroni Staudinger (Sara Hugelshofer) die angeblich beste Mehlspeiseköchin von Salzburg als Geschäftsführerin einsetzen. Da ist aber noch der Parfümeriefabrikant Max Liebling (Andreas Büchler), der ein Auge auf Erika Dahlmann (Stefanie Gygax) geworfen hat. Deren Gefühle sind wiederum für den Rennfahrer Frank Rex (William Lombardi) entflammt. Die Irrungen sind noch nicht ausgereizt: Der Rennfahrer verehrt seinerseits die Nichte des «Nockerl»-Wirtes, Steffi Oberfellner (Mélanie Adami). Schliesslich ersteigert Friedrich Wilhelm Knopp (Claus Gerstmann) das Gasthaus und wirbt Steffi als Wirtschafterin an. Da ist die resolute Tante Olga (Iris Widmer) vonnöten, um die kurvenreiche Geschichte auf ein allseitiges Happy End einzuschwenken.

Heiter und leicht

Der Theaterbesucher ist ob der verzwickten Geschichte auch mal in der Konzentration echt gefordert. Das tut aber dem Theatervergnügen keinesfalls Abbruch: «Es war mir wichtig, aus der trivialen Geschichte eine ‹Buffonade› voll Heiterkeit, Leichtigkeit mit Possen, Slapsticks und Gags zu bauen», so Regisseur Jean Grädel. In der Tat: Die Operette auf der Arther Bühne kommt unbeschwert, lustig, voller prickelnder und ansteckender Lebensfreude und Leichtigkeit daher. Es darf zuhauf gelacht werden – und das Premierenpublikum amüsierte sich denn auch köstlich. Die Pointen und Gags sitzen, die Slapsticks sind echt komisch und gut portioniert. Die Solisten glänzen nebst dem Gesang allesamt mit ihren schauspielerischen Leistungen. Wo sich allenfalls Längen ergeben könnten, hat Jean Grädel bewusst Tanzszenen eingebaut. Diese tänzerischen Einlagen (Choreografie: Elja-Dusa Kedves) sind überaus gefällig und echt originell.

Frisch – und auch mal frech

Nebst den Solisten tragen auch der überzeugende Chor (Chorleiterin: Esther Rickenbach) und das agile Orchester unter der musikalischen Leitung von Beat Blättler zum tollen Gesamteindruck bei. Das leichte, beschwingte Lebensgefühl, das die Operette auszeichnet, wird von allen Beteiligten mit viel Lust und viel Können umgesetzt. Manch einer der musikalischen Ohrwürmer dürfte sich in den Köpfen der Besucher festsetzen. Zuallererst wohl das eingängige Lied «Salzburger Nockerl». Die Inszenierung meistert auch die «Gratwanderung zwischen süss und kitschig» überzeugend. Die prächtigen Kostüme (Kostümbildnerin: Jacqueline Kobler) sind ein weiterer Beweis, mit welcher Liebe und Passion die über 100 Beteiligten allesamt am Werk sind.

«Es ist eine Operette für Kopf, Herz und Hand» sagte Beat Diener, Präsident der Theatergesellschaft Arth, vor dem Premierenpublikum: Die Hände wurden beim Schlussapplaus mit Recht ausgiebig beansprucht für eine makellose Premierenleistung.

Weitere Aufführungen am Theater Arth bis 29. März. Infos und Vorverkauf: www.theaterarth.ch