Operette Sursee – «Frau Luna», 11. Januar bis 22. März

Auf dem Mond geht es toller zu als auf der Erde: Die Operette «Frau Luna» bringt Berliner Luft in das Stadttheater Sursee. Eine burleske Geschichte um Liebe und nochmals Liebe.

Roman Kühne
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Raya Sarontino als Flora / Frau Luna und Andres Esteban als Fritz Steppke in «Frau Luna».

Raya Sarontino als Flora / Frau Luna und Andres Esteban als Fritz Steppke in «Frau Luna».

Bild: PD

Grau ist der Himmel, tief die Temperatur. Während weiter oben die Sonne lockt, muss in den Niederungen anders Farbe in den Winter gebracht werden. In Luzern und Emmen sind es Musicals, die den Winter vertreiben. In Sursee wird dem Eis seit Jahrzehnten mit einer Operette getrotzt. Und in diesem Jahr ist es quasi garantiert, dass die Kälte, zumindest für einen Abend, hinter einer Fantasie- und Farb­explosion verschwindet. Auf dem Programm steht die abenteuerliche und fantastische Operette «Frau Luna».

Die Geschichte ist schnell erzählt. Der Berliner Mechaniker Fritz Steppke bastelt einen Ballon für die Fahrt zum Mond. Dort ist es nicht etwa ruhig und praktisch still, wie es die fehlende Anziehungskraft nahelegen würde. Ganz im Gegenteil: Es ist der Ort, wo sich Götter und Sternschnuppen vergnügen, das Männchen das Weibchen jagt – und umgekehrt. Nach vielen Turbulenzen, wo jeder seine jede findet, geht es zurück zur Erde. Darum wissend, dass es auf dem Mond auch nicht anders ist.

Skandal und Ohrwurm

«Frau Luna», uraufgeführt im Berliner Apollo-Theater im Jahre 1899, ist das zweite Werk des Komponisten und Musikers Paul Lincke. Es bescherte ihm den eigentlichen Durchbruch. Dies nicht zuletzt wegen eines Skandals. Als seine grosse Liebe und Sängerin der Titelrolle, Ellen Sousa, ein Kind erwartete, stellte Paul Lincke sie vor die Wahl, Heirat oder Gesangskarriere. Die selbstbewusste Frau musste nicht lange überlegen und zog mit Kind und Pack aus der Wohnung aus.

Ein Grossaufgebot

Musikalisch gehalten hat sich vor allem der Ohrwurm «Berliner Luft», der der Operette allerdings erst 20 Jahre später beigefügt wurde. Bis heute ist es eine Art inoffizielle Hymne auf die Hauptstadt Deutschlands und ein Evergreen der Zugabe, genutzt von den Berliner Philharmonikern bis hin zu Harald Juhnke.

Die Theatergesellschaft Sursee bringt «Frau Luna» mit einer gewohnten Mischung aus Profis und Amateuren auf die Bühne. Im 220. Jahr ihres Bestehens wird die Aufführung natürlich besonders gross. Knapp 50 Personen stehen auf der Bühne. «Da müssen sogar die Techniker kurz mitmachen», wie der Regisseur Björn B. Bugiel ausführt. Auch bei den Kostümen wird wuchtig aufgefahren. Allein für die Mondszene wurden 40 Gewänder entworfen und angefertigt. Für die Berliner Momente arbeitet die Produktion mit Leihkostümen. Das Bühnenbild ist teils so weit, dass es direkt im Theater auf der Bühne erstellt wurde. Ein Umzug wäre unmöglich gewesen. Vielversprechende Affichen, die es wohl problemlos schaffen, dem grauen Wetter den Garaus zu machen.

Hinweis: Premiere Samstag, 11. Januar, 17.00, Stadttheater Sursee. Weitere Aufführungen bis und mit Sonntag, 15. März. Infos/Vorverkauf: www.stadttheater-sursee.ch