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Kammermusik: Opernhafte Dramatik und virtuose Unbekümmertheit

Die Luzerner Kammermusiker um Gerhard Pawlica, den künstlerischen Leiter der Kammermusikreihe, begeistern die vielen Zuhörer am Dreikönigstag. Mit einer Uraufführung und Jugendwerken von Mozart und Mendelssohn zeigen sie orchestrale Klangfülle.
Gerda Neunhoeffer

Das Dreikönigskonzert der Kammermusikreihe im Marianischen Saal erfreut sich schon seit Jahren grösster Beliebtheit. Und so ist auch an diesem Sonntag der Saal bis auf den letzten zusätzlichen Platz besetzt. Die Luzerner Kammermusiker beginnen mit einer Uraufführung, der «Entrada» des lettischen Komponisten Georgs Pelēcis (* 1947). Das extra für dieses Konzert geschriebene Werk lebt von liedhaften Klängen, die auf Mozart und Mendelssohn einstimmen. Die vier Violinen, zwei Bratschen und zwei Celli verschmelzen in den minimalistischen, zart bewegten und schlichten Melodien zu einem wundersam verwobenen Klangteppich. Im Streichquintett B-Dur des gerade mal 16-jährigen Mozart spielen Brigitte Lang, Daniela Müller, Violinen, Markus Wieser und Cornel Anderes, Bratschen, und Cellist Gerhard Pawlica mit schwingender Leichtigkeit, in der die kurzen dunkel- melancholischen Takte besonders hervorgehoben werden. Ein Mozart, der schon auf opernhafte Dramatik hinweist und mit all seinen Verzierungen und Triolen sorgfältig ausgespielt wird. Nach dem zarten, verschatteten Adagio und dem ländlerischen Menuett lebt das Allegro von virtuoser Unbekümmertheit, die stets durchsichtig und differenziert bleibt.

Dass die Streicher bis auf die Celli stehend spielen, gibt auch dem Streichoktett Es-Dur von Mendelssohn besondere Lebendigkeit. Das Werk des eben 17-Jährigen gibt den Luzerner Musikern Gelegenheit, ihre orchestrale Klangfülle auszureizen. Christine Gallati und Keiko Yamaguchi, Violinen, und der zweite Cellist, Sebastian Diezig, vervollständigen das Ensemble wie schon bei Pelēcis. Leidenschaftlich spielen die Musiker den ersten Satz aus, lassen die Reprise wie aus dem Nichts entstehen und entfalten dann wieder prachtvoll aufblühenden Klang.

Nach dichtem Legato und lyrischer Innigkeit im Andante hört man im Scherzo genau das, was Mendelssohn inspiriert hat: nämlich Goethes Gedicht «Wolkenflug und Nebelflor erhellen sich von oben. Luft im Laub und Wind im Rohr; Und alles ist zerstoben.» Wie kleine Luftgeister huschen die raschen Töne vorüber, um dann im Presto in lichter, dabei kraftvoller Virtuosität dem Ende zuzustreben. Eine grandiose Interpretation, die mit Standing Ovations gefeiert wird.

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