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KKL-Konzert: Orchester als farbensprühendes Schlagwerk

Romantik aus Südkorea: Das Seoul Philharmonic Orchestra reihte sich bei seinem Luzerner Debüt mit Schumann und Berlioz nahtlos ein ins KKL-Programm.
Urs Mattenberger
Singende Bässe: Der südkoreanische Pianist Sunwook Kim. (Bild PD)

Singende Bässe: Der südkoreanische Pianist Sunwook Kim. (Bild PD)

Konzerte im KKL werden bekanntlich von keiner künstlerischen Intendanz gesteuert noch von den Veranstaltern abgesprochen. Die beiden Gastkonzerte internationaler Orchester in dieser Woche machten Doppelspurigkeiten sichtbar, die das mit sich bringt, aber auch Bezüge, zu der die Fülle an Veranstaltungen dennoch führen kann.

Die Doppelspurigkeit war, dass Louis Schwizgebel am Dienstag mit der Ungarischen Nationalphilharmonie Liszts Klavierkonzert spielte (Ausgabe von gestern), mit dem kurz zuvor Martha Argerich die Saison des Luzerner Sinfonieorchesters eröffnet hatte. Auf dessen Einladung trat aber am Donnerstag das Seoul Philharmonic Orchestra mit einem Programm auf, das in mehrerer Hinsicht den Vorabend weiterführte: mit einem weiteren jungen Pianisten, dem Südkoreaner Sunwook Kim in Schumanns Klavierkonzert; mit einem Programm, das mit Isang Yuns zu mächtigen Klangfeldern gesteigertem «Muak» wiederum zeitgenössische Musik aus der Heimat des Orchesters vorstellte, und mit Hector Berlioz’ «Symphonie fantastique», der Liszt und Schumann ihre Reverenz erwiesen und die ausgezeichnet zu Liszts Faust-Sinfonie des ungarischen Orchesters passte.

Spannend war auch, dass die Orchester eigene Traditionen mitbringen. Bei jenem aus Südkorea fiel beim Eintritt in den Saal die Unbekümmertheit auf, mit der sich die Musiker auf der Bühne laut einspielten. Und etwas von dieser handfesten Art fand man auch im Konzert wieder.

Poesie mit Pranke

So strich Dirigent Thierry Fischer die bis heute frappierende Modernität von Berlioz’ Programmmusik heraus – mit raschen Tempi und energischen Akzenten, die das farbsprühende Orchester in ein gigantisches Schlagwerk verwandelten. Orchestrale Fortissimo-Breitseiten rückten zwar Details und Konturen auch mal in den Hintergrund, unterstützten aber den Eindruck getriebener Besessenheit, mit der diese Wiedergabe bis zum Schluss mitriss.

Im Zusammenspiel von Orchester und Pianist war Schumanns Klavierkonzert zuvor der leidenschaftliche, aber doch lyrische Kontrapunkt, angestimmt vom wunderbaren Solo der Oboe. Sunwook Kim individualisierte den Solopart mit überraschenden Details auch in den Basslinien und einer nuancenreichen Anschlagskultur, die im Finale mit einer virtuosen Pranke überraschte. Dass die oberen Ränge geschlossen blieben, tat dem begeisterten Applaus des Publikums keinen Abbruch.

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