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ORCHESTER: Luzerner Orchester steigt «on the road» auf Rang eins

Am Sonntag eröffnet das Luzerner Sinfonieorchester mit Publikumshilfe die Saison. Aber mit hochgelobten Festivalauftritten in den USA und morgen in Frankreich ist sie bereits erfolgreich lanciert.
Urs Mattenberger

Wer am Sommerfestival in Luzern das Luzerner Sinfonieorchester vermisst hat, mochte sich an die Regel erinnern, wonach es sich da mit den Festival Strings alle zwei Jahre abwechselt. Dieses Jahr freilich kam noch ein gewichtiger anderer Grund hinzu.

Mitten zur Festivalzeit hatte nämlich das Luzerner Sinfonieorchester dennoch einen prominenten Festivalauftritt – am renommierten Ravinia-Festival in Chicago. Mit dem ersten Gastspiel in den USA und weiteren internationalen Festivalauftritten lanciert das Orchester die Konzertsaison «on the road», wie es im Programmbuch heisst. Mit Griegs Klavierkonzert und dem Pianisten Nicolas Angelich gastiert es morgen am Festival in Besancon. Und noch vor dem Saisonstart im KKL – am 18. Oktober mit Hélène Grimaud – tritt es in Abu Dhabi auf.

Gegensätze, die sich anziehen

Für das Luzerner Publikum sind solche Auftritte spannend, weil sie einen Blick von aussen auf das Orchester vermitteln. So gab es in der «Chicago Tribune» viel Lob. Die Luzerner gehörten am Festival zu den «Silberstreifen» am Horizont, hiess es in der Besprechung unter dem Titel «Swiss orchestra goes for the big time in U.S. debut at Ravinia».

Mit dem Engagement des Schweizer Orchesters sei dem Ravinia-Festival ein «Coup» gelungen, schrieb der Kritiker, der den hohen Frauenanteil im Orchester vermerkt. Das Luzerner Sinfonieorchester sei «im Begriff, im internationalen Ranking von der zweiten auf die erste Stufe zu steigen». Grossen Verdienst an den «vitaminreichen Aufführungen» schrieb er dem Chefdirigenten James Gaffigan zu, der seit 2009 das Chicago Symphony Orchestra als Gast dirigiert und in dieser Saison sein Operndebüt gibt: «Einer der vielversprechendsten Vertreter der Europa-basierten, amerikanischen Dirigenten-Brigade.» Interessant ist die Einschätzung, Gaffigan und das Orchester seien «Gegensätze, die sich anziehen». Wenn sich «das energiegeladene, körperbetonte Dirigat Gaffigans mit der natürlichen Zurückhaltung des Orchesters» verbinde, würden selbst sinfonische Standardprogramme zum Leben erweckt.

Kammermusik-Matinee: Das Publikum tickt mit

Das Lob für die technische wie musikalische Leistung hat umso mehr Gewicht, als der Kritiker im Einzelfall auch Einwände anbrachte. Brahms’ erste Sinfonie gewann erst im Verlauf der vier Sätze über «Mainstream» hinaus Tiefe und Spontaneität: Entscheidend war da, dass man «alle 72 Musiker – geschmeidige Streicher, charaktervolle Holzbläser, kraftvolles Blech» — spielen hörte ‹as one›».

In Luzern eröffnet wird die Saison des Orchesters am kommenden Sonntag mit Kammermusik im Luzerner Theater. Hier ist das Publikum zur Mitwirkung eingeladen in György Ligetis «Poème Symphonique» für 100 Metronome. Dafür sucht das Orchester 10 bis 15 Konzertbesucher, die die Metronome in Gang setzen. Die Einsätze gibt der Musikdirektor des Theaters, Clemens Heil, Vorkenntnisse sind keine nötig. Am Konzerttag um 10 Uhr findet eine kurze Probe statt.

Die Mitwirkenden haben freien Eintritt zum Programm unter dem Motto «So klingt Heimat». Diana Schnürpel, fulminante Koloratursopranistin des Theaters, singt Janáceks «Kinderreime» zwischen Werken von Schumann und Bartók (mit Klarinette, Violine und Klavier).

Urs Mattenberger

urs.mattenberger@luzernerzeitung.ch

Hinweis:Kammermusik-Matinee, Sonntag, 24. September, 11 Uhr, Luzerner Theater. Zur Mitwirkung anmelden kann man sich unter: karten@sinfonieorchester.ch, Vermerk «100 Metronome».

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