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OSCARS: Iran-Thriller dürfte «Lincoln» besiegen

In der Nacht auf Montag werden die begehrten Goldmännchen wieder vergeben. Wir spekulieren ein bisschen, wer was gewinnen wird.
Arno Renggli
Oscar-Favoriten, oben «Argo» (von und mit Ben Affleck). (Bild: PD/Keystone)

Oscar-Favoriten, oben «Argo» (von und mit Ben Affleck). (Bild: PD/Keystone)

Zunächst sprach alles dafür, dass Steven Spielberg mit seinem Biopic «Lincoln» der klare Favorit für die Oscar-Nacht sein würde. Ein grosser Regisseur, ein grosses Thema, ein grosser Film: Das war oft schon das Erfolgsrezept. Und mit zwölf Nominationen schien für «Lincoln» alles nach Plan zu laufen.

Dann kamen die Golden Globes und der Triumph für Ben Afflecks «Argo», einen Thriller über die Rettungsaktion in der US-Botschaft während der iranischen Revolution. Seither hat «Argo» weitere Preise gewonnen, während «Lincoln» eher mit historischen Ungenauigkeiten für Schlagzeilen sorgte. An den Kinokassen sorgten indessen beide Streifen für gute Einnahmen.

Bester Film: «Argo»

Doch im Moment spricht vieles dafür, dass «Argo» den wichtigsten Oscar, den für den besten Film, holen wird. Die Prognose ist allerdings nur schon deshalb gewagt, weil in dieser Kategorie gleich zehn Werke nominiert sind. Wirkliche Chancen hat indessen nur die Minderheit. Ob mit «Les Misérables» zehn Jahre nach «Chicago» wieder ein Musical obenaus schwingt? Möglich wärs. Mutig wäre es, den Preis «Dark Zero City» über die Tötung von Bin Laden zukommen zu lassen. Und noch mutiger wäre ein Oscar für Quentin Tarantino, der mit «Django Unchained» seinen Führungsanspruch im unkonventionellen Kino unterstrichen hat.

Beste Regie: Michael Haneke

Auch diese Prognose ist nicht ohne, zumal der Weg hier eigentlich frei wäre für Steven Spielberg. Weder Ben Affleck («Argo») noch unverständlicherweise Kathryn Bigelow («Dark Zero City») sind nominiert. Oder kommt Ang Lee mit dem Meeres-Epos («Life Of Pi») zu seinem zweiten Oscar nach «Brokeback Mountain» (2006)? Nein, wir tippen hier auf Europa und den Österreicher Michael Haneke, dessen Liebesdrama «Amour» überall für Furore sorgte und etwa die letztjährige Goldene Palme von Cannes geholt hat.

Hauptdarsteller: Daniel Day-Lewis

Hier kommt «Lincoln» zu seinem Preis, und dieser Tipp ist alles andere als gewagt. Der geniale britische Schauspieler Daniel Day-Lewis ist haushoher Favorit. Wer könnte am ehesten die Überraschung schaffen? Hugh Jackman als singender Valjean in «Les Misérables»? Kaum. Dann schon eher Joaquín Phoenix im Sektendrama «The Master». Aber es wäre eine Riesenüberraschung.

Hauptdarstellerin: Emmanuelle Riva

Weniger klar scheint diese Sache bei den Frauen. Aber «Amour» ist trotz europäischem Nachteil auch hier ein heisser Kandidat. Emmanuelle Riva, die am Tag der Verleihung ihren 86. Geburtstag feiert, spielte den weiblichen Teil des alten Liebespaares einfach umwerfend.

Die anderen vier nominierten Darstellerinnen haben sehr ausgeglichene Chancen. Jessica Chastain könnte für «Dark Zero City» den verdienten Oscar holen, der in den anderen Kategorien vielleicht verpasst wird.

Nebendarsteller: Robert De Niro

Fast wären wir aus europäischer Sicht und mit Sympathie für Österreich übermütig geworden. 2010 holte der Wiener Christoph Waltz den Preis mit dem Tarantino-Film «Inglorious Basterds». Jetzt ist er wieder für einen Tarantino-Film nominiert. Doch Waltz hat sich mit einem umstrittenen Jesus-Video (u.a. metzelt Jesus in Kill-Bill-Manier Römer nieder) voll in die Nesseln gesetzt. Zudem ist die Konkurrenz ganz stark: Alan Arkin, Robert De Niro, Tommy Lee Jones und Philip Seymour Hoffman haben auch alle schon Oscars gewonnen. Bei De Niro liegt es am weitesten zurück (1981 für «Raging Bull»), daher ist er Favorit.

Nebendarstellerin: Anne Hathaway

Auf keinen Fall wird «Les Misérables» in den Hauptkategorien leer ausgehen. Und der grösste Oscar-Trumpf ist Anne Hathaway, die nicht zuletzt auch gesanglich überzeugt. Zweimal war sie schon für eine Goldstatue nominiert. Diesmal wird es klappen, auch wenn die Konkurrenz auch hier namhaft ist, etwa mit Sally Field oder Helen Hunt.

Drehbuch: «Dark Zero City»

Eigentlich gilt diese Kategorie nicht als eine der ganz wichtigen. Zu Unrecht. Denn am Anfang jedes grossen Filmes steht eine starke Story. In der Kategorie «Originaldrehbuch» ist «Amour» erneut nominiert, aber diesmal bleiben wir auf dem Teppich. Hier müsste es «Dark Zero City» schaffen. Aber Achtung: «Django Unchained» mag als bester Film zu wenig mehrheitsfähig sein. Aber beim Drehbuch sieht es vielleicht anders aus. Bei der anderen Kategorie «Adaptiertes Drehbuch» wird «Argo» nochmals gewinnen. Womit sich der Kreis schliesst.

Bond dank Adele?

«Lincoln» wird sich dafür in einigen technischen Kategorien schadlos halten. Und was ist mit dem 007-Knüller «Skyfall»? Er hofft auf die Ohren der Academy-Mitglieder. Nominiert ist er für die Filmmusik, den Ton, den Tonschnitt und den besten Song. Diesen Preis sollte er dank Adeles Stimme eigentlich holen.

HINWEIS

Die Oscar-Verleihung wird in der Nacht von Sonntag auf Montag ab 1.15 Uhr auf ORF 1 live übertragen. Auch Pro 7 ist live dabei.

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