Neue Bilderbücher für Schlafmützen und Traumtänzer

Drei Kinderbücher gehen dem Schlaf auf den Grund: in tierischer Vorfreude auf die Winterruhe, mit Sachkenntnis und traumhaft schönen Bildern - oder über den hellwachen Umweg nächtlicher Gedankensprünge.

Bettina Kugler
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Parat für den tiefen Schlaf

Bevor die Augen zufallen und alle sich entspannt der Winterruhe hingeben, gibt es noch einmal viel zu tun für die Familien Igel, Frosch, Marienkäfer, Bär und Eichhorn: mehr oder minder sommerfrisch oder schon gähnend und mit schweren Lidern bauen sie in diesem zauberhaften Bilderbuch auf strapazierfähigen Kartonseiten ihr Winterlager aus artgerechten Naturmaterial. Umso mehr haben sie sich dann den tiefen Winterschlaf verdient. Es ist eine Wonne, wie die Japanerin Tomoko Ohmura mit sparsamem Strich das Glück des Ausruhens in Körperhaltung und Gesichtszügen eingefangen hat. Wer will da länger wach bleiben?

Tomoko Ohmura: Schlaft recht schön. Ab 2. Moritz, 24 S., Fr. 14.–

Im Traum wird gezaubert

Der Biophysiker Stefan Klein hat sich als Wissenschaftsautor («Die Glücksformel», «Das All und das Nichts») einen Namen gemacht. Dies ist sein erster Bilderbuchtext, und darin mischen sich Fantasie und Sachkenntnis über Schlaf und Traum: Elias trifft nachts einen Wolf und fliegt auf Schatzsuche. Doch wo ist die Schatzkiste am Morgen? Traumhaft, in einer aufregenden Mischung aus Schrecken und Schönheit, macht Stefanie Harjes aus dem stellenweise etwas betulichen Text grosse Kunst fürs Auge.

Stefan Klein, Stefanie Harjes: Der Traumwolf. Ab 4. Fischer Sauerländer, 32 S., Fr. 26.–

1001 Nachtgrübeleien

Das Faultier hat es gut: Es darf über 15 Stunden täglich schlafen – und wälzt sich vorher nicht unruhig in Gedanken hin und her. Anders grosse und kleine Menschen. Wie oft liegt man im Dunkeln und kann nur staunen, was da alles durch den Kopf schwirrt. Die Künstlerin Moni Port folgt einem nächtlichen Bewusstseinsstrom kreativ von Assoziation zu Assoziation, «von Hölzchen auf Stöckchen», und vermittelt dabei wie im Schlaf verspielt und überraschend viel Wissenswertes – das wir zu später Stunde nachts im Bett lieber loslassen würden.

Moni Port: Das schlaflose Buch.Ab 5. Klett Kinderbuch, 112 S., Fr. 22.–