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Lucerne Festival: Piano-Debüts mit Poesie und Bravour

Gerda Neunhoeffer

In den Debüts waren junge Talente zu hören, die schon mit dem Lucerne Festival in Kontakt waren: Schaghajegh Nosrati war im Sommer zusammen mit Sir Andras Schiff in Bach-Doppelkonzerten zu hören, Haochen Zhang spielte im Oktober in Schanghai Mozart mit dem Lucerne Festival Orchestra. Sie begeisterten die Zuhörer in der jeweils ausverkauften Lukaskirche in ganz unterschiedlicher Weise.

Zhang ist ein poetischer Pianist, der am Mittwoch ganz aus dem Inneren heraus spielt und mit einer Dynamik aufwartet, die ihresgleichen sucht. Sein orchestrales Fortissimo ist nie übertrieben, sein Piano ist von erlesener, kammermusikalischer Schönheit.

Wie ein Spaziergang durch Traumlandschaften

Bei Debussy entfaltet er Pastellfarben, die in «Feux d’artifice» wundersam aufzuleuchten beginnen. In Janaceks «Nebel» schält er kristalline Klarheit aus dem verschwommenen Untergrund, und wie er die Klaviersonate h-Moll von Liszt gestaltet, ist betörend. Er lässt den Pausen in der Sonate Raum, selbst in höchster Virtuosität wirkt es, als sei es für ihn ein Spaziergang durch traumhafte Landschaften, in die er die Zuhörer mitnimmt. Ein sensibler, reifer Künstler, der mit Zugaben von Chopin und Mozart nochmals bezaubert.

Am Donnerstag beeindruckt Schaghajegh Nosrati mit kraftvollem Anschlag in Bachs Italienischem Konzert; dann meistert sie im «Concerto pour Piano» von Charles-Valentin Alkan die schwierigsten Hindernisse der Klavierliteratur, vor denen sich selbst Liszt gefürchtet haben soll, mit virtuoser Bravour. Da gibt es kaum Entspannung, auch melancholische Passagen münden schnell wieder in unglaubliche Wirbel über die ganze Tastatur. Schade, dass auch die Zugaben, natürlich sehr gekonnt, virtuos sind.

Am Freitag, 23. November 2018, um 12.15 Uhr spielt Federico Colli in der Lukaskirche Luzern (Scarlatti, Bach/Busoni und Mussorgsky)

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