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POP: Eliane meldet sich wieder zurück

Eliane Müller veröffentlicht nach drei Jahren mit «Slow Motion» bereits ihre vierte Platte. Die Hochdorfer Siegerin von «Die grössten Schweizer Talente» entwickelt sich dabei sanft weiter.
Michael Graber
Sie wohnt mittlerweile wieder in Luzern: Eliane Müller (27). (Bild: PD)

Sie wohnt mittlerweile wieder in Luzern: Eliane Müller (27). (Bild: PD)

Michael Graber

michael.graber@luzernerzeitung.ch

Als Popstar muss man heute eine hohe Kadenz an den Tag legen. Das weiss auch Eliane. Ihre ersten drei Alben hatte Eliane Müller (27) jeweils im Jahresrhythmus veröffentlicht. 2012 «Like The Water», 2013 «Venus & Mars», 2014 «Bright Lights». Dann CD-Pause.

Bis gestern. Da erschien «Slow Motion». Ist dieser Titel auf ihr Arbeitstempo gemünzt? Müller lacht, «nein, es geht dabei darum, dass man in gewissen Momenten des Lebens gerne alles etwas verlangsamen und es so länger geniessen möchte». Sie habe auch nicht sonderlich langsam gearbeitet, wehrt sie sich, sie habe sich einfach stärker als früher «in den eigentlichen Prozess eingegeben». «Und eigentlich wollten wir die CD schon vor einem Jahr veröffentlichen. Sie war dann aber einfach noch nicht da, wo ich sie haben wollte», sagt Müller.

«Meine Fans mögen Balladen, und ich auch»

Also ging es noch einmal in den Songwriting-Prozess. Sie schrieb diesmal viele Texte selber und schliff dann mit diversen Musikern und Produzenten daran. Müller erzählt das ohne falsche Scheu. Andere Musiker zieren sich meistens ein bisschen, wenn es darum gehen würde zuzugeben, dass man nicht alle seine Lieder selber schreibt – was aber durchaus viele machen. «Für mich ist das ein kreativer Prozess. Diese Leute inspirieren mich, und es gibt dem Sound auch eine neue Richtung», sagt Müller.

Vor allzu viel Neuausrichtung müssen sich die zahlreichen Eliane-Fans aber nicht fürchten: «Mein Publikum mag Balladen, und ich mag Balladen. Da wäre es doch nur komisch, wenn ich jetzt plötzlich Country machen würde.»

Poppiger Sound ist etwas dunkler geworden

Insgesamt wirkt «Slow Motion» etwas moderner als seine Vorgänger. Die Single «Flawless» erinnert mit ihrer sich steigernden Dramatik streckenweise sogar an Adele. Anderswo zirpt und flirrt auch mal ein kleiner Effekt rein. Der poppige Sound scheint insgesamt etwas dunkler geworden zu sein, er lässt mehr Platz für Zwischentöne, die auch mal etwas schwermütig klingen dürfen. Aber eigentlich ist alles ein Rahmen, um der Stimme von Eliane Müller Platz zu geben. Singen kann sie ohne jeden Zweifel. Sauber und mit einer schönen Färbung. Seit ihrem Sieg bei der Castingshow «Die grössten Schweizer Talente» hat sie sich stetig entwickelt und reduziert den Druck im Gesang auch mal, was die Platte abwechslungsreicher macht.

Was auf dem Album fehlt, ist ein Song auf Italienisch. Bisher fand immer ein entsprechendes Stück den Weg auf die Scheibe. Diesmal nicht. «Es hat sich einfach nicht ergeben», sagt Müller. Zudem sei es schwierig, jemanden zu finden, der einem beim Schreiben eines italienischen Songs helfe – die meisten Songwriter sind auf Englisch eingestellt.

Dabei ist Müller in den letzten Jahren das Tessin doch eigentlich besonders ans Herz gewachsen, dort hat sie eine Weile sogar gewohnt und dabei vor allem das Tessiner Lebensgefühl schätzen gelernt: «Einfach alles ein bisschen gemütlicher anzugehen.» Fast ein bisschen «Slow Motion».

Sie schreibt gerade ihre Masterarbeit

Mittlerweile lebt Müller wieder in Luzern. In Inwil ist sie mit ihrem Freund zusammengezogen. Vorher hat sie auch noch ein Auslandsemester in Amerika absolviert. Momentan arbeitet sie an ihrer Masterarbeit. Abgabeziel: «Im kommenden Juni. Ich hoffe, dass das klappt.» Sagt es und erinnert ihre Pressedame, sie dann «spätestens im Mai» noch einmal daran zu erinnern. Eigentlich wollte sie die Arbeit bereits im Dezember einreichen, aber Platte und Leben funkten dazwischen: «Irgendwann muss man ja auch noch schlafen und essen», sagt sie lächelnd.

Grosse Fanbasis erarbeitet

Vorerst steht jetzt die Musik im Vordergrund. Promotermine in der halben Schweiz, und nachher startet bereits wieder die Konzerttour. Und auch wenn das Album etwas auf sich warten liess: Konzerte hat die Hochdorferin immer gespielt und sich dabei eine grosse Fanbasis erarbeitet. Trotzdem sagt Müller: «Ich denke nicht, dass es noch einmal drei Jahre geht bis zum nächsten Album.» Slow Motion muss also noch ein bisschen warten.

Hinweis

Eliane: «Slow Motion» (Sony). Live: 27. und 28. November, Stadtkeller, Luzern, und 9. Dezember, Braui, Hochdorf.

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