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POP: Granular mit melancholischen Moods

Das Debütalbum von Granular ist ein aufwendiges Studioprodukt geworden. Man darf gespannt sein, wie die Luzerner am Freitag ihre Songs live über die Bühne bringen.
Pirmin Bossart
Granular aus Luzern hiessen früher mal Augustine’s Suspenders. (Bild: Meret Wettstein)

Granular aus Luzern hiessen früher mal Augustine’s Suspenders. (Bild: Meret Wettstein)

Pirmin Bossart

kultur@luzernerzeitung.ch

Es ist frappant, wie schnell der Gitarrenpop in den letzten drei Jahren an Boden verloren hat. Das zeigt das Beispiel der Band Granular, die am Freitag ihr Debütalbum in der Schüür tauft. «Wir sind aus einem Workshop an der Musikschule entstanden. Mit 16 hatten wir eine rockige ­Attitude», sagt Sänger und Keyboarder Sebastian Meyer. Damals waren es Trip-Hop und Brit-Pop à la Franz Ferdinand, welche die Jungs inspirierten.

Wenn man sich heute ihr ­Debütalbum anhört, ist davon nichts mehr zu spüren. Jetzt dominieren Tasteninstrumente und Elektronik den Sound. Keyboards und Synthesizer schwängern die Pop-Wolke, die einen umhüllt. Auch die Stimme, die schwelgerisch mäandert, hat an Gewicht gewonnen. Ein Hauch von Soul und R ’n’ B liegt in den Artikulationen. Der Sound ist ein Konglomerat aus melancholischen Pop-Schlaufen, atmosphärischen Texturen, Beat-Gerüsten und allerhand elektronisierten Infusionen.

Überlegter und vielschichtiger

«Wir sind erwachsener ge­worden, neue Höreinflüsse sind ­dazugekommen, das hat auch unsere musikalischen Interessen mitgeformt», sagt Meyer zum neuen Soundbild. Son Lux, Dungen, Balthazar, Glass Animals oder die unvermeidlichen Radiohead gehören zu ihrer «Playlist». Meyer selber studiert Pop an der Hochschule der Künste Zürich.

Auch das erklärt, warum ihre Musik hörbar deutlich vielschichtiger und überlegter geworden ist. Auch die andern Bandmitglieder Christian Cotting (g), Matthias Cotting (b) und Leroy Biscette (dr) stecken viel Zeit und Energie in die Band. Alle sind musikalisch versierter geworden.

Den alten Namen «Augus­tine’s Suspenders» haben sie abgelegt und nennen sich nun Granular. Das klingt nach stofflich und grobkörnig, vielleicht auch nach einem elektronisierten Pop-Substrat, das porös und dennoch fliessend sein soll. Die zehn Tracks von «XI» schaffen melancholische Moods, ohne in Trübsal zu versinken. Die Leichtigkeit des Pops und der Drang für Arrangements jenseits gängiger Song-Schemata behalten stets die Oberhand. Granular klingen nach Dream-Pop oder Soul-Pop. Auch Tame Impala, eine von Meyers Lieblingsbands, kann man bedingt assoziieren, auch wenn Granular deren psychedelische Entrücktheit nicht erreichen.

Songs sind gewachsen

Entstanden ist «XI» im Dach-Studio von Timo Keller, der mit seinem intuitiven Arbeiten schon einige Luzerner Bands auf die Abschussrampe geschickt hat. «Wir suchten eine aussenstehende Instanz, die unseren Sound erkennen und mitprägen konnte. Timo war sehr wichtig für uns. Er wendet nicht sture Konzepte an, sondern hat eine eigenwillige Art, die Musik mit Ausprobieren und Machen wachsen zu lassen.»

Aus Meyers Skizzen und Ideen formte die Band mit Timo Keller sukzessive die Songs. Es wurde geschichtet, geformt, weggelassen, moduliert. Jetzt stehen Granular mit ihrem dreamy Progressive-Pop vor der Herausforderung, ein opulent konstruiertes Studioprodukt auch auf der Bühne so anzurichten, dass die grossen Linien stimmen und die richtigen Details trotzdem nicht zu kurz kommen.

Bereits im kommenden Januar wollen Granular in ihrem eigenen Studio in Sursee weitere Songs einspielen und im Sommer wenn möglich einige Gigs an Festivals spielen. Sebastian Meyer: «Wir legen nicht speziell Wert darauf, möglichst viele Festivals zu spielen oder überall präsent zu sein. Aber wir haben schon die Ambition, mit unserer Musik auch national einen ersten Fussabdruck zu setzen.»

Hinweis

Granular: XI, Little Jig,

Plattentaufe: Freitag, 1. Dezember, Schüür.

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