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POP: Jay Kay von Jamiroquai: «Ich bin eine Suchtpersönlichkeit»

Jay Kay (47), der Frontmann von Jamiroquai, groovt nach sieben Jahren Kreativpause so lässig wie eh und je. Ein Gespräch über Einflüsse und Vaterglück.
Britta Schultejans, dpa
Erinnert musikalisch und optisch an Daft Punk: Jamiroquai.

Erinnert musikalisch und optisch an Daft Punk: Jamiroquai.

Britta Schultejans, DPA

kultur@luzernerzeitung.ch

Leichter wird es selbstredend nicht, die Maschinen wieder anlaufen zu lassen, wenn du Jason Kay heisst, viele Millionen und nicht wenige der edelsten Sportwagen der Welt dein Eigen nennst. Kay, inzwischen 47 und Frontmann der vor fast 25 Jahren mit bis heute auf jeder vernünftigen Party zum Einsatz kommenden Welthits wie «Space Cowboy, «Virtual Insanity» oder «Little L» ultraerfolgreich gewordenen Jamiroquai, fühlte sich für die Frührente dann doch noch zu jung. Also legte er gemeinsam mit Stammsongschreibepartner Matt Johnson wieder los und schuf in jahrelanger Arbeit das achte Studioalbum «Automaton».

Ihre aktuelle Single heisst «Cloud 9». Das ist der Ort, an dem die Glückseligkeit herrscht. Passend zu Ihrem momentanen Lebensgefühl?

Ja, voll und ganz. Die vergangenen Wochen haben wir uns den Arsch abgeprobt, damit die Konzerte jetzt auch wirklich geschmeidig laufen. Wir haben ein paar frische Jungs in der Band und viele neue Songs, da ist man schon ganz ordentlich nervös. Und was soll ich sagen? Ich bin ein hocherfreuter alter Knabe.

Waren Sie nervös, ob die neuen Lieder gut ankommen?

Wären Sie das nicht in meiner ­Situation? Ich war alles andere als überzeugt, dass die Reaktionen nach sieben Jahren so fantastisch sind. Die Leute empfangen uns wieder mit offenen Armen in ihrer Mitte, das ermutigt mich.

Wie skeptisch waren Sie, ob Jamiroquai noch Interesse weckt?

Wirklich sehr. Ich kann den Menschen nicht verdenken, dass sie uns nicht mehr auf der Rechnung hatten. Dass sie dachten, wir wären am Ende, fertig, ausgebrannt, kaputt. Wir waren auch wirklich lange weg, das muss ich eingestehen. Aber ich lag nicht faul am Pool herum – zumindest nicht die ganze Zeit (lacht).

Der letzte Song auf «Auto­maton» heisst «Carla». Sie singen «Carla – what have you done to me? You made my life complete». Wer ist Carla?

Meine Tochter!

Ach was. Deshalb also die Pause.

Ja, Carla ist fast zwei. Der Song ist für sie. Und inzwischen hat sie sogar schon eine kleine Schwester, Talullah.

Der ewige Schwerenöter Jay Kay ist also Vater von zwei kleinen Mädchen. Wer hätte das vor ein paar Jahren noch gedacht?

Tja, so kann es gehen. Mein ­Leben hat sich krass verändert. Ich denke, es hat Vorteile, wenn du etwas später im Leben Vater wirst. Für mich war es genau der richtige Zeitpunkt. Ich bin ruhiger geworden, kein Vergleich mehr mit meinen wilden, verrückten, ausschweifenden Zeiten.

Drogen, Alkohol, Frauen – Sie haben bekanntlich nichts ausgelassen.

Richtig, richtig. Es war extrem. Und verstehen wir uns nicht falsch: Das alte Leben hat mir auch Spass gemacht. Aber so ein unerwachsenes Dasein, wie ich es bis tief in meine Dreissiger hinein geführt habe, lassen dir zwei kleine Mädchen daheim nicht mehr so einfach durchgehen. Ist auch gut so.

Sie hätten natürlich auch in Rente gehen und es mit den Mädchen gemütlich machen können. Wozu noch arbeiten?

Ja, das ist sicher richtig. Finanziell muss ich das hier alles nicht mehr tun. Aber Musikmachen ist wie eine Sucht, und ich bin eine Suchtpersönlichkeit durch und durch. Deshalb komme ich nicht los von der Musik, und mal ehrlich: Durch ein altes, schlossähnliches Anwesen zu stapfen und alte italienische Sportwagen zu fahren, ist auch nichts, was du für den Rest deines Lebens machen möchtest. Ich bin glücklich, dass ich die Musik und etwas zu tun habe.

Manche Stücke, aber auch Ihr neuer Look erinnern an Daft Punk. Absicht?

Daft Punk sind die Grössten. Ich finde alles toll, was die beiden machen. Die Inspiration war nicht bewusst und absichtlich, aber im Unterbewusstsein habe ich mich sicherlich von Daft Punk beeinflussen lassen. Es wäre grossartig, eines Tages mal was mit denen zusammen zu machen.

Auf «Automaton» geht es inhaltlich um den Kampf zwischen Mensch und ­Maschine. Wann haben Sie das Konzept entwickelt?

Ganz am Anfang, noch bevor ich mit dem Songschreiben anfing. Ich bin ja ein kleiner Prophet, was die Zukunft angeht, schon vor 20 Jahren habe ich mit «Virtual Insanity» vieles prophezeit, was auch eingetreten ist. Ich mache mir Sorgen darüber, wie schnell sich die Technologie entwickelt, wie stark die dunkle Seite neuer Erfindungen ist und dass irgendwo in einem Labor jemand sitzt, der Böses plant. Ich stelle mir vor, wie Mischwesen gezüchtet werden, halb Mensch, halb Roboter, die uns irgendwann unterjochen werden, man muss da aufpassen.

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