POP: Kunz freuts: «Platz 1 ist fantastisch»

Kunz wird endgültig zum Hitparadenstürmer. Wie man das am besten anstellt und wie er es gefeiert hat, verrät der Luzerner im Gespräch.

Interview Michael Graber
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«Alles, was kommt, ist Zugabe», sagt Kunz (31). (Bild: Amanda Nikolic)

«Alles, was kommt, ist Zugabe», sagt Kunz (31). (Bild: Amanda Nikolic)

Er hat es wieder geschafft: Der Luzerner Kunz ist auch mit seinem neuem Album «No Hunger» direkt auf Platz 1 der Schweizer Albumcharts gestiegen. Bereits mit seiner zweiten Platte «Mundart Folk» gelang Marco Kunz (31) der Sprung an die Hitparaden-Spitze. Dieses Mal liess er dabei arrivierte Bands wie Krokus und Gotthard hinter sich.

Hand aufs Herz, ist man beim zweiten Mal immer noch überrascht und voller Freude wie bei der Premiere?

Sicherlich. Und wie! Wir haben schon damit gerechnet, dass es vielleicht in die Top 5 reicht, aber gleich Platz 1 ist fantastisch. Das ist eine schöne Wertschätzung für meine Musik.

Schaut man da bewusst, dass in der Veröffentlichungs­woche keine anderen wichtigen Platten veröffentlicht werden und so die Konkurrenz möglich klein ist?

Man versucht es zumindest. Also bei den Schweizer Bands. Da schaut man schon, dass man nicht am gleichen Tag wie Züri West ein Album veröffentlicht. Bei internationalen Acts kann man das nicht steuern. Am meisten Rücksicht haben wir aber eigentlich auf die Fasnacht genommen.

Warum?

Ganz ehrlich: Unsere Homebase ist die Zentralschweiz, und die hat während der Fasnachtszeit einen komplett anderen Fokus als meine Platte. Und ich ehrlich gesagt selber auch (lacht).

Gibt es schon Guuggenmusigen, die Ihre Songs spielen?

Ja, eine Musig aus Ebikon hat «Vierwaldstättersee» gespielt. Das Video habe ich auch gleich auf Facebook geteilt. Das ist eine grosse Ehre.

Mittlerweile gibt es eine schmucke Trophäe für den Spitzenplatz in den Charts. Bringt der sonst überhaupt noch was?

In erster Linie ist es ein schönes Zeichen für unsere Arbeit. Da müssen ganz viele Leute daheim auf die Platte gewartet haben und diese schon länger vorbestellt ­haben. Das ist schon ein tolles Gefühl. Und natürlich ist es auch gut, um im Gespräch zu bleiben und ein Argument, dass man mehr und öfter in Zeitungen und Radios kommt. Das bringt wiederum mehr Leute an die Konzerte. Das ist doch ein schöner Kreislauf, den man so etwas ankurbeln kann.

Was man in letzter Zeit öfter beobachten konnte: Hoch eingestiegen in die Charts und eine Woche später schon wieder verschwunden. Was kann man da dagegen machen?

Das ist wirklich schwierig. So langweilig es klingt, ist wohl vor allem Hartnäckigkeit wichtig. Wir arbeiten kontinuierlich daran, dass wir viele Wochen ganz oben bleiben (lacht). Aber unter dem Strich ist das für uns vor ­allem ein Bonus. Wir sind schon sehr zufrieden, wenn wir eine Woche auf Platz 1 sind. Alles nachher ist Zugabe.

Dass Sie wieder auf Platz 1 ­stehen, haben Sie an den Swiss Music Awards erfahren. Wurde es ein langer Abend?

Oh ja. Wir haben unseren Songtitel «Üs ghört d’Nacht» zum Motto genommen und sind am Freitagabend kräftig um die Häuser gezogen. Es gibt gesündere Dinge, als einen Hitparadenerfolg zu feiern.

Interview Michael Graber

michael.graber@luzernerzeitung.ch