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POP: Nicht alles ist düster

David Byrne, der Kopf der Band Talking Heads, ist zurück. Mit Album und Show.
David Byrne macht nun Musik, die optimistisch stimmen soll. (Bild: PD)

David Byrne macht nun Musik, die optimistisch stimmen soll. (Bild: PD)

Dafür, dass David Byrne auf der Bühne eine packende Autorität ausspielt, ist er ein erstaunlich linkischer Redner. Natürlich macht ihn das sympathisch. Der Anlass ist die Londoner Auflage einer Serie von Anlässen, an denen der Mitbegründer der wegweisenden New Yorker Band Talking Heads Projekte aus der ganzen Welt vorstellt, die uns doch noch mit Optimismus in die Zukunft blicken lassen sollen. Die Vorlesung findet in intimem Rahmen im Roundhouse statt, wo die Hippies zum Sound von Pink Floyd einst von einer neuen Art von Gesellschaft träumten. Es habe ihn genervt, sagt Byrne mit stockender Stimme, dass er jeden Morgen von den Medien mit ­Dingen eingedeckt worden sei, die ihm die Freude am Tag vergällten. Da habe er sich auf die Suche nach Beispielen gemacht, mit denen er sein Dasein zuversichtlicher angehen könne.

Musik als Gegenprogramm

Passend zu dieser Unternehmung hat Byrne mit allerhand Gästen ein Album aufgenommen, das mit luftigen Klängen den optimistischen Geist seiner Vorlesungen reflektieren soll. Es trägt den doppelbödigen Namen «American Utopia». Der gebürtige Schotte hat einen Aufsatz dazu verfasst. Die Vereinigten Staaten seien als utopisches Experiment gegründet worden, heisst es darin. Ein Experiment, in dem von Anfang an Gift steckte: «Denn es wurde allein von weissen Männern durchgeführt … ausgetragen auf dem Rücken von Sklaven.» Bei aller Verwerflichkeit habe indes immer der Traum im Mittelpunkt gestanden, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Fairness einhergehe mit dem Freiraum, Talente zu entfalten. «Nun sieht es aber so aus, als ob das Experiment vor dem kompletten Kollaps ­stünde.»

Mit «American Utopia» versucht Byrne Gegensteuer zu geben. «Musik kann als Modell ­dienen. Sie kann zeigen, was ist und was sein könnte», sagt er im Roundhouse.

Keine Nahtstellen mehr zu erkennen

Für «American Utopia» hat sich David Byrne wieder mit Brian Eno zusammengetan, der als Produzent schon den Sound von Talking Heads mitgeprägt hatte und an der Seite von Byrne mit «My Life in the Bush of Ghost» (1981) eines der wichtigsten Alben der Sampling-Geschichte schuf. Über ­seine zahllosen Projekte hinweg ist Byrne inzwischen bei einem Musikstil gelandet, in dem all die diversen Zutaten – südamerikanische Rhythmen, afrikanische Melodik, Elektronik, Rap, experimenteller Rock, Soul – zu einem Ganzen verschweisst worden sind. Eine spektakuläre Tournee samt Multimediashow und fünf Perkussionisten folgt in Kürze.

Hanspeter Künzler

David Byrne: American Utopia, Nonesuch/Warners, Fr. 29.–

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