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Ausstellung der Luzerner Künstlerin Cornelia Castelli:
Präsente Blicke stehen hier im Zentrum, während das Umfeld verspielt ist

Cornelia Castelli (70) stellt in der Heiliggeistkapelle aus. Zu sehen sind fotorealistische Arbeiten mit Charme und Biss.
Susanne Holz
Künstlerin Cornelia Castelli in der Heiliggeistkapelle inmitten ihrer Porträts von Frauen und auch von Kleidungsstücken. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. Oktober 2019)

Künstlerin Cornelia Castelli in der Heiliggeistkapelle inmitten ihrer Porträts von Frauen und auch von Kleidungsstücken. Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. Oktober 2019)



Es ist die dritte Ausstellung von Cornelia Castelli in der Heiliggeistkapelle. Die erste Ausstellung unterstand dem Motto «Mensch und Tier», die zweite dem Motto «Wasser». Die aktuelle Ausstellung trägt keinen ­Titel ausser den Namen der Luzerner Künstlerin, die dieses Jahr 70 geworden ist – aber viel jünger aussieht. «Kunst und Liebe halten jung», teilt einem Cornelia Castelli, Spross einer Künstlerfamilie, fröhlich mit.

Betrachtet man die fotorealistischen Arbeiten, alle gemalt in Acryl auf Leinwand, so mag einem schon eine Klammer, ein Titel einfallen. Es sind die Augen der gezeigten Menschen, die einen sofort in den Bann ziehen, ihre Blicke. Mal streng, mal gewitzt, mal nachdenklich. Man kann an diesen Augen jeweils genau die Stimmung der dargestellten Person ablesen.

Vier barbusige Damen rufen zur Rebellion

Ein Lieblingsbild hat man auch sofort. Es ist einem Foto in einer alten Zeitschrift nachempfunden: Vier selbstbewusste Damen stehen nebeneinander, mit blossen Brüsten, trotzigen Lippen und vierfach entschlossenem Blick. Die Hände hinter dem Rücken verschränkt, die Körper aufrecht, die Mieder geschnürt, die Strümpfe glänzend an den schönen Beinen und die Pumps elegant an den zarten Füssen. Welche Rebellion wird hier geplant? Diesen Damen wird sie wohl gelingen. «4 Ladys», ist die eindrückliche Parade betitelt.

Im Bild gleich daneben sitzen «3 Mädels» auf einer Stufe und beissen in einen Apfel. Auch diese Schönheiten sind ganz in Schwarz-Weiss gehalten. Zusammen mit einem dritten Bild in Schwarz und Weiss ergibt sich eine aparte Gruppierung. Die dritte Arbeit zeigt eine Szene aus dem legendären New Yorker Nachtclub Studio 54.

Die Queen blickt in Farbe und streng

Doch natürlich gibt es auch viele Sujets in eindrücklichen Farben. Da wäre die gut genährte Schönheit auf dem orangenen Sofa, die Unterbeine hat sie kindlich gespreizt, die Hände müde aufgestützt, die Lippen rot, die Lider blau, die Haare hell. Der Blick: nachdenklich, entspannt, angespannt, abwartend. Alles in einem.

Dann wäre da noch Queen Elizabeth II. «Ich liebe die Queen», sagt Cornelia Castelli. Ihrem Idol hat sie Intelligenz, Strenge und Humor ins Gesicht gemalt. Und nicht zu vergessen: Neben all den Porträts von Menschen gibt es zwei Porträts von Kleidungsstücken, es sind die jüngsten Arbeiten Castellis, die früher bekanntlich zehn Jahre lang eine Luzerner Boutique führte. Zu sehen sind ein Trenchcoat in Hell und eine Chiffonbluse in Schwarz. Trench wie Bluse sind so bestechend genau und transparent gemalt wie Körper und Gesichter der porträtierten Menschen. Castellis nächstes Projekt: daraus eine Serie zu machen.

Hinweis

Ausstellung von Künstlerin Cornelia Castelli in der Heiliggeistkapelle, Hirschengraben 17B, noch bis zum 13. Oktober. Geöffnet Samstag und Sonntag, 16 bis 19 Uhr. www.castel.li

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