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Klassik auf dem Pilatus: Premieren betreffend Musiker und Saal führten zu Sternstunden

Das Kammermusikwochenende auf dem Pilatus mit Beethoven kam bei den vielen Besuchern hervorragend an. Dies dank einem fantastischen Quartett von Solistinnen und Solisten.
Gerda Neunhoeffer
Stojan Krkuleski, Soloklarinettist im Luzerner Sinfonieorchester, gehörte zu den Protagonisten auf dem Plaitus. (Bild: PD)

Stojan Krkuleski, Soloklarinettist im Luzerner Sinfonieorchester, gehörte zu den Protagonisten auf dem Plaitus. (Bild: PD)

Es gibt sie, die Glücksfälle, in denen sich alles zusammenfügt und selbst hohe Erwartungen übertroffen werden. So war es am ersten Wochenende «Beethoven-Gipfelwerke auf dem Pilatus». Da trafen vier exzellente Musiker zusammen, die nie vorher miteinander gespielt hatten. Aber in den beiden Konzerten im Hotel Pilatus Kulm unvergessliche Kammermusik boten.

Zusammen mit der Géza-­Anda-Stiftung präsentierte das Luzerner Sinfonieorchester die US-Pianistin Claire Huangci. Sie gewann 2018 den 1. Preis und den Mozartpreis des Concours Géza Anda und gibt im November ihr Début beim Piano-Festival. Dazu kamen die südkoreanische Geigerin Bomsori Kim, die eben ihr Début beim Lucerne Festival hatte, Cellist Christian Poltéra, Dozent an der Hochschule Luzern, und Stojan Krkuleski, Soloklarinettist im LSO.

Erstmals nicht im Queen-­Victoria-Saal, sondern im DragonForum, war die Akustik zunächst ungewohnt. Aber durch die Klarheit konnte man alle Feinheiten besonders gut hören, und nichts in dem schmucklosen Saal lenkte von den Klängen ab. Als hätten sie seit Jahren zusammen musiziert, so ungezwungen bis in jeden kleinsten Akzent einvernehmlich spielten Huangci und Kim Beethovens Violinsonate Nr. 7 c-Moll. Das unendlich scheinende Klangspektrum der Pianistin gab dem silbrigen, feinsinnigen Spiel der Geigerin viel Raum.

Das Klaviertrio D-Dur Op. 70 Nr. 1, das «Geistertrio», wurde zu einer Sternstunde der Kammermusik, in der Geige und Cello in wundersamen Dialogen über den Klavierkaskaden schweben konnten: Da waren hauchfeine Triller und perlende Läufe im Klavier, tief schmelzende Töne von Kim, die sich dem satt-samtigen Klang Poltéras fantastisch annäherten, fahle Düsternis zwischen innigem Ausdruck und ausbrechender Leidenschaft. Der Abend endete mit der «Waldsteinsonate» C-Dur op. 53. Auch da betörte Claire Huangci mit Wandelbarkeit. Sie malte Farben in allen Schattierungen, im letzten Satz schienen Wellen auf dem Meer zu wogen, bis sie von heftigem Sturm aufgewühlt wurden.

Zurückverwandlung in die Kammermusikerin

Mit der Klaviersonate A-Dur op. 101 begann die Matinee am Sonntag. Die «unendliche» Melodie im ersten Satz wurde von Claire Huangci sanft wiegend gespielt. Dann kam kraftvoll, scharf punktiert, dabei klar wie eine Bach-Sonate, der lebhafte zweite Satz. Unmerklich verwandelte sie sich dann von der Solistin wieder in die aufmerksame Kammermusikerin, die mit Christian Poltéra die Cellosonate D-Dur op. 102 Nr. 2 auf Topniveau interpretierte. Von Temperamentsausbrüchen über sanft leuchtende Melodien bis in das sich stetes überschneidende Fugenthema im Finalsatz: Alles wurde transparent und in fantastischer Balance gespielt.

In dem Duo C-Dur für Klarinette und Cello ergänzten sich Poltéra und Stojan Krkuleski hervorragend. Ein Erlebnis, den Klarinettisten für einmal nicht im Orchester, sondern ganz nah als Kammermusiker zu erleben. Spritzig, mit ungeheurer Musizierfreude bereiteten sie den Übergang zum bekannten «Gassenhauer-Trio» B-Dur op. 11. Da brillierten sie mit Huangci höchst differenziert. Der sanft-weiche, klare Klarinettenklang vereinte sich mit Cello und Klavier zum mitreissendenAbschluss des begeisternden Wochenendes. Ob Beethovens Geist über dem Pilatus schwebte?

An den beiden nächsten Wochenenden spielt das Hagen Quartett auf dem Pilatus

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