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Pussy Riot – wie ein feministisches Frauenkollektiv zu einer Weltmarke wurde

«Ich habe während meiner Schulkarriere fünf Mal die Schule gewechselt. Ich wollte nicht, dass mich jemand auf eine Zukunft vorbereitet, die nicht die meine ist.» Maria Alyokhina hat Wort gehalten. Berühmt wurde die 29-jährige Russin als Mitglied des 2011 gegründeten Frauenkollektivs Pussy Riot. Mit provokativen Kunstaktionen im öffentlichen Raum engagiert sich das Kollektiv unter anderem für Anliegen des Feminismus und der LGBT-Gemeinde, kämpft gegen Repression im Putin-Regime und erweiterte das Vokabular der russischen Medien mit dem Wort ­«Feminismus».

Zur Märtyrerfigur der russischen Kulturszene wurde Alyokhina, als sie 2012 mit mehreren Frauen mit bunten, gehäkelten Sturmmasken im Haupthaus der orthodoxen Kirche in Moskau ein Punk-Gebet aufsagte, das die Mutter Gottes zur Feministin erklärte und die unheilige Allianz zwischen dem Putin-Regime und der orthodoxen Kirche anprangerte. Die videodokumentierte Aktion ging im Internet viral. In einem Strafprozess wurden Alyokhina und ihre Mitstreiterin Nadezhda Tolokonnikowa trotz internationaler Fürsprecher, darunter Madonna, zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt. Alyokhina trat dort zeitweise in den Hungerstreik. Ihre eigene Realität schufen Alyokhina und Tolokonnikowa nach ihrer Entlassung mit der Gründung der unabhängigen Nachrichtenplattform «Zona Media» und einer NGO, die sich für Russlands Strafgefangene einsetzt. Während Tolokonnikowa mit US-Produzenten Musikvideos macht, die gegen Trumps Machismo schiessen und eine «Anleitung für eine Revolution» herausgegeben hat, veröffentlichte Alyokhina 2017 die aufrüttelnde Autobiografie «Riot Days». Auf deren Grundlage entstand die Performance «Riot Days». Mit ihr tourt sie derzeit durch Österreich, Deutschland, Ungarn, Luxemburg und die Schweiz. Diese Woche machte die Crew Halt im Theaterhaus Gessnerallee in Zürich. (jst)

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