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Benefizkonzert im KKL Luzern:
Rachel Harnisch rettet den Abend

Das Human Rights Orchestra versucht sich an Gustav Mahler mit einer kleinen Besetzung. Ein Experiment, das misslingt. Umso heller strahlt die Schweizer Sopranistin Rachel Harnisch.
Roman Kühne

Der einsame Gipfel dieses Donnerstagabends im Konzertsaal des KKL ist die Schweizer Sopranistin Rachel Harnisch. Sie singt die ruhigen und in sich gekehrten Lieder «Nacht und Träume» (Franz Schubert) und «Morgen» von Richard Strauss. In Schuberts Notation gibt es nur eine dynamische Angabe: «Pianissimo». Aber Rachel Harnisch verleiht diesem Wort Reichtum und Innerlichkeit, führt das Stück zu Meditation und Gebet in einem. Zerbrechlich, klangschön und tragend füllt ihr Gesang das KKL. Das Raum liefert das akustische Grundwerk und Rachel Harnisch weiss es subtil und kunstvoll zu nutzen. Ein aufregender Moment gerade in seiner Unaufgeregtheit.

In «Morgen» spinnt die Sopranistin einen intimen Dialog mit dem Konzertmeister Sebastian Breuninger vom Gewandhausorchester Leipzig. Weite Bögen, die sich wie natürlich umeinander weben. Mit dosiert eingesetztem Vibrato setzt sie kurze Spitzen, dichte Wellen, die direkt ins Innere zielen. Mit dosiert eingesetztem Vibrato setzt sie kurze Spitzen, dichte Wellen, die direkt ins Innere zielen. Diese leisesten Stellen sind der Höhepunkt des Abends.

Der Rest des Konzertes hinterlässt einen gemischten Eindruck. Das Human Rights Orchestra ist ja eine Art Benefiztreff verschiedenster Musiker europäischer Orchester. Die Musiker verzichten auf ihre Gaben und der Konzerterlös kommt humanitären Projekten zugute. Im Grundsatz eigentlich eine gute Idee.Auch war das Orchester teils schon sehr hochkarätig besetzt.

Vor ein paar Jahren gab es etwa ein exzellentes Konzert mit der «Sinfonie aus der neuen Welt» von Dvořák und Hélène Grimaud mit einem Klavierkonzert von Maurice Ravel. Beim aktuellen Konzert klingt die Sinfonie Nr. 102 von Haydn frisch, ohne jedoch grössere Stricke zu zerreissen.

Mit der 4. Sinfonie von Gustav Mahler nach der Pause ist das Orchester jedoch klanglich und in Bezug auf die Interpretation am obersten Limit. Mit knapp 60 Musikern entwickelt sich unter dem Dirigat von Alessio Allegrini nur selten die nötige Grösse, klare Weite und Dringlichkeit, die – neben allem volkstümlichen – auch diese Sinfonie auszeichnet.

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