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World Band Festival: Raffinierter Sound und ewigfrischer Star

Das World Band Festival wurde mit Brassmusik und Big-Band-Sound eröffnet. Und die Luzerner verpassten einen Sieg.
Roman Kühne
Das World Band Festival wurde vor dem KKL eröffnet. Hier ein Musiker der Black Dyke Band aus England. (Bilder: Jakob Ineichen, 21. September 2019)

Das World Band Festival wurde vor dem KKL eröffnet. Hier ein Musiker der Black Dyke Band aus England. (Bilder: Jakob Ineichen, 21. September 2019)

Es hat nicht sein sollen. Nach dem ersten Teil war man sich im Publikum einig: Die Brassband Bürgermusik Luzern gehört zu den Favoriten. Am 30. Besson Swiss Open Contest im KKL, dem Treffen der besten Brass Bands der Schweiz, spielen sie das schwierige Teststück «Paganini Variations» des Engländers Philip Wilby brillant. Schnelle Tempowechsel, unregelmässige Rhythmen, Läufe durch alle Register, hohe Noten, Intonationsschwierigkeiten, lyrische Momente – nichts wird ausgelassen.

Die Brassband Bürgermusik Luzern unter der Leitung von Michael Bach spielt weitgehend souverän, phrasiert hervorragend und interpretiert fantasievoll. Das Stück ist sicher am oberen Limit. Keine Band schafft es, den extrem schnellen Teilen Transparenz zu geben. Dennoch, die Musikrichter bewerten den Vortrag der Luzerner mit 176 Punkten. Einzig der ewige Rivale Brass Band 13 Étoiles ergattert einen mehr.

Hartes Verdikt und nur Platz 4

Am Nachmittag folgt die Enttäuschung. Nur 159 Punkte geben die Richter für die Konzert-­Ouvertüre «John O’ Gaunt» des Briten Gilbert Vinter. Trotz einiger Patzer und Unsauberkeiten ist das Verdikt gar etwas hart und schiebt die Band auf Platz 4 zurück. Auch die Brass Band ­Luzern Land unter Roland Fröscher, das andere Innerschweizer Ensemble im Verband der 10 Besten, bringt eine saubere Leistung und holt insgesamt Rang 7. Die einen jubeln, andere trauern, dem Volksfest im und um das KKL kann dies nichts anhaben.

Die Harmoniemusik Kriens begeisterte mit raffinierten Stücken.

Die Harmoniemusik Kriens begeisterte mit raffinierten Stücken.

Die traditionelle Eröffnung des World Band Festival am Samstagabend auf dem vollbesetzten Europaplatz bringt die verschiedensten Stilrichtungen unter einen Hut. Die Black Dyke Band, die wohl berühmteste Brass-Gruppe der Welt, wechselt sich ab mit der Blaskapelle Etzel-Kristall. Die Dixie-Grossformation Pasadena Roof Orchestra swingt, was das Zeugs hält, und die variantenreiche Harmoniemusik Kriens unterhält mit ihren raffinierten Stücken. Es ist der Reiz dieser Open-Air-Konzerte, dass sich Profis und Amateure rasant ­abwechseln.

Pepe Lienhard: Voll im Saft

Am gestrigen Sonntagmorgen tritt dann einer auf, der definitiv keine Wettbewerbe noch vergleichende Konzerte braucht. Der Bandleader Pepe Lienhard ist und bleibt die grosse Ikone der Schweizer Unterhaltungsmusik. Das Geheimnis seines Erfolges? Zwar streut der Altmeister nur noch selten ein paar Sax-Töne ein, die perfekt aufspielende Band macht diese auch überflüssig. Aber es ist wohl die Mischung aus Klassikern und neuen Melodien, die seine jährlichen KKL-Konzerte von der Masse abhebt. Wenn er dann einen seiner Evergreens spielt, ist dies nur selten die Version vom letzten Jahr.


Zwar erklingt «In The Mood» von Glenn Miller ebenso wie ein Medley der bekanntesten Melodien von Udo Jürgens. Aber frisch arrangiert und mit dem hervorragenden Gesangsquartett Swing4­you, wird selbst der Hit «Mit 66 Jahren» zum echten Jungbrunnen. Dem «Saint Louis Blues» von 1914 wird ein Funk-Gewand übergestülpt.

Die Höhepunkte des Konzertes liefern Ausflüge in «neue» Gefilde. Lienhard hat sich schon immer bei allen Genres bedient. Und scheut sich bis heute nicht, seinem Publikum auch Unerwartetes zu servieren – immer in Pepe-Manier. Bei «Bohemian Rhapsody» von Queen setzen Bigband und Swing4you die verschiedenen Stimmungen, Tempi und Farben des Liedes packend in Szene. Ein Stück Musikgeschichte, originalgetreu und doch völlig anders.

Auch die Ausflüge in die Filmmusik überzeugen. «Spiel mir das Lied vom Tod» von Ennio Morricone gerät zur eindringlichen Geschichte. Grosse Musik, grossartig gespielt. Da fällt es gar nicht auf, dass er für einmal seinen Top-Hit «Swiss Lady» nicht einmal erwähnt. Bei der Zugabe sind alle Besucher auf den Beinen, tanzen und klatschen im Rhythmus mit. So etwas erlebt man im KKL an einem Sonntagmorgen selten.

Rangliste Swiss Open Contest 2019

1. Brass Band 13 Étoiles

2. Brass Band Berner Oberland

3. Ensemble de Cuivres Valaisan

4. Brassband Bürgermusik Luzern (Dirigent: Michael Bach)

5. Wallberg Band

6. Brass Band Fribourg

7. Brass Band Luzern Land (Dirigent: Roland Fröscher)

8. Oberaargauer Brass Band

9. Liberty Brass Band Ostschweiz

10. Ensemble de Cuivres Mélodia

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