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Rammstein liefern in Bern eine hochgepowerte Rockshow

Die wohl erfolgreichste deutsche Rockband bietet im Stade de Suisse, was man von ihr erwartet. Manchmal spürt man vor lauter Vollgas aber die Geschwindigkeit gar nicht mehr.
Michael Graber
(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: PD/Rob Lewis, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)(Bild: Manuela Jans-Koch, Bern, 5. Juni 2019)
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Rammstein rocken Bern

Wenn die Modefarbe des Jahres jeweils durch das Publikum am ersten grossen Freiluftanlass bestimmt würde, so wäre es in diesem Jahr schwarz. Das Publikum im Stade de Suisse trug das Schwarz am Mittwochabend in all seinen verschiedenen Varianten, manchmal mit einem Schriftzug, der oft in Leuchtfarben oder Weiss gehalten war. Das macht das Schwarz auf den T-Shirts noch etwas schwärzer. Aber genug der Farbenbeobachtungen. Eigentlich geht es ja um Musik. Um jene von Rammstein. Diese wäre, wenn sie denn eine Farbe wäre, wohl am ehesten auch schwarz. Wobei es gerade um kurz nach acht Uhr, als das Konzert begann, eigentlich fast noch ein bisschen zu hell war für diesen schwarzen Sound.

Aber wenn man die Helligkeit schon nicht wegzaubern kann, so kann man ja versuchen sie wegzuknallen. Um 20.12 Uhr macht es kräftig Bäng. Auf Zeichen von Drummer Christoph Schneider fliegen die ersten Funken rund um die Bühne, es rauchte und beachtlich laut kroch der Sound aus den Boxen und grub sich in die Magengegend der 44'000 Zuschauer.

Rammstein ist auch eine Art Versprechen. Eines für Show, Wucht und eben: Bumm, Tätsch, Bäng. Mit «Was ich Liebe» und «Links, 2, 3, 4» eröffnen die Deutschen das Konzert in gewohnt martialischer Art. Aber eben auch recht musikalisch. Bis es das nächste Mal kräftig rumst, donnert und raucht, vergehen über 15 Minuten. Das mag kurz erscheinen, aber für rammsteinsche Verhältnisse ist dies fast schon als Feuerpause zu deuten. Ein erstes Highlight ist «Zeig dich». Sänger Till Lindemann klagt den Missbrauch in der Kirche an und schickt ein wütendes «Zeig dich» in den Himmel, um den Gott zu rufen, in dessen Namen dies alles geschehe. Sollte dieser zufällig gerade oberhalb der Region Bern gewesen sein, dürfte er es gehört haben, es war ziemlich laut und ziemlich heiss. Geantwortet hat er jedenfalls nicht.

Die Stille gibt den lauten Momenten mehr Power

Es ist aber auch der Moment, als Rammstein endlich diese Dringlichkeit bekommt, von der die Band lebt. Vorher verpuffen viele der kräftig rausgeschleuderten Töne irgendwo im Stadionrund. Es wird zwar kräftig angefeuert, aber die Flammen wollen trotzdem nicht richtig lodern. Eben bis zu «Zeig dich». Dann wird es der erwartete Flächenbrand. Auch weil es Rammstein verstehen, plötzlich auch mal einen ruhigeren Moment einzuwerfen. Vorher ist immer alles Vollgas und vor lauter Vollgas spürt man die Beschleunigung gar nicht mehr. Den grössten Brecher des neuen Albums, das wegen seines Videos viel gescholtene «Deutschland», spielen sie nach dem fast schon ruhigen «Diamant». Zuerst in einer herrlich technoiden Version, inklusive lustigen Leucht-Anzügen. Das hätte auch ein formidabler Rave sein können und nimmt dem scharfen «Deutschland» im Refrain etwas den teutonischen Schrecken. Durch dieses kurze Innehalten (naja) haben die scharfen Gitarrenriffs der normalen Version nachher umso mehr Kraft. Irgendwas explodiert ziemlich sicher auch. Und nun ist es um das eh schon ergebene Publikum endgültig geschehen.

Stunden zuvor war es stoisch und friedlich, zumindest so lange wir das beobachtet haben, in langen Schlangen rund um das Stade de Suisse angestanden. Das ist der Preis der personalisierten Tickets, die eingesetzt werden, um dem Schwarzmarkt die Zähne zu ziehen. Für viele ist es offensichtlich nicht das erste Rammstein-Konzert, wie die leuchtschriftigen Aufdrucke auf den schwarzen T-Shirts verraten. Rammstein polarisiert. Man liebt sie oder man lehnt sie ab. Die Ablehner sind heute nicht da. Die sind daheim. Und jene, die da sind, bekommen das, was sie wollen. Eine hochgepowerte Rockshow, bei der die Zwischentöne vor allem dazu dienen, die lauten Momente noch etwas lauter zu machen.

Tätsch! Bumm! Bäng!

Und nun da die Nacht endgültig über dem Stadion liegt, wird alles noch eine Stufe wuchtiger, erreicht dabei aber nie mehr die Dringlichkeit von «Zeig dich». Vielleicht ist es jetzt einfach auch eine generelle Überforderung. «Engel» spielt Rammstein auf einer zweiten Bühne und lässt sich anschliessend in Schlauchbooten zurück auf die Bühne tragen. Ist das eine Anspielung auf das Flüchtlingssterben im Mittelmeer? Vielleicht. Aber: Bumm, Tätsch, Bäng. Es passiert schon wieder etwas. Die Nuancen werden nun rasch niedergestampft. Vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig, denkt man, und schon flackern wieder Funken auf der Bühne.

Irgendwie vermisst man da manchmal den Humor und den Schalk der sechs Musiker, den man vorher auch unter ihren Kostümen oft gespürt hat. Dafür knallts, rauchts und dröhnts. Ist auch etwas. Und natürlich: Man ist nicht hier, um dezent unterhalten zu werden. Hier findet man es lustig, wenn man aus einem riesigen Metall-Phallus mit Schaum bespritzt wird. Dann flattern noch (einmal) Konfetti durch die Nacht. Wars gut? Ja. Wars nachhaltig? Nein. Macht das etwas? Bumm, Tätsch, Bäng!

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