Kolumne

Kunstfehler von «Game of Thrones» und heldenhaftere Korrekturen

Wer hat den Kaffeebecher vergessen? Darüber rätselte diese Woche die Community von «Game of Thrones». Doch die wahre Heldin war in Luzern.

Céline Graf
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Bild: PD/Simon Grünig

Bild: PD/Simon Grünig

Ich beginne mit einer Anekdote aus «Game of Thrones». Aber versprochen: Sowohl Nichtkenner der Serie als auch Anhänger können furchtlos weiterlesen. Es gibt weder nervige Insider noch schlimme Spoiler. Und der Schluss hat sogar eine Moral.

Moment, da war doch ein Kaffeebecher? Ihnen entgeht nichts, den Fans der düsteren Fantasysaga über einen epischen Krieg um die Weltherrschaft. Als diese Woche die neueste Folge lief, überbot sich die Community im Internet gegenseitig mit Spott. Mitten in der mittelalterlichen Kulisse war auf einem Tisch vor der Drachenkönigin Daenerys für wenige Sekunden ein Starbucks-Becher zu sehen.

Inzwischen haben die Produzenten den Fehler korrigiert und sich dafür entschuldigt. Ob den Kaffee nun ein Praktikant oder eine Schauspielerin dort vergessen hat – Starbucks freut sich über die Gratiswerbung und twitterte: «Wir sind überrascht, dass sie keinen Dragon Drink bestellt hat.» Böse Zungen könnten behaupten, die teuerste Fernsehserie aller Zeiten habe sich vielleicht dreiste Schleichwerbung erlaubt.

Es gibt übrigens Nerds, die nichts anders tun als Fehler in Filmen und Serien zu suchen. Doch auch die Kunst bietet hierfür Stoff. Wie neulich, als ich auf dem Flyer einer Ausstellung ein rotes «e» am Ende des sonst schwarzgedruckten Titels sah. Angesprochen darauf, gab der Galerist zu: Die Künstlerin habe sich verschrieben und den Fehler von Hand korrigiert. Und zwar absichtlich so transparent. Da kann man nur sagen: heldenhaft!