RATEN: Die Jury hatte gestern einen harten Job zu erledigen

Das Volksmusikfest auf dem Raten wurde mit der Vorausscheidung zum Kleinen Prix Walo abgeschlossen. Alle Zuger gingen jedoch leer aus.

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Solojodlerin Sabrina Bolliger aus Lenzburg gestern während des Wettbewerbs. (Bild: Werner Schelbert)

Solojodlerin Sabrina Bolliger aus Lenzburg gestern während des Wettbewerbs. (Bild: Werner Schelbert)

Der Baarer Franz Marty, Präsident des Verbandes Schweizer Volksmusik (VSV) Sektion Zug, sagte vor dem Auftakt zur Vorausscheidung des Kleinen Prix Walo 2015 auf dem Raten: «Vom Freitagabend an feierte die Volksmusik ein Highlight nach dem anderen.» Als bisherigen Höhepunkt bezeichneten gleich mehrere Festbesucher den von Pfarrer Strassmann zelebrierten volksmusikalischen Gottesdienst. Doch das absolute Highlight stand noch bevor: die Vorausscheidung zum Kleinen Prix Walo 2015.

Marianne Zemp von der Trachtengruppe Rotkreuz betonte: «Ich freue mich sehr auf die Auftritte der jungen musikalischen Talente. Die Volksmusik ist dank der in den gemeindlichen Musikschulen vorzüglich geleisteten Arbeit wieder im Aufwind.» Schade sei indes, dass den Trachtengruppen der Nachwuchs fehle. Woran es liege, wisse sie nicht. Dass sich die Volksmusik weit weniger Nachwuchssorgen machen muss, zeigte sich gleich zu Beginn der Vorausscheidung. Das Alphornduo Lydia & Klara Theiler aus Edlibach überzeugte mit einem tadellosen Auftritt, der nur noch von der Solojodlerin Sabrina Bolliger aus Lenzburg übertroffen wurde. Sie kann am 6. Dezember in Biel in der Sparte Jodeln zum Finale antreten.

Grosses Rätselraten im Publikum

Sepp Trütsch, der den Event humorvoll allein moderierte, da Monika Kälin wegen einer Sondersendung zum Tod von Volksschauspieler Jörg Schneider ins Fernsehstudio reisen musste, betonte bei der Bekanntgabe der Kategoriensieger: «Die von Walter Briner angeführte Jury hatte einen schweren Job. Die Resultate fielen derart knapp aus, dass sogar nachgezählt werden musste.» Im Publikum wurde gerätselt, wer wohl in den Kategorien Ländlerkapelle und Volksmusik als Gewinner hervorgehen werde. Franz Marty sagte: «Ich bin neutral, aber ich denke, dass der junge Akkordeonist Rafael Nussbaumer aus Alosen eine reelle Siegeschance besitzt.» Ein älterer Mann meinte: «In der Sparte Volksmusik werden die Moränen-Örgeler aus Edlibach den Sieg davontragen. Sie haben vom Publikum den lautesten Applaus erhalten.» Der Mann täuschte sich: Der Sieg in der Kategorie Volksmusik ging an das Schwyzerörgeli-Duo Einsiedler Buebe aus Egg im Kanton Schwyz.

Verdikt löst Krokodilstränen aus

Die aus dem Kanton Zug teilnehmenden Formationen konnten noch auf einen Sieg in der Kategorie Ländlermusik hoffen. Lag Franz Marty richtig mit der Vermutung, dass der Akkordeonist Rafael Nussbaumer aus Alosen gewinnen könnte? Nein. Als Sieger wurde die Kapelle Bienengift aus Appenzell ausgerufen. Sämtliche Zuger Aspiranten auf die Finalteilnahme am Kleinen Prix Walo 2015 in Biel gingen leer aus. Dieses harte Verdikt löste bei einem kleinen Knirps der Jungjutzer von Menzingen einige Krokodilstränen aus, die erst wieder versiegten, als er von der Leiterin Brigitt Bieri-Durrer tröstend in die Arme genommen wurde.

Martin Mühlebach