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Raubkunst oder entartete Kunst? Zwei Begriffe und viel Grau dazwischen

Rund 20 000 als «entartet» diffamierte Kunstwerke liessen die Nationalsozialisten aus deutschen Museen entfernen. Manche Werke wurden zerstört. Andere an der Wanderausstellung «Entartete Kunst» gezeigt oder zu günstigen Preisen ins Ausland verkauft. Bei letzterer Praxis hatte Cornelius Gurlitts Vater Hildebrand Gurlitt als einer von vier von den Nazis mit dem Verkauf der Werke beauftragten Kunsthändler eine Schlüsselrolle inne.

Dieser «Ausverkauf der Moderne» ist neben der Emigration avantgardistischer Künstler und Kunstsammler bis heute ein Grund, warum sich in vielen Museen der Schweiz oder der USA – man denke an das Kunstmuseum Basel oder das New Yorker Museum of Modern Art – eine beachtliche Zahl moderner Kunst befindet.

Weil die Nazis die Beschlagnahmung 1938 rückwirkend mit ihrem «Einziehungsgesetz» rechtlich legitimiert haben, und dieses Gesetz von den Siegermächten nach dem Krieg anerkannt wurde, können deutsche Museen diese Werke nicht mehr zurückfordern.

Als Raubkunst bezeichnet man Werke, welche die Nazis ihren meist jüdischen Besitzern geraubt haben oder solche, die aus Notlage (etwa zur Bezahlung der so genannten Reichsfluchtsteuer) verkauft werden mussten. Ebenfalls darunter fallen Werke, die sich als Leihgaben Privater in deutschen Kunstmuseen befanden, also bei der Beschlagnahmung widerrechtlich entfernt wurden.

Eine klare Abgrenzung ist aufgrund der oft nicht lückenlosen Beweisführung jedoch schwierig und führt bis zum heutigen Tag zu Rechtsstreitigkeiten. Mit der rechtlich nicht bindenden «Washingtoner Vereinbarung» verpflichten sich die Institutionen der Unterzeichnerstaaten seit 1998 trotz bestehender Verjährungsfrist Raubkunst als solche anzuerkennen, nach den vormaligen Besitzern zu suchen und mit ihnen «faire und gerechte Lösungen» auszuhandeln. Ausgenommen davon sind Privatsammler. Sie können in Europa nicht zur Herausgabe von Werken verpflichtet werden. (jst)

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