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Neues Album der Rockband:
Redwood bleiben sich treu

Fünf Jahre haben Redwood auf Sparflamme weitergearbeitet. Nun meldet sich die Band mit der Luzerner Frontfrau Nicole Kammermann zurück – und klingt wie vorher.
Michael Graber
Redwood mit Nicole Kammermann (46) machen griffigen Rock mit Ohrwurmcharakter. (Bild: PD/Severin Ettlin)

Redwood mit Nicole Kammermann (46) machen griffigen Rock mit Ohrwurmcharakter. (Bild: PD/Severin Ettlin)

«Wir waren nie weg», sagt Nicole Kammermann im Garten eines Luzerner Restaurants über ihre Band Redwood. Vielleicht waren sie nie «weg», aber auch nicht mehr richtig «da». Ihre letzte Platte erschien 2013, und danach wurde es nach und nach etwas ruhiger um die Band mit Luzerner Frontfrau, einige wenige Konzerte spielten sie noch. «Wir sind damals sehr hochtourig gelaufen», sagt Kammermann, «wir wollten bewusst etwas zurückfahren.» Und dann passiert, was halt passiert: Das Leben kommt in die Quere. Schlagzeuger Francesco Gasparini bekam seit 2013 drei Kinder, andere Bandmitglieder gingen auf Reisen, Kammermann machte eine Ausbildung. Alles schöne Dinge, aber einer Band meistens nicht sonderlich förderlich.

«Wir hatten schon ein paar Mal Diskussionen, ob wir überhaupt noch weitermachen sollen», gibt die 46-jährige Kammermann unumwunden zu. Mal wollte jemand mehr, mal jemand weniger Gas geben. Es sei ein bisschen wie in einer Beziehung: Man geht sich zwar dann und wann kräftig auf die Nerven, aber ohne einander könne man dann doch nicht sein. Und so gibt es Redwood immer noch. Und mit «Redwho..?» melden sie sich nun endgültig zurück.

«Wir haben keinen Druck»

Der Albumtitel spielt bereits mit der langen Abwesenheit. Gerade im schnelllebigen Musikgeschäft sind fünf Jahre ohne Platte eine mittlere Ewigkeit. Wer nicht konstant dranbleibt, der geht vergessen. Da nützt es auch nur wenig, was man vorher für Erfolge hatte – und Redwood hatten sich durchaus einen sehr soliden Ruf und einiges an Airplay erspielt. «Darauf kann man jetzt halt nicht mehr aufbauen», sagt Kammermann. Sie sei aber auch froh, dass damit auch keine Erwartungen verbunden sind – «so haben wir weder Druck von innen noch von aussen». Aber natürlich – auch das gibt Nicole Kammermann zu – wolle man schon wieder anknüpfen an frühere Erfolge und «vor allem sehr viel spielen».

Die fünf Jahre reduzierter ­Betrieb im Bandraum im Luftschutzkeller haben Redwood nicht sonderlich verändert, sondern eher konserviert. Redwood 2018 klingen ähnlich wie die ­Variante von 2013. Eingängiger, griffiger Rock mit grossem Pop-Appeal. Das ist zwar wahnsinnig gut für den Wiedererkennungswert der Band, aber wirkt doch fast schon ein bisschen aus der Zeit gefallen – die Gitarre hat es zunehmend schwierig.

Umgang mit dem Älterwerden

«Das ist uns komplett bewusst», so Kammermann, «aber wir machen halt die Musik, die wir fühlen und lieben. Uns verbiegen können und wollen wir nicht.» Trotzdem hoffe sie nicht nur Nostalgiker anzusprechen, sondern auch den einen oder anderen ­jungen Fan an ihre Konzerte zu locken. So hat sich die Band beispielsweise extra in Social Media fit gemacht, um auch ein jüngeres Publikum zu erreichen, «ohne uns dabei aber zu verstellen», sagt Kammermann, die in einer Luzerner Gemeinde als Lehrerin arbeitet.

Den Spass, den Kammermann und ihre drei Kollegen an der ­Musik haben, spürt man beim Durchhören von «Redwho..?». Gerade der Gesang von Kammermann trägt viel dazu bei, dass die Musik nicht allzu austauschbar wird. Viele der zwölf Songs haben viel Zug, und «Sitting In A River» und «Miss Universe» sind unverschämt catchy.

Der letzte Song heisst «The Art Of Growing Old» und thematisiert das Älterwerden und den Umgang damit. Redwood ironisieren das Thema, indem sie den Song als reine Popnummer verkaufen, mit allerlei Firlefanz und Pomp, der sonst praktisch komplett aus dem Album weggeblasen ist. Das ist alles fast schon furchtbar überzuckert und hat trotzdem Schmiss. Doch, doch, das würde durchaus auch funktionieren.

Aber eigentlich haben Redwood ja ihre Art, in Würde älter zu werden, schon gefunden: Sie bleiben einfach sich selbst. Das würde man gerne all jenen Popsternchen wünschen, die glauben, man müsse sich halbjährlich neu erfinden. So hält man vielleicht seine Songs ständig radiotauglich, macht sich selber aber sehr austauschbar.

Auch wenn man Redwood da und dort gerne noch ein paar Kanten und Ecken mehr wünschen würde: Die Beharrlichkeit steht ihnen gut.

Redwood: Redwho..? (TBA)

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