Region Luzern
Mozart, MeToo und Massimo Rocchi – unsere Kultur- und Ausgeh-Tipps der Woche

In den nächsten Tagen finden zahlreiche kulturelle Höhepunkte in der Region statt. Unsere Redaktion hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Urs Mattenberger, Regina Grüter
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Klassik

So nah an Mozart wie nie zuvor

Das Ensemble Corund vor zwei Jahren beim letzten Auftritt vor Corona im KKL.

Das Ensemble Corund vor zwei Jahren beim letzten Auftritt vor Corona im KKL.

Bild: Philipp Schmidli

Das «Requiem» gehört zu Mozarts beliebtesten Werken, obwohl es zu weiten Teilen gar nicht von ihm selber stammt. Die Sätze nach dem Introitus sind ein Fragment aus Chorstimmen und Orchesterstellen, die Franz Xaver Süssmayr nach dem Tod Mozarts fertigstellte.

Das Ensemble Corund, ein Spezialist für historische Fassungen von Meisterwerken wie Händels «Messias», stellt Mozarts Requiem in einer neu rekonstruierten Fassung vor, die es so nah an Mozart heranführt wie nie zuvor. Erstellt hat sie der Komponist Pierre-Henri Dutron, der nach dem Studium von Mozarts Autografen ein «Remade» von Süssmayrs Fassung ausarbeitete. Der Dirigent René Jacobs wählte sie für seine Aufnahme, weil sie «Rücksicht auf die dunkle Instrumentierung des Requiems» genommen habe.

In zwei Fassungen erklingt Barbers «Adagio for Strings» – im Original für Streicher sowie in Barbers Chor-Adaption «Agnus Dei». Das A-cappella-Requiem des Engländers Herbert Howell und Mozarts Adagio und Fuge KV 546 stellen der Chor und das Chaarts-Orchester separat vor. Mit der aus namhaften Kammermusikern zusammengesetzten Formation tourte das Ensemble Corund bereits durch Schweizer Orte und Städte. (mat)
Sonntag, 31. Oktober, 17.00, Konzertsaal, KKL, Luzern; www.kkl-luzern.ch.

Festival Strings mit Bach und Brahms

Im Coronajahr lanciert, startet die Kammermusikreihe des Festivals Strings Lucerne im Hotel Schweizerhof jetzt in ihre erste Vollsaison und vollzieht auch im Kleinen die Entwicklung hin zu grösseren Besetzungen. Zuerst spielen die Chamber Players die dreistimmigen Inventionen von Bach in einer Fassung für Streichtrio, die der Titel «Sinfonien» nahelegt. Orchestrale Kammermusik erklingt mit dem «Agathe»-Streichsextett inG-Dur des damals verliebten Brahms. (mat)
Sonntag, 31. Oktober, 17.00, Hotel Schweizerhof, Luzern; www.fsl.swiss

«Two by four» mit akustischen Instrumenten und Elektronik

Das Ensemble Nomad und die Electronic Wind Instruments um den Saxofonisten Sascha Armbruster bringen audiovisuelle Werke zur Uraufführung.
Donnerstag, 28. Oktober, 20.00, Neubad Luzern; www.neubad.org

Trio Onyx an der Klassikreihe Seeklang

Sturm- und Drang von Mendelssohn (Klaviertrio Nr. 1) trifft auf traumhafte Farben der Vergangenheit im Trio von Peter Mieg.
Freitag, 29./Samstag, 30. Oktober, 19.30, Aula Grossmatt, Hergiswil; www.seeklang.ch

Juwelen des Hochbarock ­mit namhaften Solisten

Das Zuger Kammerensemble spielt mit Maurice Steger (Blockflöte) und Esther Hoppe (Violine) Werke von Corelli, Bach und Vivaldi.
Freitag, 29. Oktober, 20.00, Kirche St. Johannes, Zug.

«Mondballon»: Familien­konzert mit Sandmalereien

Das Trio Re und die Sandmalerin Marianne Hofer nehmen Kinder ab fünf mit allen Sinnen mit auf eine märchenhafte Mondreise.
Sonntag, 31. Oktober, 16.00, Kultursalon Felsenegg, Sempach; Samstag/Sonntag, 6./7. November, 15.00, Dreilinden, Luzern.

Sounds

Man sieht sich! – ­Da oder dort

Sedel oder Kegelbahn? Diese Frage stellt sich alternativkulturaffinen Leuten um die 50 dieser Tage. Mit dem Doppelkonzert von Mothers Pride und Highfish im Musikzentrum Sedel sowie Cancellation:Void (eine Sedel-Band) im Klub Kegelbahn laden Luzerner Rockbands zum «Klassentreffen». Schon schade, muss man sich entscheiden. Die «Sedler» können ja nachher noch in die Kegelbahn stolpern. Dort gibt’s Beats bis in die frühen Morgenstunden. (reg)
Samstag, 30. Oktober, Luzern: Mothers Pride/Highfish, 21.00, Sedel; Cancellation:Void, ab 22.30, Klub Kegelbahn.

Phenomden hat wieder eine Vision

Phenomden lieferte mit seinem Mundartreggae den idealen Soundtrack für Autofahrten mit den Kindern. «Ich stah da mit em Mic i minere Hand/Und bin bereit wenn d’Life-Show aafangt», trällerten wir. Die Stimmung an den Livekonzerten war denn auch von ansteckender Freude und Positivität. Den Hauptteil des neuen Albums «Streunendi Hünd», das erste seit zehn Jahren, hat er in Jamaika geschrieben, wohin er 2013 ausgewandert war. Jetzt ist er zurück, mit neuer Vision, wie er sagt. (reg)
Phenomden & The Scrucialists: Samstag, 30. Oktober, 21.00, Schüür, Luzern.

Ungeschminkter Oldschool-Mundartrap

Der Berner Rapper Baze wirft in seinem jüngsten Album «Kraake» einen ungeschönten Blick aufs Leben. Im Neubad-Klub im klassischen Format mit DJ Kermit an den Decks.
Freitag, 29. Oktober, 21.00, Neubad, Luzern

Indie-Rock-Pop von Frauen, die eigentlich Männer sind

The Birthday Girls sind fünf Männer aus fünf Ländern – Zürich ist ihre Homebase – die «Cosmopolitan Rock» machen. Wirr, schräg und sympathisch seien sie.
Freitag, 29. Oktober, 20.00, Madeleine, Musiktheater, Luzern

Bandnachwuchswettbewerb der Zentralschweiz

Die Sprungfeder-Vorrunden finden morgen in der Galvanik Zug, im Treibhaus Luzern und im Vogelsang Altdorf sowie am Samstag im Chäslager Stans statt.
www.sprungfeder.li

Singfrauen Winterthur und Albin Brun Quartett

Wehmütige Lieder aus Osteuropa, lüpfige Tanz-, sehnsuchtsvolle Liebes- und repetitive Arbeitslieder, aber auch Naturjüützli oder Spottlieder – die Singfrauen Winterthur und das Albin Brun Quartett sind «wieder unterwegs».
Samstag, 30. Oktober, 20.00, MaiHof, Luzern; www.eventfrog.ch

Bühne

Die Welt, wie wir sie gerne hätten

Der Kabarettist Michael Elsener.

Der Kabarettist Michael Elsener.

Bild: Nadia Schärli

«Fake Me Happy» heisst das neue Programm des Zuger Kabarettisten und Stimmenimitators Michael Elsener. Wo fängt Fake an, wo hört Authentizität auf? Im Interview mit dieser Zeitung antwortete er: «Es ist eine Frage der Perspektive. Wir leben in Zeiten, wo sich diese Frage nicht mehr so leicht beantworten lässt.» Oft sei wahr, was eine Mehrheit als wahr betrachte – und umgekehrt. Instagram, Netflix, «die Realität ist selten unsere erste Wahl», sagt er. Mit Stand-ups, Parodien und Songs liefert Elsener «die ideale Ergänzung zu unserem täglichen Selbstbetrug». Mit dabei: Roger Federer, Alain Berset, Roger Köppel oder Viola Amherd. (reg)
Donnerstag, 28. Oktober bis Samstag, 30. Oktober, jeweils 20.00, Kleintheater, Luzern.

«Figaro» in Zeiten von #MeToo

«Das Zelt» gastiert wieder ­in Luzern

Comedy und Konzerte – «Das Zelt» ist zurück. Der Comedy Club und Merry Blissmas sind die Aushänger. Den Auftakt machen Bliss mit «Volljährig».
Sa, 30. Oktober, 19.30 (bis 20. November), Alpenquai, Luzern; www.daszelt.ch

Deutsch-britische Autorin Sharon Dodua Otoo in Stans

Die mit dem Bachmannpreis ausgezeichnete Sharon Dodua Otoo liest aus ihrem Debütroman «Adas Raum». Ada ist nicht eine, sondern viele Frauen.
Sonntag, 31. Oktober, 17.30, lit.z, Stans; Reservation: www.lit-z.ch

«Viva Jerez!» – Hommage an eine Hochburg des Flamencos

Das Flamenco Festival in Jerez inspirierte die fünf Tänzerinnen zu diesem Projekt: Erlebnisse plus eine Portion Humor und eine Prise Charme auf der Bühne.
So, 31. Oktober, 19.00, Stadttheater Sursee; www.flamencotacon.ch

«Emmen Lacht» verspricht «Hammer Comedy Tage»

«Emmen Lacht» geht in die zweite Runde, mit Massimo Rocchi (Dienstag, 2. November), Oropax (Mittwoch, 3. November) und einer Swiss Comedy Night (Donnerstag, 4. November).
Le Théâtre, Emmen; www.emmenlacht.ch

Kunst

Jesco Tscholitsch in der Luzerner Galerie Vitrine

«Gestörte Wildblumen» heisst die Ausstellung mit Jesco Tscholitsch in der Galerie Vitrine. Der Luzerner Künstler sammelte im Tropenland Costa Rica Pflanzen, zerlegte sie, klebte sie auf Papier und fotografierte sie im Gegenlicht. Aus «Blumen mit Störfaktoren» wurden Objekte.
Galerie Vitrine Luzern, bis 27. November.

Monika Müller in Zsuzsa`s Galerie in Adligenswil

Die Ausstellung «Endless Variety» dokumentiert 50 bis anhin entstandene Zeichnungen der Luzerner Künstlerin Monika Müller, die in einem Mehrjahresprojekt eine Skizzentour William Turners in England erwandert.
Zsuzsa`s Galerie, 4. November bis 18. Dezember.