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REZITAL: Regula Mühlemann passt perfekt in Mozarts Kleider

Die aus Adligenswil stammende Sopranistin Regula Mühlemann hat sich auf Bühne und Podium erfolgreich etabliert. Jetzt legt sie ihre Debüt-CD vor – ein reines Mozart-Programm mit Opern- und Konzertarien.
Stefan Degen
«Meine Fähigkeit zu Koloraturen musste ich hart erlernen», sagt die 30-jährige Regula Mühlemann. (Bild: Sony/Henning Ross)

«Meine Fähigkeit zu Koloraturen musste ich hart erlernen», sagt die 30-jährige Regula Mühlemann. (Bild: Sony/Henning Ross)

Die Musik von Mozart hat einen Schwerpunkt in der bisherigen Laufbahn von Regula Mühlemann gebildet. An Mozart bewundert sie seine tiefe Menschenkenntnis, und dass er «einem immer exakt zeigt, wo man steht – stimmlich und auch als Mensch». In einem Interview mit der Zeitschrift «Opernglas» (Oktober-Ausgabe) erinnert die 30-Jährige daran, dass sie eine Zeit lang in den «Mozart-Topf» geworfen worden sei – trotz eines in Wirklichkeit schon recht breiten Repertoires. Und sagt: «Für die CD wollte ich wegkommen von diesen ‹Diva›- oder ‹Fem­me fatale›-Alben, die heute oft produziert werden. Das bin nicht ich! Ich wollte, dass auch Fröhliches und Schlitzohriges seinen Platz findet.»

Die Messlatte hoch angesetzt

So hat Regula Mühlemann ihre Lieblingsstücke herausgepickt für ihr Debütalbum. Begleitet wird die Sopranistin vom Kammerorchester Basel unter der Leitung von Umberto Benedetti ­Michelangeli. Ausgewählt hat Mühlemann acht Konzert- und Opernarien sowie die Motette «Exsultate, jubilate». Bereits in der ersten Konzertarie «Schon lacht der holde Frühling» setzt die Sängerin die Messlatte für das Mozart-Rezital hoch.

Mit natürlichem Ausdruck vorgetragen zeigt sie viele Facetten ihrer Gesangskunst, wenn sie scherzhaft von Zephiren singt und um den Schäfer Lindor trauert. Die beiden weiteren Konzertarien sind gespickt mit Schwierigkeiten: In «Voi avete un cor fedele» reiht die Sopranistin Koloraturen wie Perlen auf, vergisst darob aber nicht, den Schalk hervorzustreichen. In «Vorrei spiegarvi, oh Dio» führt sie ihre warm timbrierte Gesangsstimme fast instrumental über zwei Oktaven. Regula Mühlemann bewältigt die Schwierigkeiten auf stupende Art mit makellosem Legato, schönen Phrasierungen und leuchtenden Spitzentönen.

Virtuose Koloraturen

Die fünf Opernarien gelingen ­Regula Mühlemann ebenso überzeugend: zunächst «Geme la ­tortorella» (aus «La finta giardiniera») mit ruhigem Tempo und elegisch-seufzendem Ton. Dann die Arie «Da schlägt die Abschiedsstunde» aus «Der Schauspieldirektor» mit ironisch-­pathetischem Duktus. Berührend auch die kurze, ruhige Arie der Servilia, «S’altro che lacrime» (aus «La clemenza di Tito»). Ein Versprechen für die Bühne ist die Arie des Blondchen, «Durch Zärtlichkeit und Schmeicheln» (aus «Die Entführung aus dem Serail»). Und schliesslich «Strider sento la procella» aus «Lucio Silla»: Hier lässt Regula Mühlemann auch dramatisches Potenzial aufblitzen und besticht durch virtuose Koloraturen. Pluspunkte sind ohnehin die Wandlungs­fähigkeit und die klare Diktion.

«Unbedingt dabei sein» sollte auf der CD die lateinische Motette «Exsultate, jubilate», wie Regula Mühlemann dem «Opernglas» sagte. Auch hier überzeugt die Sopranistin durch ihr natürliches Singen ohne jede hörbare Anstrengung. Kaum zu glauben, wenn sie im Interview gesteht: «Meine Fähigkeit zu Koloraturen musste ich hart erlernen.» Das «Tu virginum corona» beendet Mühlemann mit einem schönen Triller, der nahtlos ins jubelnde «Alleluja» übergeht. Das Kammerorchester Basel ist der Sängerin eine erstklassige Begleitung mit sauberem Spiel und schönem Mozart-Klang. Informativ ist zudem das Booklet der CD.

Die Luzerner Sopranistin schlüpft in dem Rezital gewissermassen in fremde Kleider – gemäss Mozarts Wahlspruch «denn ich liebe, dass die aria einem sänger so accurat angemessen sey, wie ein gutgemachts kleid» (Brief aus Mannheim vom 28. Februar 1778). In diese Mozart-Kleider passt Regula Mühlemann derzeit perfekt – ohne jeden Zweifel. Sie wolle «eine Balance zwischen Opern und Konzerten herstellen», sagt die Luzernerin. Diese Mischung sei ideal für sie, betont die Künstlerin, die an diesem Punkt ihrer noch jungen Karriere nun Hauptrollen vor sich hat. Sie will ihren Weg als freischaffende Sängerin gehen. Nicht zuletzt deshalb hat sie kürzlich ein attraktives Ensemble-Angebot abgelehnt. Apropos Mozart: Ihre erste ganz grosse Bühnenhauptrolle wird die Susanna in «Le Nozze di Figaro» sein.

Stefan Degen
stefan.degen@luzernerzeitung.ch

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