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ROCK: Monotales: Trost und Trotz

Die Monotales sind zurück und klingen besser denn je: In neuer Besetzung lassen die Luzerner das Americana-Rad rollen und verbreiten Glücksgefühle.
Pirmin Bossart
Die Monotales mit Urs Müller, Andi Schnellmann, Mauro Guarise, Kuno Studer und Arno Troxler (von links nach rechts) finden eine gute Balance zwischen Emotion und Coolness. (Bild: PD/Basil Stücheli)

Die Monotales mit Urs Müller, Andi Schnellmann, Mauro Guarise, Kuno Studer und Arno Troxler (von links nach rechts) finden eine gute Balance zwischen Emotion und Coolness. (Bild: PD/Basil Stücheli)

Ein countryesk beschwingtes Stück mit einem hinreissenden Refrain eröffnet das neue Album «Weekend Love» von Monotales: «Don’t Miss You Yet» heisst der Track, mit dem sich die Band in alter Frische präsentiert und einen Teppich ausrollt, auf dem ausgebreitet liegt, was gute Americana-Musik auszeichnet: schöne Melodien, Inbrunst, süsse Melancholie, Gitarren, Fahrtwind.

Es klingt, als ob da eine Combo nur darauf gewartet hätte, endlich loszuwerden, was sie sich in langen Jahren on the road erarbeitet hat. «Das war der erste Take des ersten Songs der ganzen Session, da hat gleich alles gestimmt», sagt Sänger Mauro Guarise. Die Aufnahmesession fand im Soundfarm Studio in Obernau statt. Gemixt und produziert wurde das Album von Marco Jencarelli, der mit dem Roots-Sound und seinen Finessen vertraut ist.

Americana

Die dreizehn Songs, viele im ­Midtempo, decken ein Spektrum ab, das von frühen Siebziger-Country-Einflüssen bis zum modernen Americana-Sound von heute reicht. Folk, Rock, Country und eine Prise Soul sind die Wurzeln, die aufgrund von einzelnen Inputs als Band feinsinnig verarbeitet werden. Die Songs tänzeln, schmachten und grooven auf einem erdigen Fundament, wie es Bassist Andi Schnellmann und Schlagzeuger Arno Troxler so unspektakulär wie meisterlich zu legen pflegen.

Während das Vorgängeralbum «Hidden Thrills» mit seinem Pop-Appeal erfreute, ist auf «Weekend Love» der Americana-Flavour prägnanter ausgearbeitet. Trotzdem gehen auch die ­neuen Songs wunderbar ins Ohr. Drive und Gelassenheit halten sie wach, verbunden mit der souveränen Gitarrenarbeit von Kuno Studer und Urs Müller, die auch solistisch ein paar Glanzmarken setzen («Banned By The Blues»).

Sänger Mauro Guarise lässt seine ungekünstelte Stimme mal schnoddrig und mal croonend durch die Songs fahren und findet eine gute Balance zwischen Emotion und Coolness. Auf «And They Call It Summer» spannt er mit Gastsängerin Heidi Happy zu einer berührenden Ballade zusammen. Unter die Haut geht «Must Have Been Someone Else»; mit seinem dunklen Timbre der vielleicht eindrücklichste Song des Albums.

Neu besetzt

Mit ihren beiden ersten Alben haben sich die Monotales auch national einen guten Ruf erarbeitet. Sie spielten zahlreiche Gigs, traten im Radio und Fernsehen auf und evozierten im Publikum mit ihren knackig angerichteten und herzerwärmenden Songs eine hohe Dosis an Glücksgefühlen. Dass es mit dem neuen und dritten Album nun doch vier Jahre dauerte, hat mit Umständen zu tun, wie sie jedes Leben schreibt: bandinterne Umorientierung und familiäre Schicksalsschläge.

«Kaum hatten wir uns vor zwei Jahren wieder an neue Songs gemacht, hat es schon in der ersten Probe geklöpft», sagt Guarise. In der Folge verliessen zwei Mitglieder die Band. Dann verschoben sich aufgrund von Todesfällen in der Familie auch für Guarise eine Zeit lang die Prioritäten. Aber Freunde wollen nicht einfach aufgeben. Mit Urs Müller und Arno Troxler wurden zwei neue Mitglieder gefunden. Guarise schwärmt: «Beides sind hervorragende Instrumentalisten, die ein grosses Flair und Know-how für Rootsmusik haben.»

Sowohl Müller wie Troxler haben schon mehrmals mit Andi Schnellmann gespielt, einem der gefragtesten Bassisten, der von Singer-Songwriter-Bands bis zu Schnellertollermeier ein stilistisch breites Feld abdeckt. «Mit den neuen Musikern sind wir trotz zeitlichem Rückschlag extrem schnell und viel versprechend vorangekommen.»

Kampfgeist

Was erzählt man für Geschichten, wenn Country-Twang und Folk-Sonoritäten die musikalischen Leitlinien setzen? Die Zeilen können vielfältig interpretiert werden. Songschreiber Guarise selber sieht in den Themen eine Mischung aus Trotz und t, wie sie auch die persönlichen Umstände in der langen Entstehungszeit des Albums bestärkt haben mögen. «Die Songs können tröstlich sein. Gleichzeitig drücken sie aus, trotz schwierigen Bedingungen durchhalten zu wollen und das, was einem lieb und wertvoll ist, nicht leichtfertig aufzugeben.»

Das kann durchaus auf die eigene Band gemünzt werden. Trotz ihrer Professionalität und eigenen Handschrift stehen bei den Monotales Aufwand und Ertrag, wie hierzulande bei einigen guten Bands üblich, in keinem Verhältnis. Da muss die Leidenschaft den fehlenden ökonomischen Boden kompensieren – und eben dieser Kampfgeist aktiv werden, zum Trotz dranbleiben zu wollen. «I won’t be tamed», singt Guarise auf «Finley Street». Ich werde mich nicht zähmen lassen. Wohlan denn, Monotales, (nur) so entstehen Meisterwerke.

Hinweis

Monotales: Weekend Love (Irascible), Plattentaufe: 23. September: Madeleine, Luzern (mit Heidi Happy). •••••

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