Video

Rolf Lyssy nach Plagiatsvorwurf über «Eden für jeden»: «Wir kamen zu diesem Projekt wie die Jungfrau zum Kind»

Kritiker werfen Rolf Lyssy vor, er habe Ideen gestohlen für seine beiden letzten Filme. Im Videointerview führt er aus, wie die Idee zu seinem neuen Film entstanden ist.

Drucken
Teilen

Rolf Lyssy im Interview mit Adrian Reusser von Keystone-SDA.

In seinem neuesten Film lässt Rolf Lyssy verschiedene Menschen, deren Vorstellungen und Lebensentwürfe in der Idylle eines Schrebergartens aufeinanderprallen. Der Film «Eden für jeden» feierte am Montagabend am Zürcher Filmfestival Premiere.

Im Vorfeld kritisierten verschiedene Kunstschaffende unter anderem die Parallelen zum Dokumentarfilm «Unser Garten Eden» von Mano Khalil aus dem Jahr 2010. Auch dieser meldete sich zu Wort, er fühle sich übergangen. Ähnliche Kritik kam auch im Fall von Lyssys Film «Die letzte Pointe» auf.

Der Trailer «Eden für jeden» von Rolf Lyssy:

Ebenfalls am Montagabend ist der Schweizer Filmemacher Rolf Lyssy (84) für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. In diesem Rahmen führte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA aus, wie sein neuester Film «Eden für jeden» auf Basis des Dokumentarfilms «Unser Garten Eden» von Mano Khalil entstand (Video oben).

Dokumentarfilm als Inspiration

Er sagte unter anderem, der Film von Mano Khalil habe als Inspiration gedient, mit der Idee sei sein Drehbuchautor Dominik Bernet auf ihn zugekommen. Und: «Wir kamen zu dem Projekt wie die Jungfrau zum Kind.»

Bernet führte das, konfrontiert mit den Vorwürfen, bereits am Montag aus. In einer Mail antwortet er, die Schrebergartenkomödie sei die Idee von SRF und Filmproduzent Marcel Wolfisberg gewesen. Auch er schreibt, der Film von Khalil sei Inspirationsquelle zu «Eden für jeden gewesen».

Aussage gegen Aussage

Es steht Aussage gegen Aussage. Im Fall von «Eden für jeden» und dessen Vorbild «Unser Garten Eden» gab der Erfinder, der Berner Filmemacher Mano Khalil, sein Einverständnis zum Projekt. Laut eigenen Aussagen hatte er aber nicht damit gerechnet, dass so viele Details fast identisch ins Drehbuch für den Spielfilm von Rolf Lyssy fanden. Er fühlt sich im Nachhinein über den Tisch gezogen.

Im Fall von «Die letzte Pointe» aus dem Jahr 2010 steht ebenfalls Aussage gegen Aussage. Der Zürcher Kabarettist Patrick Frey und die Zürcher Drehbuchautorin Katja Früh fanden für ihr Verständnis zu viele Details aus einem Drehbuch über die Sterbehilfe im späteren Lyssy-Film wieder. Lyssys Drehbuchautor Bernet wiederum bestreitet, mit dem Inhalt überhaupt je in Kontakt gekommen zu sein. (dfu/smo/SDA)

">

Am Montagabend konnte Rolf Lyssy in Zürich den Career Achievement Award entgegennehmen. (Video: Keystone-SDA)