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KKL: Rossini-Knaller zum Jahresauftakt

Das Luzerner Sinfonieorchester lud zum Neujahrkonzert ins KKL. Für solistischen Glanz sorgte die französische Mezzosopranistin Karine Deshayes mit Arien von Rossini und weiteren Komponisten.
Stefan Degen
Die Mezzosopranistin Karine Deshayes mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter James Gaffigan. (Bild: Pius Amrein, 1. Januar 2019)

Die Mezzosopranistin Karine Deshayes mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter James Gaffigan. (Bild: Pius Amrein, 1. Januar 2019)

Wer schon eine gehörige Portion Wiener Walzer aufgesogen hat, der ist mit dem Konzert «Mit Rossini ins Neue Jahr» des Luzerner Sinfonieorchesters bestens bedient. Nach der relativ kurzfristigen Absage der italienischen Mezzosopranistin Marianna Pizzolato konnte die französische Mezzosopranistin Karine Deshayes für die beiden Neujahrskonzerte vom Dienstag und Mittwoch verpflichtet werden. Die erste Begegnung mit der Sängerin, die 1998 in Lyon debütierte, erweist sich als interessante Entdeckung. Das Programm musste nur geringfügigig für die neue Solistin angepasst werden.

Neben Werken von Gioachino Rossini kommen Stücke von vier weiteren (französischen) Komponisten zur Aufführung. Das Luzerner Sinfonieorchester unter seinem Chefdirigenten James Gaffigan zeigt sich bereits zum Auftakt mit «Le Carnaval romain» von Hector Berlioz in glänzender Disposition. Nicht weniger eindrucksvoll gelingen im ersten Programmteil zwei Walzer von Charles Gounod: jener aus der kaum bekannten Oper «La Reine de Saba» und der weit berühmtere aus «Faust». Das Orchester spielt beide Walzer impulsiv mit schönen Klangfarben und sattem Streicherklang.

Zwiesprache mit dem Fagott

Karine Deshayes singt als erstes Stück das Final-Rondo aus Rossinis Oper «La Cenerentola» («Nacqui all’affanno, al pianto» – «Non più mesta»). Die Stimme der Französin klingt rund und warm und umfasst ohne Registerbruch zwei Oktaven. Sie singt hoch virtuos und höhensicher. Ein selbstbewusstes Aschenbrödel. Das speziellste Stück des Programms war die Arie «Ah, nos peines seront communes» aus der Oper «Medée» von Luigi Cherubini. Die Singstimme wird begleitet von einem schwierigen Solo für Fagott, herausragend gespielt von Andrea Cellacchi. Der Fagottist hat hier der Sängerin die Show gestohlen, was diese neidlos anerkennend gestisch bestätigte.

Der zweite Teil des Programms begann mit einem wahren Rossini-Knaller: der ausladenden Ouvertüre zur Oper «La Gazza ladra» («Die diebische Elster»). Das Luzerner Sinfonieorchester spielt spritzig und elegant, mit feinsten dynamischen Abstufungen, souverän geführt von James Gaffigan, der auch noch ein Spässchen einbaut. Ein Höhepunkt des Konzerts.

Viel Ausdruck in der Stimme

Mit dem «Temporale» (Gewitter) aus «Il Barbiere di Siviglia» und den Variationen für zwei Violinen, Viola, Violoncello, Klarinette und Orchester F-Dur von Rossini unterstreicht das Orchester seinen hervorragenden Ruf. Karine Deshayes brilliert mit der französischen Arie «Nobles Seigneurs, salut!» aus Giacomo Meyerbeers «Les Huguenots». Sie führt ihre Stimme in Urbains Arie einnehmend in die Sopranlage und legt auch hier viel Ausdruck in ihren Gesang.

Zum Abschluss des Konzertes bietet die Französin aus Rossinis letzter Oper für Italien, «Semiramide», die Sopranarie «Bel raggio lusinghier» dar. Den langsamen Teil singt sie mit inniger Stimmung. Die schnellen Läufe geraten ihr virtuos, obschon leicht verwaschene Koloraturen den Eindruck trüben. Zum Schluss führt sie ihre Stimme mühelos auf das hohe H.

Das Publikum im ersten Konzert zeigt sich Orchester und Solistin gegenüber reserviert, fast etwas verkatert. Karine Deshayes singt als (einzige) Zugabe Rossinis Tarantella «La Danza» aus den Soirées musicales, sonst ein Lieblingsstück von Tenören. Auch hier stellt sie die Agilität ihrer Stimme bestechend unter Beweis.

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